München - Gegen Bulgarien hat Mario Gomez nichts. Da wollte sich der Stürmer des FC Bayern nicht falsch verstanden wissen. Nur Fußball spielen möchte er dort in der kommenden Saison auf keinen Fall. "Man will zwar immer nach Europa, aber es ist nicht so, dass man sich darauf freut, in Bulgarien vor 3.000 Zuschauern zu spielen", erklärte der 25-Jährige in Erinnerung an seine UI-Cup-Einsätze mit dem VfB Stuttgart. "Das ist nicht das, was man als Fußballer will und schon gar nicht beim FC Bayern."

Solche Auftritte drohen dem Rekordmeister in der Europa League, sollte es nicht doch noch mit dem angestrebten Startplatz für die Champions League klappen. Das einzige Mittel, der osteuropäischen Provinz zu entgehen: "Wie müssen mit aller Macht versuchen, die letzten sieben Spiele zu gewinnen."

"Ich bin so gut drauf wie noch nie"

Losgehen soll es damit im Heimspiel am Samstag gegen Borussia Mönchengladbach (ab 15 Uhr im Live-Ticker). Dann weiß der Stürmer auch wieder ein Publikum im Rücken, das ihn bedingungslos unterstützt. Beim Länderspiel gegen Kasachstan (4:0) am vergangenen Samstag war der deutsche Nationalspieler ausgepfiffen worden, worüber er sich anschließend beklagte.

Als der Angreifer dann am Dienstagabend gegen Australien den Ball geschickt im Torwinkel versenkte, freute er sich ganz im Stillen. Die Mitspieler hingen beim Jubel nach dem Tor eher an seinen Schultern, als dass er die Arme jubelnd gen Himmel riss. Innerlich habe er sich sehr gefreut, stellte Gomez klar. Und er habe auch Verständnis, dass die Anhänger Unmut äußern, wenn jemand schlecht spielt. "Aber Fans, die mich bei einer Einwechslung auspfeifen, denen kann ich anschließend nicht zujubeln." Der Stürmer glaubt, dass ihm einige noch immer seine vergebene Großchance bei der EM 2008 gegen Österreich übelnehmen.

Auch die letzten Kritiker überzeugen, das weiß Gomez, kann er nur mit Toren und Leistung. Besonders in der Bundesliga gelingt ihm das in dieser Saison eindrucksvoll. Der ehemalige Stuttgarter trifft wie am Fließband, führt mit 19 Treffern die Torschützenliste an. "Ich bin so gut drauf wie noch nie", sagt er. Der Unterschied zu früher: "Ich finde mich jetzt in zwei Systemen zurecht und habe gelernt, wie ich mich verhalten muss."

Spekulationen lassen Gomez kalt

Eine Entwicklung, die ihm auch in der kommenden Spielzeit zugutekommen wird. Mit Jupp Heynckes nimmt ein neuer Trainer an der Säbener Straße die Arbeit auf, der naturgemäß sein eigenes taktisches Konzept umsetzen wird. Vom derzeitigen Bayer-Coach, berichtet Gomez, seien alle begeistert, mit denen er gesprochen habe. Spekulationen der Sportgazetten, wonach er zudem neue Konkurrenz im Angriff erhalten könnte, lassen ihn hingegen kalt. Angesprochen auf ein von der "Daily Mail" lanciertes Gerücht, laut dem der bulgarische ManUnited-Stürmer Dimitar Berbatov ein Kandidat für die Bayern sei, reagierte Gomez gelassen.

"Im vergangenen Jahr musste ich dauernd zu Edin Dzeko Statements abgeben, der spielt jetzt bei ManCity. Das nächste halbe Jahr muss ich mich jetzt wohl zu Berbatov äußern", witzelte der Angreifer. Viel wichtiger als die kommende Saison seien die ausstehenden sieben Partien. Primär das Duell gegen die Gladbacher "Fohlen".

"Wenn wir unsere Tagesform erreichen, gewinnen wir"

Gegen die Gäste haben die Münchner zudem eine Rechnung aus dem Hinspiel offen, das nach spektakulärem Verlauf mit drei Mal wechselnder Führung noch 3:3 endete. "Es waren schon eher zwei verschenkte Punkte", erinnert sich Gomez. Er ist sich sicher: "Wenn wir unsere Tagesform erreichen, gewinnen wir."

Dann kann der Stoßstürmer auch wieder auf die Vorlagen von Arjen Robben hoffen, der zuletzt gegen Freiburg ausgewechselt worden war und unter der Woche an Adduktoren-Problemen laborierte. "Es sieht gut aus für Samstag", sagte der Flügelspieler. Mit der Verletzung, die ihn in der Hinrunde monatelang außer Gefecht gesetzt hatte, hätten die Beschwerden im Übrigen nichts zu tun. Auch Danijel Pranjic, der angeschlagen von seiner Länderspielreise zurückkehrte, gab Entwarnung fürs Wochenende. Daniel van Buyten fällt hingegen aufgrund eines Muskelfaserrisses aus.

In punkto Bulgarien geht Robben übrigens mit Gomez d'accord. Auf Europa League habe er keine Lust. "Der FC Bayern muss in der Champions League spielen", sagte der Niederländer und stellt seine ganz eigene Rechnung auf, um dieses Ziel zu erreichen: "Ich glaube, dass wir alle sieben Spiele gewinnen können."

Vom FC Bayern berichtet Andreas Messmer