Das Rennen um den Titel oder der Kampf gegen den Abstieg: Es wird immer enger und spannender. Die letzten Spiele der Bundesliga werden in der Regel am intensivsten geführt, die Karten der Schiedsrichter bleiben dann seltener in den Taschen stecken.

In der Bundesliga führt Hoffenheims Luiz Gustavo sowohl das Feld der Gelbsünder (zehn Verwarnungen) als auch das der Gelb-Rot-Sünder (zwei Platzverweise) an. Im OBM sind es derzeit eher die Spieler aus der zweiten und dritten Reihe, die die meisten Karten sehen. Sorgt der Bundesliga-Frust für übertriebene OBM-Härte?

Von den Akteuren, die am 28. Spieltag auf mindestens 500 virtuelle Einsätze kamen, wurde der Cottbuser Christian Müller prozentual am häufigsten durch die OBM-Schiris zur Ordnung gerufen. Müller, aktuell noch ohne Saisonspiel für Energie, sah 51 Karten in 520 Spielen - also in etwa jedem zehnten Spiel eine.

28 Mal Rot für Wolze

Kaum fairer die Bilanz von José-Alex Ikeng. Der Ex-Stuttgarter und jetzige Bremer hat für Werder noch kein Bundesligaspiel bestritten. Im OBM wurde Ikeng zuletzt in 658 Begegnungen mit 62 Karten bedacht. Allerdings sah Ikeng nur zwei Mal Rot.

Davon konnte Kevin Wolze nur träumen. Das Wolfsburger Mittelfeldtalent flog in seinen 3937 (!) OBM-Spielen gleich 28 Mal "glatt" vom Platz und schaute sich insgesamt 334 Karten an. Wolze wartet unter Trainer Felix Magath noch immer auf sein Bundesligadebüt.

OBM-Frust bei Streit?

Doch es sind nicht nur die Ergänzungsspieler der Vereine, die im OBM am fleißigsten Karten sammeln. So befand sich in Bayerns Andreas Ottl auch ein Etablierter unter den größten Kartensündern des 28. Spieltags. Ottl sah in 4097 Spielen 28 Mal Rot, 13 Mal Gelb-Rot und 276 Mal Gelb.

Insgesamt dominieren aber die weniger bekannten Spieler die Karten-Rangliste des vergangenen Spieltags. Unter den Top Ten befinden sich noch Frankfurts Keeper Jan Zimmermann, die Gladbacher Mittelfeldspieler Sebastian Schachten und Johannes van den Bergh oder Bayerns Thomas Müller.

Auf Platz vier der Rangliste liegt ein Spieler, der in dieser Saison sowohl in der Bundesliga als auch im OBM viel Frust schiebt. Albert Streit, weder bei Schalke 04 noch beim Hamburger SV die erste Wahl, "verdiente" sich den vierten Platz durch 131 Karten in – für seine Ansprüche bescheidenen - 1515 OBM-Spielen.