München - Am Sonntag standen für sieben Bundesligisten Vorbereitungsspiele auf die neue Saison an. bundesliga.de gibt einen Überblick.

1.FSV Mainz - Stadtauswahl Mainz 8:0

Die ersten Tore in der Coface Arena sind gefallen. Die Mannschaft des 1. FSV Mainz 05 kamen dabei zu einem standesgemäßen Sieg in einem kurzweiligen, aber auch nur 2x25 Minuten kurzen Eröffnungsspiel.

In den Anfangsminuten spielte die Mainzer Stadtauswahl frech mit, ehe das Spiel mit dem Führungstreffer durch Florian Heller (8.) unaufhaltsam zugunsten des Bundesligisten kippte. Andreas Ivanschitz erhöhte auf 2:0, kurz darauf holte der tschechische Neuzugang Zdenek Pospech den Hammer raus – 3:0. Stadtauswahl-Keeper Marvin Bylsma (SV Gonsenheim) entschärfte so manche Großchance und verhinderte, dass seine Elf nicht höher zurücklag. Den Pausenstand stellte dann Nicolai Müller – mit dankbarer Unterstützung seines Gegenspielers – per Hacke her.

Thomas Tuchel schickte in Halbzeit zwei eine komplett neue Mannschaft aufs Feld. Eric Maxim Choupo-Moting durfte erstmals das FSV-Trikot überstreifen. Die Ausrufezeichen setzten dann weitere Neuzugänge: Anthony Ujah mit einem Doppelpack, der Ungar Zoltán Stieber und Yunus Malli, die sich ebenfalls in die Torschützenliste eintrugen. Die größte Chance zum Ehrentreffer hatte der Kostheimer Pedro Tiago Mina Alves, doch sein Schuss ging knapp an Heinz Müllers Kasten vorbei. Vor allem die Neuzugänge der Nullfünfer nutzten die Gelegenheit, ihre Visitenkarte in der Arena abzugeben.

Mainz 05
1. Halbzeit: Wetklo - Pospech, Bungert, Noveski, Schönheim - Yilmaz, Ivanschitz, Baumgartlinger, N. Müller - Allagui, Heller.
2. Halbzeit: H. Müller - Zabavnik, Svensson, Kirchhoff, Gopko - Risse, Caligiuri, Malli, Stieber - Choupo-Moting (41. Sliskovic), Ujah.

Tore: 1:0 Heller (8.), 2:0 Ivanschitz (14.), 3:0 Pospech (15.), 4:0 N. Müller (19.), 5:0 Ujah (36.), 6:0 Stieber (39.), 7:0 Ujah (41.), 8:0 Malli (46.)


VfL Wolfsburg - Hamburger SV 5:1

Der Ball läuft rund beim VfL Wolfsburg: Die "Wölfe" haben das Testspiel gegen den Hamburger SV mit 5:1 gewonnen. Die Magath-Elf setzte sich in Flensburg souverän gegen den Ligakonkurrenten durch und zeigte dabei eine überzeugende Leistung. Nach dem 0:1-Rückstand durch Heung Min Son (9.) bissen die Wölfe zurück. Srdjan Lakic erzielte den 1:1-Ausgleich (15.), Kevin Scheidhauer brachte die "Grün-Weißen" nach Wiederanpfiff in Führung (46.), Mario Mandzukic erzielte in der 68. Minute das 3:1 und Tuncay bewies mit seinem Doppelpack zum 4:1 sowie 5:1 Torjäger-Qualitäten (74., 85.). Ein verdientes Resultat für die Wölfe, die damit den Sparda-Bank-Cup gewannen und die Nachfolge vom FC Energie Cottbus antreten, die im vergangenen Jahr ebenfalls den HSV besiegt hatten.

Dabei hatte Son mit einem satten Rechtsschuss aus 20 Metern ins Eck den HSV sogar noch in Führung gebracht. Trotz des Rückstandes waren die "Wölfe" um die Kontrolle des Spiels bemüht. Als Sascha Riether einen tollen Pass aus der Tiefe genau in den Lauf von Lakic spielte und dieser Volley abzog fiel das 1:1 - ein sehenswerter Treffer. Mit einem lesitungsgerechten 1:1 ging es in die Pause.

Die Partie war gerade wieder angepfiffen, da gingder VfL in Führung. Der eingewechselte Nachwuchsstürmer Kevin Scheidhauer machte mit seinem ersten Ballkontakt das 2:1 für die "Grün-Weißen", die damit den 0:1-Rückstand drehten. Beim HSV war vor allem Son einer der auffälligsten Spieler. In der 48. Minute tauchte er frei vor André Lenz auf, lupfte aber nur ans Außennetz. Die zahlreichen Zuschauer sahen ein lebhaftes Spiel, obwohl beide Mannschaften mitten in der Vorbereitung stehen.

Das Tor des Tages fiel in der 68. Minute: Per Einwurf schickte Thomas Kahlenberg seinen Teamkollegen Mandzukic, der gleich zwei Verteidiger vernaschte und dann herrlich von halblinks in den Winkel schlenzte. Dann ging's Schlag auf Schlag: Dejagah ging bis zur Grundlinie, seine Flanke in die Mitte grätschte Tuncay zum 4:1 ins HSV-Tor. Der türkische Nationalspieler hatte nun Geschmack bekommen. In der 85. Minute stand er links komplett frei, wurde angespielt und zwirbelte den Ball rechts zum 5:1-Endstand in den Kasten.

HSV: Drobny - Diekmeier, Westermann (71. Nagy), Sternberg, Jansen - Besic, Jarolim - Ben-Hatira, Kacar (55. Töre), Arslan (77. Bertram) - Son (81. Ingreso)

Wolfsburg:
1. Halbzeit: Hitz - Pekarik, Kjaer, Riether, Schäfer - Josué - Cigerci, Hasebe - Koo - Helmes, Lakic
2. Halbzeit: Lenz - Ochs, Madlung, Thoelke, Schulze - Polak - Dejagah, Kahlenberg - Tuncay - Scheidhauer, Mandzukic

Tore: 1:0 Son (9.), 1:1 Lakic (15.), 1:2 Scheidhauer (46.), 1:3 Mandzukic (68.), 1:4, 1:5 Tuncay (74., 85.)


Bayer Leverkusen - Red Bull Salzburg 4:0

Im Duell der beiden Vizemeister vor rund 1.500 Zuschauern im prall gefüllten und herrlich gelegenen kleinen Stadion in Mittersill spielte die Werkself vor der Pause wie aus einem Guss: kompakt in der Defensive, aggressiv in der Balleroberung, blitzschnell im Umschalten und brandgefährlich vor dem gegnerischen Tor.

Die Folge: Beim ersten ernsthaften Testspiel im Rahmen des Trainingslagers im Zillertal kam die Werkself zu einem 4:0 (3:0) gegen das österreichische Spitzenteam Red Bull Salzburg.

Die frühe Führung durch Eren Derdiyoks feinen Lupfer über Red Bulls Keeper Gustaffson bereitete Renato Augusto mit einem sensationellen Pass vor (6.). Das 2:0 von Michael Ballack, der eine überragende erste Halbzeit spielte, entsprang einer tollen Kombination über Sidney Sam und André Schürrle, der die Kugel wunderbar und mit viel Übersicht für den Schützen ablegte (32.).

Zum Zungeschnalzen auch das dritte Tor der Leverkusener. Wieder war Michael Ballack wesentlich beteiligt, als er den Ball Lars Bender in den Lauf spielte, der legte frei vor dem Tor quer auf den besser postierten Sidney Sam, und der Sprinter im Trikot der Werkself traf im Nachfassen zum hoch verdienten 3:0-Pausenstand.

Spielerisch leicht auch der vierte Treffer der Werkself nach der Pause: Schürrle und Derdiyok düpierten Salzburgs Abwehr mit einem Doppelpass und der Ex-Mainzer tanzte sogar noch den gegnerischen Schlussmann aus (57.). Die roten Bullen bekamen richtig was auf die Hörner, und Bayer 04, das insgesamt neun Wechsel vornahm, offenbarte einen Klassenunterschied zum Gegner.

Entsprechend zufrieden zeigte sich Trainer Robin Dutt. "Wir haben schon viele Dinge umgesetzt, die wir uns im Training erarbeitet haben", sagte der Coach, der die Höhe des Sieges aber nicht überbewerten wollte. "Bei einigen Toren hat es uns der Gegner auch sehr leicht gemacht." Deutlicher wurde das Salzburgs Co-Trainer Niko Kovac: "Die Leverkusener haben uns ausgenommen wie eine Weihnachtsgans."

Leverkusen: Adler - Balitsch, Reinartz (79. da Costa), Toprak (79. Mentizis), Kadlec (67. Oczipka) - Bender (67. Friedrich), Ballack (46. Rolfes) - Sam (79. Bellarabi), Renato Augusto (46. Castro), Schürrle (67. Jörgensen) - Derdiyok (62. Kießling)

Tore: 1:0 Derdiyok (6.), 2:0 Ballack (32.), 3:0 Sam (38.), 4:0 Schürrle (57.)


FV Ettlingenweier - 1899 Hoffenheim 0:9

1899 Hoffenheim zeigte sich beim Testspiel gegen den FV Ettlingenweier in Torlaune und gewann die Partie mit 9:0. Die Tore erzielten zweimal Peniel Mlapa (2. und 50. Min.), Ryan Babel (58.), fünfmal Vedad Ibisevic (62., 76., 77., 84., 88.) und einmal Roberto Firmino (83.). Somit konnte auch das dritte Testspiel vor der Abfahrt ins Trainingslager am kommenden Mittwoch gewonnen werden.

Trainer Holger Stanislawski hatte bis auf die verletzungsbedingten Ausfälle den gesamten Profikader auf den Sportplatz des FV Bruchhausen mitgebracht. Die Kraichgauer begannen die Partie in einem offensiven 4-3-3 mit Sebastian Rudy als defensiven und Firmino sowie Babel als offensive Mittelfeldspieler. Bereits nach zwei Minuten brachte Mlapa die Hoffenheimer gegen eine mit Spielern aus der Region verstärkte Mannschaft des FV Ettlingenweier in Führung.

Der Kreisligist hielt vor allem in den ersten 45 Minuten gut dagegen, konnte sich selbst jedoch kaum Tormöglichkeiten erspielen. Hoffenheim ließ es etwas ruhiger angehen und zeigte sich zunächst fahrlässig bei der Chancenauswertung. Firmino und Braafheid scheiterten mit aussichtsreichen Versuchen, Chinedu Obasi traf nur die Latte (31.). So blieb es bis zum Halbzeitpfiff bei sonnigem Wetter vor etwa 1.000 Zuschauern beim 1:0. Zu Beginn der zweiten Hälfte nutzte Stanislawski die komplette Auswechselbank und brachte Daniel Haas, Matthias Jaissle, Fabian Johnson, Vedad Ibisevic, Dominik Kaiser, Isaac Vorsah und Jukka Raitala in die Partie. Es blieben Tom Starke, Marvin Compper, Obasi, Braafheid, Jannik Vestergaard und Denis Thomalla in der Kabine.

Hoffenheim drehte auf und erzielte erneut durch Mlapa bereits fünf Minuten nach Wiederbeginn das 2:0. Weitere acht Minuten später erhöhte Babel nach sehenswertem Solo auf 3:0. Ab der 62. Minute präsentierte sich Ibisevic als Torjäger und erzielte gleich drei seiner heutigen fünf Tore innerhalb von nur 15 Minuten. Firmino, der spielfreudig im Mittelfeld agierte und seine Mitspieler das eine ums andere Mal mit klugen Pässen in Szene setzte, erzielte seinen Treffer in der 83. Minute nach Zuspiel von Kapitän Andreas Beck. In der Schlussphase war erneut Ibisevic zweimal erfolgreich. Erst nach herrlichem Solo von Roberto Firmino und dem sich anschließenden Pass, dann per Kopf nach Flanke von Fabian Johnson.

Trotz der neun Tore war Stanislawski mit der Leistung seiner Mannschaft nach dem Spiel unzufrieden und sagte: "Einige Dinge wollten wir anders sehen. In der ersten Hälfte war beispielsweise unsere Chancenauswertung nicht optimal." Der Trainer zeigte sich aber zuversichtlich, dass die fehlerhaften Abläufe vor allem in dem sich anschließenden Trainingslager in Feldkirchen verbessert werden könnten: "Wir wissen jetzt, wo wir ansetzen müssen, das ist das Wichtigste. Es wird bereits stetig besser."

Hoffenheim: Starke (45. Haas) - Beck (C) (45. Johnson), Compper (45. Vorsah), Vestergaard (45. Jaissle), Braafheid (45. Raitala) - Rudy, Babel, Firmino - Mlapa, Thomalla (45. Ibisevic), Obasi (45. Kaiser).

Tore: 1:0 Mlapa (2.), 2:0 Mlapa (50.), 3:0 Babel (58.), 4:0 Ibisevic (62.), 5:0 Ibisevic (76.), 6:0 Ibisevic (77.), 7:0 Ibisevic (83.), 8:0 Firmino (83.), 9:0 Ibisevic (88.)


SV Räika Langenfeld - 1.FC Nürnberg 0:6

Vor dem Rückweg in die Heimat absolvierte der 1. FC Nürnberg im Trainingslager sein erstes Testspiel der Saisonvorbereitung: Gegen den SV Raika Längenfeld spielte das Team von Trainer Dieter Hecking 6:0 - in jeder Halbzeit durfte eine anderere Elf gegen den österreichischen Landesligisten ran.

In der 26. Minute verwandelte Albert Bunjaku einen Eigler-Querpass von rechts per Volleyabnahme auf der linken Seite des Strafraums zur 1:0-Führung. Nur 13 Minuten später erzielte erneut Bunjaku das 2:0. Nachdem der Stürmer bereits beim ersten Tor von Christian Eigler schön in Szene gesetzt worden war, war es dieses Mal Pinola, der mit einer Flanke von rechts die Vorarbeit leistete. Bunjaku köpfte den Ball dann ins kurze Eck, bevor sich beide Mannschaften in die Kabine verabschiedeten.

In der zweiten Halbzeit drehte das Hecking-Team dann so richtig auf. Gleich in der 47. Minute brachte Daniel Didavi den Ball von links in den Strafraum, wo Markus Mendler den Ball voll unter die Latte knallte. Danach legte Alexander Esswein Marvin Plattenhardt den Ball auf. Dieser erzielte nach einer Flanke aus dem Lauf das 4:0.

Nur fünf Minuten später flankte Esswein von links hoch in den Strafraum und Rubin Oktotie verwandelte zum 5:0. In der 73. hieß der Torschütze ebenfalls Okotie, der im Getümmel nach einer Ecke die Übersicht behiellt und den Ball zum 6:0-Enstand im Tor unterbrachte.

Nach dem Spiel äußerte sich Trainer Dieter Hecking zufrieden: "Mir hat besonders die zweite Halbzeit gut gefallen. In der ersten Halbzeit haben wir auch etwas Pech gehabt. Angesichts der Belastungen in der letzten Woche bin ich mit dem, was ich gesehen habe, zufrieden."
Das Spiel in der Statistik:

Nürnberg 1. Halbzeit: Stephan, Nilsson, Maroh, Pinola, Hegeler, Judt, Cohen, Feulner, Bunjaku, Eigler, Mak

Nürnberg 2. Halbzeit: Rakovsky, Wollscheid, Chandler, Plattenhardt, Simons, Didavi, Zeitz, Esswein, Mendler, Okotie, Wießmeier

Tore: 0:1 Bunjaku (26.), 0:2 Bunjaku (39.), 0:3 Mendler (47.), 0:4 Plattenhardt (60.), 0:5 Oktotie (65.), 0:6 Okotie (73.)


SV Amtszell - Hertha BSC 0:13

Für die Herthaner stand das erste Spiel der neuen Saison auf dem Programm. Nach den Trainingseinheiten am Vormittag in Oberstaufen ging es die gut 40 Kilometer nach Amtzell, wo die Berliner zu einem Benefizspiel antraten. Der ortsansässige SV Amtzell hatte sich mit Kickern aus der Region verstärkt, um den Bundesligisten zu empfangen.

hertha machte das Spiel und erarbeitete sich Chancen fast im Minutentakt in Hälfte eins. Den Torreigen eröffnen durfte Pierre-Michel Lasogga, der nach zehn Minuten zum 1:0 einköpfte. Neuzugang Torun und wieder Lasogga gelangen nach 20 Minuten ein Doppelschlag. Besonders sehenswert aber war das 4:0. Ronny kam nach einer kurz ausgeführten Ecke an den Ball und zirkelte das Leder ins lange Eck (35.). Kurz darauf sorgte erneut Torun für den Halzeitstand (38.).

Rukavytsya (50.), Djuricin (57.), Kargbo (70.) und Perdedaj (73.) erhöhten auf 9:0. Danach trumpfte Abu Bakarr Kargbo mit einem lupenreinen Hattrick auf, machte damit das Dutzend voll, ehe noch einmal Djuricin den Endstand von 13:0 für die "Blau-Weißen" herstellte.

Für Markus Babbel war es ein rundum gelungener Tag: "Ich bin sehr zufrieden. Die Jungs hatten eine gute Abwechslung zum knüppelharten Training der letzten tage. Alle haben das trotz der hohen Belastung sehr gut durchgezogen." Bleibt zu konstatieren: Auftakt geglückt. Am Dienstag (05.07.) geht es gegen den TSV Kottern weiter.

Hertha: Kraft (Burchert) - Lell (Morales), Hubnik (Franz), Mijatovic (Janker), Kobiashvili (Neumann) - Ottl (Raffael), Niemeyer (Perdedaj), Ronny (Rukavytsya), Torun (Djuricin) - Kargbo, Lasogga (Friend)

Tore: Lasogga 1:0, 3:0 (10., 23.); Torun 2:0, 5:0 (20., 38.); Ronny 4:0 (35.), Rukavytsya 6:0 (50.); Djuricin 7:0, 13:0 (57., 88.); Kargbo 8:0, 10:0, 11:0, 12:0 (70., 74., 78., 80.); Perdedaj 9:0 (73.)