Köln - Acht, Fünf, Vier, Drei - schon beim Blick auf die Punkteausbeute der Teams in der Champions-League-Gruppe G fällt auf, dass der Kampf um die Achtelfinalplätze spannend werden wird. Der FC Schalke 04 ist derzeit Gruppenzweiter, trotzdem brauchen die Königsblauen gegen den FC Chelsea heute Abend (ab 20.30 Uhr im Liveticker) mindestens einen Punkt, um sich vor dem letzten Gruppen-Spieltag in zwei Wochen in eine vernünftige Ausgangsposition zu bringen - und so in der Königsklasse zu überwintern.

Eine denkbar schwere Aufgabe, denn mit den "Blues" gastiert der souveräne Tabellenführer aus England in der Veltins-Arena. Chelsea ist in dieser Saison in Pflichtspielen noch ungeschlagen, gewann 14 von 18 Partien. Eine echte Mammutaufgabe für die Königsblauen: "Wir müssen unsere beste Leistung zeigen, ein Super-Spiel machen und Chelsea muss einen schlechten Tag erwischen", erklärte S04-Coach Roberto di Matteo dementsprechend, "es muss schon alles passen, wenn man dieses Team schlagen will."

Mindestens ein Punkt muss her

Trotzdem glaubt der Schweizer, dass für sein Team alles möglich ist: "In unserer Gruppe ist noch alles offen. Jedes Team hat noch die Chance, die K.o.-Runde zu erreichen." Denn mit den Königsblauen benötigt Di Matteo mindestens einen Punkt gegen seinen Ex-Klub, will er nicht schon vor dem letzten Gruppenspiel am 10. Dezember bei NK Maribor die besten Karten aus der Hand geben.

Verliert Schalke gegen Chelsea, könnte selbst ein Sieg in Slowenien zu wenig für das Weiterkommen sein. Der Champions-League-Sieger von 2012 könnte sich dann als bereits feststehender Gruppensieger zum Abschluss sogar eine Niederlage gegen Schalkes Rivalen Sporting Lissabon leisten.

Drei Punkte reichen Chelsea zum Gruppensieg

Zwei Dinge dürften den Gelsenkirchenern allerdings ordentlich Mut machen. Zum einen ist man in der heimischen Arena in dieser Saison noch ungeschlagen, konnte unter di Matteo sogar alle vier Heimspiele gewinnen. Zum anderen trotze man den Blues schon am ersten Spieltag an der Londoner Stamford Bridge ein 1:1 ab.

Das hat sicherlich auch Chelsea-Coach Jose Mourinho noch im Kopf, auch wenn er auf der Pressekonferenz vor dem Spiel darüber kein Wort verlor. "Da wir im Dezember viele Spiele vor der Brust haben, wäre es besser, wenn uns die Qualifikation bereits am Dienstag gelingen würde. Und wenn wir ein entscheidendes Spiel gegen Sporting Lissabon umgehen könnten, wäre es umso besser", sagte der Portugiese. Mit einem Sieg heute Abend stünde Chelsea als Gruppensieger fest, könnte sich am letzten Spieltag sogar eine Niederlage erlauben.

"Niemand ist unschlagbar, auch Chelsea nicht"

Er hofft dabei natürlich darauf, dass sein Top-Torjäger Diego Costa auch in der Königsklasse endlich sein volles Potential abruft. Elf Tore in 10 Spielen erzielte der 26-Jährige in der Premier League bisher. In der laufenden Champions-League-Saison konnte er zwar noch nicht treffen, dafür hat das Team aus der englischen Hauptstadt aber mit Eden Hazard, Loic Remy, Didier Drogba oder auch André Schürrle genügend Offensiv-Power in der Hinterhand.

Auf Kapitän und Abwehrchef Benedikt Höwedes und seine Kollegen kommt also mit Sicherheit ein hartes Stück Arbeit zu, wollen sie die Gäste am Torerfolg hindern. Der Weltmeister bleibt trotzdem optimistisch: "Niemand ist unschlagbar, auch Chelsea nicht."

Aogo und Kirchhoff kehren zurück

Hoffnung macht den Königsblauen auch der 3:2-Sieg über den VfL Wolfsburg am Wochenende. "Die Spieler haben mit dem Sieg gegen Wolfsburg Selbstvertrauen getankt", erklärt di Matteo, der wieder auf den von seinem Magen-Darm-Infekt genesenen Jan Kirchhoff und auch auf den in der Liga gesperrten Dennis Aogo zurückgreifen kann. Fehlen werden hingegen weiterhin Sidney Sam, Chinedu Obasi, Jefferson Farfan, Julian Draxler und Sead Kolasinac.

Dennis-Julian Gottschlich