Die Aufgabe könnte nicht schwieriger sein, das Selbstvertrauen aber auch kaum größer: Unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw starten die deutschen U-21-Fußballer am Montag (20:45 Uhr/live im ZDF) ausgerechnet gegen den Topfavoriten Spanien mit Wunderkind Bojan Krkic vom Champions-League-Sieger FC Barcelona in die Mission EM-Titel.

Doch der Glaube an die eigenen Stärken ist beim deutschen Nachwuchs vor dem Auftaktspiel im mit 18.000 Zuschauern ausverkauften Gamla Ullevi von Göteborg anscheinend unerschütterlich.

Selbstbewusstsein und Optimismus

"Sicher reden wir hier immer von den spanischen Wunderkindern. Aber in Spanien reden sie auch von unseren Wunderkindern", sagte Trainer Horst Hrubesch gelassen. Denn nach den EM-Titeln für die U 19 im Juli 2008 und die U 17 vor wenigen Wochen will sich der älteste Jahrgang als dritter innerhalb eines Jahres Europas Krone aufsetzen.

"Wir werden Europameister", verspricht Kapitän Sami Khedira (VfB Stuttgart), und Innenverteidiger Benedikt Höwedes von Schalke 04 sagt: "Wenn man Europameister werden will, muss man eh alle schlagen. Wir haben eine super Mannschaft, warum sollten wir Angst haben?" Auch DFB-Sportdirektor Matthias Sammer versprüht Optimismus: "Wenn alles passt, sehe ich keinen, der uns schlagen kann. Auch die Spanier nicht."

Spanien ohne Fabregas

Der 18 Jahre alte Krkic avancierte zum jüngsten Spieler, der jemals für Champions-League-Sieger Barcelona in der europäischen "Königsklasse" aufgelaufen und in der Liga ein Tor geschossen hat; in beiden Kategorien löste er Superstar Lionel Messi ab. Hinzu kommen 16 weitere Akteure im Kader der Iberer, die in der abgelaufenen Saison mit mehr als 20 Spielen in der Primera Divison Stammspieler ihrer Clubs waren.

Glück für Deutschland: Während die DFB-Elf auf die beste Formation und damit fünf A-Nationalspieler zurückgreifen kann, muss der spanische Coach Juan Ramon Lopez Caro auf sechs Akteure verzichten, die mit dem A-Team beim Confed Cup in Südafrika weilen, darunter Europameister Cesc Fabregas vom FC Arsenal.

Professionelle Bedingungen

Doch darauf will sich beim DFB vor der Revanche für das verlorene EM-Finale der A-Nationalelf niemand verlassen. Deshalb finden die deutschen Junioren in ihrem Quartier im 700-Seelen-Dorf Tollered 40 Kilometer östlich von Göteborg ideale Bedingungen vor. 20 Tonnen Gepäck wurden in einem Sattelschlepper antransportiert, hinzu kamen ein Transporter und das private Gepäck der Spieler.

Zum Stab in Schweden gehören unter anderem drei Physiotherapeuten, zwei Fitnesstrainer und ein Psychologe. "Wir haben professionelle Bedingungen", meint der Mönchengladbacher Marko Marin, der bereits sechs A-Länderspiele bestritten hat. Und Khedira versichert: "Wir sind optimal vorbereitet."

Beobachter Löw fordert Dominanz

Doch der DFB hat auch vorgesorgt, damit die die Jung-Profis nicht von äußeren Einflüssen abgelenkt wurden. Sammer hat Spielerberatern klargemacht, dass sie im Mannschaftsquartier nicht erwünscht sind ("Ich würde keinem der Herren raten, mir zu begegnen"), im Mannschaftshotel Nääs Fabriker wurden sämtliche Minibars ausgeräumt. Im Quartier am Sävelangensee gibt es vor allem eines: Ruhe.

Löw will am Montag aber vor allem das Spiel der deutschen Junioren genießen. Dafür fordert er "Dominanz in jedem Spiel". Auch ohne herausragenden Stürmer, der dem ansonsten stark besetzten DFB-Team fehlt. "Wir haben gesichtet bis in die dritte und vierte Liga", erklärt Hrubesch, der in Mesut Özil (Werder Bremen) und Ashkan Dejagah (VfL Wolfsburg) zwei offensive Mittelfeldspieler in vorderster Front aufbieten wird.

Die voraussichtliche deutsche Aufstellung:

Neuer (Schalke 04) - Beck (1899 Hoffenheim), Höwedes (Schalke 04), Jerome Boateng (Hamburger SV), Boenisch (Werder Bremen) - Khedira (VfB Stuttgart), Aogo (Hamburger SV) - Castro (Bayer Leverkusen), Marin (Borussia Mönchengladbach) - Özil (Werder Bremen) - Dejegah (VfL Wolfsburg)