München - Ostergeschenke wurden in Stuttgart keine verteilt. Weder vom heimischen VfB noch von Borussia Dortmund. Der BVB erkämpfte sich bei den Schwaben einen und vermieste den Bayern damit den vorzeitigen Titelgewinn (Tabelle). Die Schwaben ihrerseits schenkten die Punkte aber keineswegs her.

Der amtierende Meister musste alles, aber auch wirklich alles in die Waagschale werfen, um drei Punkte aus der Mercedes-Benz Arena zu entführen (die besten Bilder). "Meine Mannschaft hat die Art und Weise, die der Gegner angeschlagen hat, angenommen", sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp (die Trainerstimmen). "Das war eine gute Vorbereitung auf das Champions-League-Spiel in Malaga, denn die fliegen ähnlich intensiv in die Zweikämpfe. Meine Spieler haben Beulen am Kopf, Risswunden am Fuß, Prellungen an den Rippen und überall."

VfB-Keeper Sven Ulreich hielt dagegen: "Fußball ist ein Männersport, da geht es auch mal zur Sache." Männersport hin, Männersport her. Trotz der rauen Gangart der Kicker mit dem roten Brustring, die ab der 69. Minute in Unterzahl agierten, nahmen die "Schwarz-Gelben" die Punkte mit nach Westfalen. Robert Lewandowski erzielte wenige Minuten vor Schluss den Siegtreffer für Dortmund. Der Pole hat damit im neunten Spiel in Folge getroffen, das schafften in der Bundesliga bisher nur Gerd Müller und Klaus Allofs .

Laufstrecken Teams

Laufstrecken Spieler

Sprints Teams

Sprints Spieler

Gladbach 125,5 km

Tom Trybull 13,2 km

Werder Bremen 199

Kevin De Bruyne 36

Werder Bremen 124,4 km

Thorben Marx 12,7 km

Borussia Dortmund 189

Aaron Hunt 33

SC Freiburg 120,8 km

Manuel Schmiedebach 12,6 km

1. FSV Mainz 05 188

Marco Reus 32

Die Borussia verdiente sich den Dreier im Schwabenland aber auch redlich. Lewandowski und Co. wetzten 189 Mal im Sprint über den Rasen, der zweitbeste Wert an diesem Spieltag. Alleine Marco Reus war 32 Mal in Höchstgeschwindigkeit unterwegs. Geschlagen wurde der Nationalspieler nur von den Bremer Akteuren Kevin De Bruyne und Aaron Hunt, die 36 beziehungsweise 33 Sprints hinlegten . Auch, was das Laufpensum angeht, rangieren die Norddeutschen weit vorne. Werder spulte gegen den 1. FSV Mainz 05 124,4 Kilometer ab, nur Borussia Mönchengladbach war mit 125,5 Kilometern noch fleißiger.

Nicht zuletzt dank der starken Laufleistung bogen die "Grün-Weißen" die Partie gegen die Rheinhessen noch um: Aaron Hunt, der zum zehnten Mal in dieser Saison traf und damit eine neue Bestmarke aufstellte, egalisierte die frühe Führung von Adam Szalai . Der Ungar traf nach sage und schreibe zwölf Sekunden in die Maschen, obwohl Werder sogar Anstoß hatte. Assani Lukimya vertändelte gegen Andreas Ivanschitz den Ball, der Österreicher legte quer und Szalai drückte das Leder über die Linie (im Ticker nachlesen). Ein wahres Ostergeschenk, das die Schaaf-Truppe da verteilte. Allzu viele sollten die Werderaner bei sieben Zählern Vorsprung auf die Abstiegszone nicht mehr verteilen. Da sollten sie sich an Stuttgart und Dortmund ein Beispiel nehmen.

David Schmidt



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