Karim Bellarabi war der Senkrechtstarter in der Elf von Bayer 04 Leverkusen. Vor der Saison noch ein Kandidat für ein erneutes Ausleihgeschäft startete der Deutsch-Marokkaner durch und stand in allen Bundesliga-Spielen in der Startelf. Mit acht Toren und vier Assists war er der torgefährlichste Mann der Werkself. Im Interview zieht der 24-Jährige sein Hinrundenfazit.

Frage: Karim Bellarabi, wie fällt Ihr zur Winterpause Ihr Hinrundenfazit für Bayer 04 aus?

Karim Bellarabi: Wir überwintern auf dem 3. Platz. Ich denke, das ist ganz okay. Natürlich geht mit unserer Mannschaft auch mehr als 28 Punkte. Aber im Großen und Ganzen können wir zufrieden sein.

Frage: Und wie haben Sie persönlich die Hinrunde erlebt?

Bellarabi: Ich freue mich, dass ich fit bin und keine Probleme habe. Ich muss mich bei der Mannschaft und beim Trainer bedanken, dass ich in diesem Jahr diesen Schritt auch in die Nationalmannschaft geschafft habe. Für mich persönlich war es natürlich ein erfolgreiches Halbjahr. Jetzt freue ich mich auf den Urlaub. Der wird uns gut tun. Wir hatten sehr viele Spiele. Die Erholung ist jetzt sehr wichtig.

Frage: Wo werden Sie die Winterpause verbringen?

Bellarabi: Ich fliege nach Marokko in die Heimat. In der ersten Woche werde ich den Fußball weg lassen. Während der Saison gucke ich fast jeden Tag Fußball, diesmal werde ich aber mal abschalten. In Marokko wird aber kein Weihnachten gefeiert. Da meine Mutter aber Deutsche ist und mein Vater aus Marokko kommt, hat meine Mutter trotzdem immer Weihnachten gefeiert. Ich habe dann auch gerne mitgefeiert, weil es Geschenke gab. Dann werde ich noch ein bisschen Zeit mit meiner Familie verbringen. Und dann geht auch schon die Vorbereitung auf die Rückrunde wieder los.

Frage: Wie werden Sie in Marokko wahrgenommen? Sind die Fans ein bisschen sauer, dass Sie für Deutschland und nicht für Marokko spielen?

Bellarabi: Nein. Es ist alles locker. Außerdem bringe ich meinen Familienangehörigen auch immer jede Menge Trikots mit.

Frage: Worauf führen Sie Ihre Leistungsexplosion in der Hinrunde zurück, nachdem Sie in der Sommervorbereitung noch ein Wackelkandidat waren und eine erneute Ausleihe im Raum stand?

Bellarabi: Ich habe mich richtig gut vorbereitet, gut trainiert und freue mich, dass das halbe Jahr so erfolgreich war.

Frage: Was war Ihr Highlight der Hinserie?

Bellarabi: Mein Highlight ist, dass ich immer noch fit bin. Das ist wie gesagt das Wichtigste. Ich war sehr lange verletzt. Deshalb bin ich dankbar, dass ich keine Probleme mehr habe. Aus sportlicher Sicht ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen, als ich in die Nationalmannschaft berufen wurde.

Frage: Ist das schnellste Tor der Bundesliga-Geschichte auch etwas ganz Besonderes gewesen?

Bellarabi: Das war sicher für mich persönlich auch etwas ganz Besonderes, gleich im ersten Spiel so schnell das Tor zur Führung geschossen zu haben. Der Sieg in Dortmund war für die Mannschaft dann auch sehr wichtig. Es ist toll, wenn man einen Bundesliga-Rekord aufgestellt hat.

Frage: Im Januar geht es für Bayer 04 dann ins Trainingslager nach Florida. Waren Sie da schon einmal?

Bellarabi: Nein. Ich freue mich darauf. Aber in erster Linie sind wir ja dort, um uns auf Fußball zu konzentrieren. Urlaub machen wir da nicht. Aber es ist sicher schön, auch einmal etwas von Amerika zu sehen.

Aufgezeichnet von Tobias Gonscherowski