München - Die internationale Presse ist von Pep Guardiolas Debüt in München angetan. bundesliga.de zeigt Auszüge aus dem Medienecho, das die Vorstellungspressekonferenz des neuen Bayern-Trainers ausgelöst hat.

SPANIEN:



Sport: Herr Pep! Eine ausschweifende Präsentation bei Bayern. Guardiolas Vision wird zur Realität. Es beginnt die Ära Guardiola - diesmal in München. Guardiola - ein Katalane, der deutscher ist als die Deutschen. Guardiola lässt niemanden im Unklaren. Er ist ein intelligenter Typ, sozial und politisch engagiert und dazu imstande, sich in fünf Sprachen geschickt auszudrücken. In München zeigte Pep am Montag erneut, dass er davon besessen ist, gute Arbeit zu leisten, auch wenn er sich dabei von den Gefühlen leiten lässt. Guardiola hätte die Pressekonferenz in Englisch halten können, ohne dass es jemanden gestört hätte. Aber nein: Barcas Ex-Trainer wollte demonstrieren, dass er nicht nur des Geldes wegen nach Deutschland geht. Peps Herausforderung ist keine einfache. Deshalb hat er gezeigt, dass er das Projekt vom ersten Tag an mit vollem Engagement angeht.

El mundo deportivo: Er spricht katalanisch. Er spricht Spanisch. Er spricht Italienisch. Er spricht Englisch und dazu besser Deutsch als sich die Deutschen vorstellen konnten. Guardiola ist in der Lage, überall gut auszusehen, weil er sich immer gut vorbereitet. Er versteht es, die Menschen vom ersten Tag an für sich zu gewinnen. Er knüpfte bei seinem ersten Auftrit in München nahtlos an das bekannte Profil des makellosen Menschen an. Was er sagte, was er verschwieg, was er spürte - alles vermittelte und vermittelt nach wie vor eine Botschaft. Es gibt nicht eine einzige Pressekonferenz, auf der Pep denjenigen im Unklaren lässt, der ihm zuhört. Alle sind Einladungen, darüber nachzudenken, was er gesagt hat. Und über das, was er zwischen den Zeilen gesagt hat.

As: Guardiola hat im Sabbatjahr aufgetankt, der Beweis war eine elegante Inszenierung im Presseraum der Allianz Arena. Für ihn kommt jetzt der Moment, seine Professionalität zu zeigen. Bis hierher hat er von der Leidenschaft gelebt, das Vereinswappen seines Herzens zu repräsentieren. Das wird jetzt anders sein. Er weiß, dass mit seinem Wechsel nach München auch ein Verfallsdatum verbunden ist. Aber deshalb wird er kein bisschen seiner Gesundheit mehr opfern, wie er das in Barcelona getan hat, nur damit seine Mannschaft guten Fußball spielt.

La Vanguardia: Gemeinsam mit Rummenigge, Hoeneß, und Sammer, die beinahe ergriffen wirkten, ihn um sich zu haben, hat Pep Guardiola eine erneute Lektion in guter Kommunikation erteilt. Mit Klugheit und Demut, aber auch mit dem Ehrgeiz, der ihn auszeichnet, führte er aus, dass sein Ziel nur sein kann, das aktuelle Niveau der Münchner zu halten. Daher werde er versuchen, nur gewisse Aspekte des Spiels zu verbessern.

Marca: Kanzler Guardiola! Eine Präsentation in fünf Sprachen. Guardiola zeigte sein überragendes Sprachtalent. Der beste Verein Europas präsentiert den erfolgreichsten Trainer Europas. Mit seiner Verpflichtung hauen die Bayern noch einmal kräftig auf den Tisch. Umrahmt von drei historischen Größen des deutschen Fußballs machte Guardiola seine Vorstellungspressekonferenz zu einer wahren Medienshow mit über 200 akkreditierten Journalisten.

ENGLAND:



The Sun: Taking Guard! Pep Guardiola hat Bayern München übernommen, und er brüllt: Ich bin wieder da! Der berühmteste Trainer der Welt kehrt nach vier unglaublichen Jahren in Barcelona und einem Jahr Pause in die Fußballszene zurück. Er hat Champions-League-Sieger Bayern München übernommen und nachdrücklich betont, dass er die Herausforderung ohne Furcht annimmt.

The Guardian: Pep Guardiolas Aura überdauert auch seine Premiere bei den Bayern. Bei einem makellosen Auftritt vor 200 Journalisten bleiben seine gute Stimmung und seine schicke Garderobe unangetastet.

ITALIEN:



La Gazzetta dello Sport: Guardiola erinnert stark an Giovanni Trapattoni, als er auf Deutsch grüßt. Trap hatte dann in seinem lustigen Sprachmix weitergemacht, Pep drückt sich in ordentlichem Deutsch aus. Es beginnt die Ära Pep - Guardiola, der mit Barcelona in vier Spielzeiten 14 von 19 möglichen Titeln gewann, riskiert sicherlich mehr als der Verein. Es ist seine erste Trainerstation außerhalb Barcelonas und er hat nicht mehr den besten Spieler der Welt. Er könnte sich inmitten der typischen Stürme wiederfinden, die sich bei den gesättigten Bayern abspielen, das heißt lustlosen Stars, die streitsüchtig oder hauptsächlich auf die Weltmeisterschaft fixiert sind. Aber für ihn ist diese Berufung "ein Geschenk".

Corriere dello Sport: Guardiola erbt einen glänzenden Koloss, doch er befürchtet nicht, davon erdrückt zu werden. Niemand ist bisher wie er mit solch offenen Armen empfangen worden. Er ist so gut bezahlt wie kein anderer Coach in der Geschichte des solidesten Clubs des Kontinents.

Tuttosport: Ein perfekter Start. Der Trainer aus Santpedor spricht anständiges Deutsch, er entlockt auch dem eisigen Matthias Sammer ein Lächeln und erobert die Herzen der deutschen Presse.

Il Giornale: Pep über alles. Er ist tadellos im grauen Anzug, intelligent und ironisch.

FRANKREICH:



L'Equipe: Guardiola, der Verführer. Fast eine Stunde lang beantwortet er jede Frage der 240 Journalisten mit einem Lächeln. Nach einem bescheidenen 'Guten Tag' redet er weiter in der Sprache Goethes.

PORTUGAL:



A Bola: Auf seiner zweiten Trainerstation überrascht Guardiola alle mit seinem beeindruckenden Deutsch. In seinem Sabbatjahr hat er aber auch den deutschen Fußball eingehend studiert.

NIEDERLANDE:



Algemeen Dagblad: Pep fühlt sich gesegnet, bei den Bayern zu sein. Doch er weiß, dass ihm eine schwierige Aufgabe bevorsteht, die vergangene Saison ist kaum zu übertreffen. Pep spricht schon richtig gutes Deutsch.

USA:



ESPN: Die ganze Szenerie erinnerte an einen der späten öffentlichen Auftritte von Steve Jobs, bei dem er die neueste Ergänzung der Apple-Serie vorstellte.

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