Die Bundesliga befindet sich in der Länderspielpause, doch beim Aufsteiger 1. FC Köln liegt deswegen keiner auf der faulen Haut.

Bis auf Kapitän Milivoje Novakovic, Miso Brecko und Willi Sanou, die bei ihren Nationalteams weilen, bereiten sich alle anderen FC-Profis konzentriert auf den Endspurt in der Liga vor.

Besonderer Gast im RheinEnergieStadion

Denn noch ist der Klassenerhalt nicht unter Dach und Fach, wie Trainer Christoph Daum - trotz eines komfortablen Zehn-Punkte-Vorsprungs auf den Relegationsplatz - warnt: "2006 habe ich mit Fenerbahce Istanbul 81 Punkte geholt - dann sind wir nur Zweiter geworden. Ich bin so lange im Geschäft, mich kann nichts mehr überraschen."

Sechs Punkte brauche seine Mannschaft noch, um definitiv nichts mehr mit dem Abstieg zu tun zu haben, und die will der Trainer so schnell wie möglich einfahren. Die nächste Gelegenheit zum Punkte sammeln haben die "Geißböcke" in gut einer Woche, wenn ein ganz besonderer Gast ins RheinEnergieStadion kommt. Im rheinischen Derby trifft Köln auf Bayer 04 Leverkusen.

"Das ist tödlich im Fußball"

Die Kölner Fans erinnern sich nur ungern an die letzten Duelle mit der Werkself. Seit zwölf Jahren konnten die Domstädter nicht mehr gegen Bayer gewinnen, die vergangenen vier Partien gingen allesamt verloren. Höchste Zeit also, dass Daums Mannschaft ihre Fans mal wieder über einen Sieg jubeln lässt.

Und die Chancen gerade jetzt gegen Leverkusen zu punkten stehen nicht schlecht. Nach einer tollen Hinrunde, in der die Elf von Trainer Bruno Labbadia zwischenzeitlich sogar an der Tabellenspitze stand, läuft die Rückunde alles andere als rund. Lediglich sechs Punkte aus acht Spielen hat Leverkusen geholt - nur Tabellenschlusslicht Karlsruhe hat weniger auf dem Konto. Die Mannschaft wirkt mutlos, zeigt keine Laufbereitschaft und vor allem die Verunsicherung macht Sportchef Rudi Völler Sorgen: "Wir haben Angst, Fehler zu machen, das ist tödlich im Fußball."

Nationalspieler sollen Köpfe frei bekommen

Die Zeit, die Labbadia durch die Länderspielpause hätte, um einige Dinge zu ordnen und intensiv zu trainieren, kann er auch nicht richtig nutzen. Zehn seiner Spieler sind mit ihren Nationalteams unterwegs. Allein mit Rene Adler, Simon Rolfes, Patrick Helmes und Stefan Kießling stellt Bayer vier Profis für die deutsche Nationalmannschaft. Mit der restlichen Truppe, die hauptsächlich aus Erstatzspielern besteht, lassen sich kaum wirksame Veränderungen erzielen.

Da bleibt Völler nur zu hoffen, dass "die Jungs bei ihren Nationalteams die Köpfe wieder frei bekommen". Wenn das gelingt, ist für Bayer noch nichts verloren. Sechs Punkte beträgt der Rückstand auf die internationalen Plätze. Mit einer kleinen Siegesserie wäre ein UEFA-Pokal-Platz durchaus noch drin. Die Fans dürfen sich also auf ein brisantes rheinisches Derby freuen.

Karolina Mahrla