Basel - Rund 90 Journalisten zwängten sich am Dienstagnachmittag in den kleinen Konferenzraum "Helvetia" des Swissotel Le Plaza in Basel. Gespannt warteten sie auf die Ankunft des Bayern-Trosses, der sich für das Achtelfinal-Hinspiel der Champions League am Mittwoch (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) dieses Mal eine bescheidene Unterkunft ausgesucht hat.

Doch der holprige Rückrundenverlauf des Rekordmeisters fand zunächst auch auf Schweizer Boden eine Fortsetzung - wenn auch noch nicht im sportlichen Bereich. Probleme nach der Landung bei der Gepäckabfertigung sorgten für eine verspätete Ankunft im Team-Hotel.

"Haben vieles vermissen lassen"

Als die Pressekonferenz mit Mario Gomez und Toni Kroos dann eine halbe Stunde später als angedacht startete, wurden die beiden Bayern-Stars - nicht ganz überraschend - weniger mit Fragen zum Gegner Basel als vielmehr mit Fragen zur derzeitigen Verfassung der Mannschaft konfrontiert.

"Das Spiel in Freiburg muss jetzt die letzte Warnung gewesen sein, auch für die kommenden Wochen. Wir müssen es schnellstens hinkriegen, dass wir in jedem Spiel topkonzentriert und topmotiviert sind", ging Gomez offensiv mit den Problemen um.

Er wollte dieses Leistungstief aber nicht überbewerten. Denn von der fußballerischen Qualität, so Gomez, sehe er beim FC Bayern keinerlei Probleme. Deshalb glaubt er auch fest an ein Vorrücken ins Viertelfinale der "Königsklasse". "Wir haben in Freiburg vieles vermissen lassen. Das verunsichert einen natürlich ein bisschen. Aber wenn wir unser Potenzial in beiden Spielen abrufen, dann setzen wir uns gegen Basel durch", meinte der Top-Torjäger, der schon sechs Mal im laufenden Wettbewerb getroffen hat.

Anerkennung für Basels Leistungen

Toni Kroos sieht die Ausgangslage ähnlich und hat auch schon die passende Marschroute für die Partie im St. Jakob-Park parat. "Wir müssen erst einmal in der Defensive kompakt und sicher stehen. Denn mit unserer Mannschaft können wir in Basel immer ein Tor schießen", so Kroos.

Die Hausherren werden dem sicherlich einiges entgegenzusetzen haben, schwimmen sie seit dem Sensations-Coup gegen Manchester United doch auf einer Welle der Euphorie. Das weiß auch Bayern-Coach Jupp Heynckes, der nach seinen Spielern am Rednerpult Platz nahm.

"Basel hat sich in der Champions League bislang teuer verkauft. Das Team ist sehr gut organisiert und hat eine gute Mischung aus jungen, talentierten Spielern wie Xherdan Shaqiri und erfahrenen Akteuren wie Alex Frei", erklärte Heynckes.

"Zusammenwirken aller Kräfte ist wichtig"

Dem 67-Jährigen ist durchaus bewusst, dass sich sein Team derzeit nicht auf dem Niveau bewegt, welches sich die Verantwortlichen vorstellen. Deshalb nimmt er seine Spieler in die Pflicht: "Wir sind zwar holprig gestartet, aber wir müssen mit solchen Spielen wie in Freiburg zurechtkommen und uns jetzt auf ein Ereignis wie am Mittwoch neu fokussieren."

Ob die Ansprache von Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge an die Mannschaft dabei von Erfolg gekrönt war, wollte Heynckes nicht bewerten. Er "begrüßte" diese Aktion aber, da "das Zusammenwirken aller Kräfte ganz wichtig ist".

Am Mittwochabend im Baseler St. Jakob-Park wird sich zeigen, ob der FC Bayern wieder das Selbstverständnis der Hinrunde entwickeln kann. Mit einer verspäteten Anreise ist auf jeden Fall nicht zu rechnen.

Aus Basel berichtet Michael Reis