München - Entspannt und locker hat Jupp Heynckes am Donnerstag das Podium zur Pressekonferenz des FC Bayern München betreten. Optimistisch blickte der Bayern-Trainer nach einer "sehr guten Vorbereitung" dem Rückrundenauftakt gegen Borussia Mönchengladbach entgegen.

Seine Bayern treffen im Spitzenspiel am Freitagabend (Fr., ab 20 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) auf die "Überraschungsmannschaft der Saison", wie Heynckes die Gäste betitelt. Die Gladbacher seien "unangenehm zu spielen", meint der Trainer, betont aber: "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir das Spiel gewinnen."

Schweinsteiger kann spielen

Diese Zuversicht wird durch die Nachricht gestärkt, dass Bastian Schweinsteiger trotz seiner Knieprobleme "nicht nur spielen kann, sondern auch die letzten zwei Trainingseinheiten sehr gut trainiert" hat. Schweinsteiger hatte in der Hinrunde mehrere Wochen wegen eines Schlüsselbeinbruchs pausieren müssen und steht erstmals in der Bundesliga wieder zur Verfügung.

Trotz der langen Pause des Mittelfeldstrategen ist sein Trainer überzeugt, dass Schweinsteiger den Bayern sofort weiterhilft. Heynckes verweist darauf, dass der Nationalspieler schon im November und Dezember trainiert habe und in Testspielen zum Einsatz gekommen sei.

Ribery sitzt Gelb-Rot-Sperre ab

Im Gegensatz zu einem anderen Star kann Schweinsteiger helfen, die offene Rechnung aus der Hinrunde zu begleichen. Franck Ribery muss seine Gelb-Rot-Sperre absitzen, die er im letzten Hinrundenspiel gegen den 1.FC Köln verursacht hat. Schade sei das, betont Heynckes, denn Ribery habe "sehr gut gearbeitet und sehr gut trainiert".

Die Wiedergutmachung für die Pleite im Hinspiel soll nun ohne den Franzosen gelingen. Die "Fohlen" hatten die Münchner am 1. Spieltag überraschend 1:0 in der Münchener Allianz Arena bezwungen und damit den Grundstein für ihre gute Hinrunde gelegt.

"Was soll ich mir da Gedanken machen?"

"Ein sehr glücklicher Sieg der Gladbacher" sei das gewesen, sagt Heynckes: "Mit einem sehr unglücklichen Gegentor." Heynckes weiß: "Aus solchen spielen muss man lernen." Am Freitag soll ohnehin alles anders laufen.

Diese Überzeugung bringt auch der überragende Gladbacher der Hinrunde nicht ins Wanken. Marco Reus bereitet dem Bayern-Trainer keine schlaflosen Nächte. "Wir selbst haben Robben, Müller und Gomez, was soll ich mir da Gedanken machen?", demonstriert er das typische bayerische Selbstbewusstsein.

Vor der Entwicklung von Reus hat Heynckes aber Respekt: "Wenn er so weiter macht, wird er ein ganz großer Spieler", meint der Trainer zum Nationalspieler, der ab kommendem Sommer für den BVB aufläuft.

Dass sich der Gegner aus Gladbach von den Abgängen seiner Leistungsträger Reus und Neustädter beeinflussen lässt, glaubt Heynckes nicht. "Ich denke die Spieler nehmen das sehr professionell auf, und lassen sich da nicht beeindrucken", vermutet der 66-jährige.

Gladbach aus dem "Dornröschenschlaf erwacht"

Heynckes hat nach wie vor ein besonderes Verhältnis zu seinem Heimatverein, bei dem er als Spieler erfolgreich war, und der ihm 1979 die erste Anstellung als Trainer ermöglichte. "Natürlich habe ich zu Gladbach eine viel besonderere Beziehung als zu anderen Clubs. Ich bin mit Vize-Präsident Rainer Bonhof befreundet, da wir ja viele Spiele zusammen gespielt haben."

Entsprechend glücklich ist der Bayern-Trainer, "dass Gladbach aus seinem Dornröschenschlaf erwacht ist. Natürlich freue ich mich darüber." Am Freitagabend wird die Freundschaft zu seinem Heimatverein aber für 90 Minuten ruhen.

Vom FC Bayern berichtet Daniel Knoke