Ausverkauftes Haus, der Kampf um die Tabellenspitze, Dieter gegen Uli Hoeneß: Die Begegnung zwischen Hertha BSC und Bayern München am 20. Spieltag der Bundesliga (Sa., ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) verspricht nicht nur auf dem Papier viel Brisanz.

Die beiden Verfolger von 1899 Hoffenheim wollen mit einem Sieg an dem Herbstmeister vorbeiziehen und im direkten Duell einen Konkurrenten um die Meisterschaft vorerst abschütteln.

Klinsmann mit Respekt

"Es ist ein weiteres Schlüsselspiel. Wir müssen nachlegen, denn wir wollen so schnell wie möglich Tabellenführer werden", sagte Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann und zeigte großen Respekt vor dem Gegner: "Hertha steht verdient da oben. Die Berliner spielen einen konzentrierten Fußball. Sie sind taktisch sehr gut organisiert, machen die Räume dicht, verschieben gut. Da müssen wir Tempo machen."

Das sehen die Berliner Fans ähnlich: Das Olympiastadion ist zum ersten Mal in dieser Saison ausverkauft. "Für uns und die Fans ist das fast so wichtig wie ein WM-Finale", meinte Herthas Top-Torjäger Marko Pantelic, der allerdings mit einer Knieverletzung auszufallen droht.

Favre ohne "schlaflose Nächte"

Auch Trainer Lucien Favre zeigte sich angriffslustig: "Ich hatte keine schlaflosen Nächte. Die Bayern können kommen." Herthas Kapitän Arne Friedrich, der nach überstandenen Rückenproblemen am Samstag wohl ebenso sein Comeback geben wird wie Mittelfeldroutinier Pal Dardai (Meniskus-OP), bekräftigt: "Wir brauchen uns nicht zu verstecken."

Dass der FCB zuletzt beim 3:1 gegen Dortmund stark auftrumpfte, macht Dieter Hoeneß nicht nervös. "Die Bayern sind gut drauf, keine Frage. Sie sind sehr schwer zu stoppen, aber Hamburg hat gerade erst gezeigt, dass es möglich ist", gibt sich Berlins Manager kämpferisch.

Nicht so wichtig für ihn ist, dass das Spiel gegen die Bayern auch gleichzeitig das Duell mit seinem Bruder Uli ist: "Für uns ist das einfach ein tolles Fußballspiel. Wir freuen uns auch, dass wir uns wieder sehen, aber wie schließen im Vorfeld keine Wette oder ähnliches ab".

Gute Erinnerungen an Berlin

Der Titelverteidiger reiste mit kleinen Sorgen im Gepäck in die Hauptstadt. Klinsmann befürchtet angesichts der Länderspieleinsätze seiner Spieler unter der Woche einen Wettbewerbsnachteil: "Diese Reisen schlauchen körperlich und sind auch eine nervliche Belastung."

Dennoch freut sich der frühere Bundestrainer auf die Partie: "Ich bin immer gerne in Berlin. Schließlich ist es unsere Hauptstadt und ein Aushängeschild in der ganzen Welt. Mit dem Stadion verbinde ich außerdem die schönsten Erinnerungen meiner Trainerlaufbahn, denn mit der Nationalelf haben wir hier super Spiele abgeliefert."

Beim FCB fehlt nur Oddo

Immerhin sind Klinsmanns elf Nationalspieler allesamt ohne Blessuren von ihren internationalen Einsätzen zurückkehrt, so dass der FCB-Trainer personell aus dem Vollen schöpfen kann. Lediglich Massimo Oddo muss wegen seiner Rot-Sperre noch ein Spiel aussetzen.

Klisnmann Gegenüber Favre muss erneut auf Gojko Kacar verzichten, der immer noch an Achillessehnenproblemen leidet. Auch "Dauerbrenner" Cicero, der bislang alle 19 Bundesliga-Partien absolvierte, steht wegen seiner Gelbsperre nicht zur Verfügung.


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