Köln – Nach 313 Bundesliga-Einsätzen wird Borussia Dortmunds Sebastian Kehl am Samstag gegen Werder Bremen (ab 15:00 Uhr im Liveticker) zum letzten Mal im Dortmunder Signal Iduna Park einlaufen. Der 35-Jährige wird den Kickschuh nach der Saison an den Nagel hängen. Am Dienstag gab er noch einmal eine Pressekonferenz.

Nach dem letzten Saison-Spiel gegen Bremen gibt es aber immerhin noch einen Titel beim DFB-Pokalfinale in Berlin zu gewinnen. "Ich habe mir immer gewünscht, auf einem hohen Niveau zu gehen", sagte Kehl bei der Pressekonferenz in Dortmund. "Schöner kann man ein Drehbuch gar nicht schreiben, mit einem Finale in Berlin und vielleicht mit dem Pokal in den Händen."

Zweifel an der Entscheidung?

Der Rücktritt des ehemaligen Nationalspielers steht schon seit Monaten fest. Die schwierige Saison der Schwarz-Gelben ließ Kehl zwischenzeitlich aber auch an seinem Entschluss zweifeln: "Als ich die Entscheidung getroffen habe, war noch nicht klar, wie das Jahr verlaufen wird. Da habe ich mich schon gefragt: Ist das denn der Rücktritt den ich mir gewünscht hätte?"

Die mögliche Qualifikation für die Europa League und der Einzug ins Pokalfinale bestärkten Kehl aber in den letzten Wochen in seinen Plänen: "Es ist der richtige Zeitpunkt um aufzuhören."

Drei Meisterschaften mit Dortmund

Drei Mal wurde Kehl mit Borussia Dortmund in 13 Jahren Deutscher Meister (2002, 2010 und 2011), in der Saison 2011/12 gelang dem Team mit ihm als Kapitän sogar das Double. "Ein Karriere-Highlight", blickt er freudig zurück.

Fragt sich nur, wie es mit Sebastian Kehl weitergeht. "Ich muss erst mal lernen, aus diesem Rhythmus zu kommen, weil bisher mein ganzes Leben durchgeplant war. Ich freue mich darauf, mich ein Stück weit treiben zu lassen", so Kehl. Nach einer gewissen Auszeit und einem Amerika-Trip mit seinen Kindern wolle er aber spätestens im Jahr 2016 wieder "in anderer Position" angreifen. Dabei gäbe es viele Optionen, möglicherwiese auch bei Borussia Dortmund, ließ er durchblicken.

"Es wird emotional"

Nun zählt aber erst einmal noch der letzte Auftritt auf der Bühne Bundesliga: "Ich konnte mich jetzt lange drauf einstellen. Aber wenn man nur noch ein paar Tage hat, bis man das letzte Mal in dieses Stadion einläuft, wird es doch noch einmal emotional."

Karol Herrmann