Trotz einiger Nationalmannschaftsabstellungen richtete sich der Fokus beim Hamburger SV am Montag bereits auf die anstehende Aufgabe gegen den VfL Bochum. Entwarnung und gute Nachrichten gab es zudem aus dem Krankenflügel der "Rothosen".

Seit vergangener Woche weilte Zé Roberto in München bei Dr. Müller-Wohlfahrt, um seinen Außenbandanriss zu kurieren, den er sich in der Partie gegen Hannover 96 zugezogen hatte.

Nachdem Uwe Eplinius, Leiter der medizinischen Abteilung beim HSV, am Donnerstag in die bayerische Landeshauptstadt gereist war, um sich vor Ort ein Bild des Heilungsprozesses des lädierten rechten Fußes zu machen, einigte man sich darauf, am kommenden Mittwoch den Gips abzunehmen und den Brasilianer am Donnerstag in die Hansestadt einzufliegen.

"Er wird kein unnötiges Risiko eingehen"

Dort soll dann sofort mit Aktivierungsläufen und ersten leichten Belastungen für das zuletzt stillgelegte Arbeitsgerät des Hamburger Spielgestalters begonnen werden.

"Wir gehen zum jetzigen Zeitpunkt nicht davon aus, dass sich sein Zustand noch einmal verschlechtert und er uns eventuell länger ausfällt", gab Co-Trainer Eddy Sözer am Montag Entwarnung, unterstrich jedoch auch: "Hinter dem Einsatz gegen Bochum steht ein riesiges Fragezeichen. Er ist sich seiner Wichtigkeit für unser Spiel bewusst, wird allerdings kein unnötiges Risiko eingehen." Niemand rechnet im Lager der Hanseaten mit einer Blitzgenesung des Mittelfeldmotors bis zur Partie gegen den VfL Bochum am kommenden Sonntag.

"Volle Konzentration auf Bochum"

Der bevorstehende Gegner rückte gleich zu Beginn der neuen Woche in den Fokus. Nach dem trainingsfreien Wochenende versammelten sich die Hanseaten am Montagmittag wieder im Bauch der Arena, um die Vorbereitung auf das wichtige Spiel einzuläuten.

"Wir richten unsere volle Konzentration auf die schwere Partie gegen Bochum. Es ist wichtig, vor eigenem Publikum couragiert und am Ende erfolgreich aufzutreten", war Sözer bemüht, sämtliche Nebengeräusche im Keim zu ersticken. Für ein solches Aufhorchen hatte im Länderspiel der Nationalmannschaft Burkina Fasos gegen Malawi auch Jonathan Pitroipa gesorgt. Der 23-Jährige wurde bereits in der 27. Spielminute ausgewechselt.

Entwarnung an der Stürmerfront

Wie Sözer am Montag jedoch bestätigte, handelte es sich dabei um eine reine Vorsichtsmaßnahme. "Jonathan hatte leichte Adduktorenprobleme, nichts Ernsthaftes. Er wird am Mittwoch wieder ganz normal trainieren." Entwarnung also an der Stürmerfront, Trainer Bruno Labbadia dürfte mit einem Lächeln registriert haben, dass ihm keine weitere Alternative im Angriff weggebrochen ist.

Das allein beschreibt schon die prekäre Situation beim HSV. Aber es ist wirklich so. In Zeiten, in denen wöchentliche Hiobsbotschaften ins Haus flattern, muss man auch einfach mal glücklich sein, dass eben rein gar nichts passiert - quasi ein positiver Trend.

Petric in der Schweiz

Auf eben solche positiven Signale hoffte der Cheftrainer auch aus Basel. Dort nämlich weilte Pitroipas Sturmkollege Mladen Petric zusammen mit Eplinius, um das lädierte Band im Fuß noch ein letztes Mal untersuchen zu lassen. "Diese finale Untersuchung ist notwendig, damit wir - sollte sie positiv verlaufen - die nächsten Schritte seiner Reha planen können", erläuterte Sözer.

Eines ist bei den Hamburgern in dieser Zeit eben mehr als alles andere gefordert - Geduld! Bruno Labbadia lebt diese Tugend vorbildlich vor. Kein Meckern, kein Gejammer, kein Zurückblicken! Immer mit dem Blick nach vorne beweist der junge Coach schon Qualitäten eines alten Trainer-Haudegens.