München - Dortmunds Sven Bender absolvierte eine starke Hinrunde, bildete gemeinsam mit Nuri Sahin beim Bundesliga-Herbstmeister die Doppel-Sechs vor der Abwehr und hatte damit großen Anteil am Erfolg der Truppe von Trainer Jürgen Klopp.

Im Interview mit bundesliga.de spricht der 21-jährige Bender über die sensationelle Hinrunde des BVB, warum er sich in Dortmund so wohl fühlt und die anstehende Rückrunde der Bundesliga.

bundesliga.de: Herr Bender, wie haben Sie nach der überragenden Hinrunde Ihren Urlaub verbracht?

Sven Bender: Mit Familie und Freunden sehr entspannt in meiner bayerischen Heimat.

bundesliga.de: Seit dem 3. Januar heißt es wieder schwitzen. Zuletzt waren Sie in Jerez im Trainingslager. Wie fällt Ihr Fazit der bisherigen Vorbereitung aus?

Bender: Sehr positiv. Die Winterpause war zwar nur kurz, aber die Vorbereitung äußerst intensiv. Es ist in jedem Training zu erkennen, wie groß unsere Vorfreude auf die Rückrunde ist.

bundesliga.de: In der Hinrunde haben Sie mit Nuri Sahin als "Doppel-Sechs" im Mittelfeld die Fäden gezogen und den Durchbruch geschafft. Was hat diese Top-Leistung ermöglicht?

Bender: Wir ergänzen uns einfach sehr gut, wissen immer, was der andere auf dem Platz tut und dass sich einer auf den anderen verlassen kann.

bundesliga.de: Verstehen Sie sich auch privat gut mit Nuri Sahin?

Bender: Auf jeden Fall harmonieren wir auch außerhalb des Platzes, ohne dass wir nun die komplette Freizeit gemeinsam verbringen würden.

bundesliga.de: Sie fühlen sich sichtlich wohl bei Borussia Dortmund und haben Ihren Vertrag erst kürzlich bis 2016 verlängert. Was macht den BVB für Sie aus?

Bender: Der BVB ist einer der Top-Vereine in Deutschland, hat die größte und geilste Fangemeinde und mit dem Signal Iduna Park das beste Stadion. Dazu kommt, dass ich mich in der großen BVB-Familie zuhause fühle und dass die sportliche Perspektive stimmt.

bundesliga.de: Sie wurden zuletzt auch schon als Dortmunds Schweinsteiger bezeichnet. Was denken Sie über solche Vergleiche?

Sven Bender: Über so etwas denke ich nicht nach, damit kann ich nichts anfangen. Schweinsteiger ist Schweinsteiger, und Bender ist Bender.

bundesliga.de: Sebastian Kehl wird wohl in nicht allzu ferner Zukunft wieder fit sein. Haben Sie Angst Ihren Stammplatz neben Sahin wieder zu verlieren?

Bender: Wir hoffen alle, dass Kehli bald wieder fit ist. Bei uns hat keiner Angst. Wir wissen, dass wir jeden brauchen.

bundesliga.de: In der Hinrunde holte der BVB 43 Punkte. Sie führen die Tabelle mit zehn Punkten Vorsprung auf Mainz und Leverkusen an. Wo liegen die Gründe für diese starke Serie?

Bender: Vor allem in der geschlossenen Mannschaftsleistung. Bei uns läuft jeder für den anderen, und jeder weiß, dass er sich auf jeden Mitspieler verlassen kann.

bundesliga.de: Welche Ziele haben Sie sich für die Rückrunde gesetzt - die Meisterschaft ist drin, oder?

Bender: Zurzeit ist unser Ziel das Spiel am Freitag in Leverkusen. Wir werden in diese Begegnung genau so engagiert gehen, wie wir es auch in jedem Spiel der Hinrunde gemacht haben.

bundesliga.de: Zum Rückrundenauftakt gastiert der BVB bei Bayer Leverkusen. Wie schätzen Sie die Bayer-Truppe ein?

Bender: Sehr stark. Bayer hat einen ausgezeichneten Kader, ist auf allen Positionen gut besetzt, oft sogar doppelt und dreifach. Im übrigen haben sie beim ersten Saisonspiel bei uns in Dortmund gezeigt, was sie drauf haben. Da haben wir noch etwas gutzumachen.

bundesliga.de: In der Partie treffen Sie voraussichtlich auf Ihren Zwillingsbruder Lars. Haben Sie mit ihm schon über das Spiel gesprochen? Wird da auch unter Brüdern mal in die Psycho-Trickkiste gegriffen?

Bender: Wir sprechen regelmäßig ganz normal bayerisch am Telefon miteinander und freuen uns auf das Spiel. An Psycho-Tricks haben wir beide keinen besonderen Spaß.

bundesliga.de: Was für ein Spiel erwarten Sie in der BayArena?

Bender: Ein Top-Spiel am Freitagabend unter Flutlicht von zwei Spitzenmannschaften, die sich nichts schenken werden.

bundesliga.de: Wer wird Deutscher Meister?

Bender: Der Club, dessen Kapitän am 14. Mai von Ligapräsident Dr. Reinhard Rauball die Schale überreicht bekommt.

Die Fragen stellte Sven Becker