München - Der FC Bayern hat den Titel so gut wie sicher und auch am Tabellenende kristallisiert sich allmählich heraus, wer in der Liga bleibt. Spannung bietet jedoch weiterhin der Kampf um die Europapokalplätze. Während Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen die Champions-League-Plätze 2 und 3 wohl unter sich ausmachen werden, haben acht Mannschaften noch gute Aussichten auf die Ränge 4 bis 6 - und somit auf die Teilnahme am internationalen Wettbewerb.

Seit Einführung der Drei-Punkte-Regelung zum Spieljahr 1995/1996 ist in der Bundesliga noch nie eine Mannschaft mit weniger als 52 Punkten in der Endabrechnung auf Platz 4 gelandet. Für Platz 6 waren bisher immerhin 47 Zähler nötig. bundesliga.de nimmt die Europacupanwärter unter die Lupe, in Teil eins die Plätze 4 bis 7.

FC Schalke 04, Platz 4, 42 Punkte

Die Gelsenkirchener haben im Saisonendspurt wohl die besten Karten im Kampf um den Champions-League-Qualifikationsplatz. Nachdem die "Knappen" die Hinrunde nur auf Platz 7 beendeten, haben sie sich in der Rückserie wieder zu einem Topteam gemausert. Nur der FC Bayern und der BVB sammelten im Jahr 2013 mehr Punkte als die Schalker. Mit bereits 46 erzielten Treffern ist das Team zudem eines der offensivstärksten der Liga. 15 verschiedene Torschützen zeigen auch, dass das Spiel nach vorne nicht nur mit dem Einsatz des derzeit verletzten Stürmers Klaas-Jan Huntelaar steht und fällt. Mit durchschnittlich 52 Prozent gewonnenen Duellen ist S04 außerdem nach dem FC Bayern die zweikampfstärkste Mannschaft der Liga.

Fazit: Aus den letzten fünf Partien holte "Königsblau" starke zwölf Punkte. Kann die Mannschaft diese Erfolgsserie fortsetzen, ist sie auf dem besten Weg, Platz 4 bis zum Ende der Saison zu verteidigen und sich erneut für die "Königsklasse" zu qualifizieren. Marco Höger weiß, wie schwierig das wird: "Auf uns kommen noch sieben kleine Endspiele zu."

Eintracht Frankfurt, Platz 5, 42 Punkte

Die Aufsteiger aus der Mainmetropole sind die Überraschungsmannschaft der Saison. Die Mannen von Trainer Armin Veh haben in der laufenden Spielzeit bereits zwölf Siege eingefahren - so viele wie zuletzt vor 19 Jahren nach 27 Spieltagen - und standen durchgehend auf einem der ersten fünf Tabellenplätze. In den letzten beiden Partien hat die Eintracht ihre Torflaute von zuletzt sechs Spielen ohne Treffer überwunden. Auch Alexander Meier ließ beim 3:2-Sieg am Wochenende bei der SpVgg Greuther Fürth endlich den Knoten platzen und erzielte sein erstes Rückrundentor. Der Erfolg bei den Franken zeigte einmal mehr die großartige Moral der Hessen: Bereits zum dritten Mal in der Saison verwandelten sie einen 0:1-Rückstand noch in einen Sieg.

Fazit: Frankfurt hat noch vier Heim- und drei Auswärtsspiele zu absolvieren. Eine Tatsache, die im Endspurt für die Mannschaft spricht. Dennoch: Ein Europa-League-Platz wäre für den Liganeuling ein großartiger Erfolg, Platz 4 eine Sensation.

FSV Mainz 05, Platz 6, 39 Punkte

Den 1. FSV Mainz 05 hätten wohl nicht viele im Kampf um Europa erwartet und auch Trainer Thomas Tuchel möchte den Europacup nach außen nicht als Ziel ausgeben. Der Coach ergänzt jedoch, dass es bei den Mainzern immer interne und externe Ziele gäbe. Grundstein für die tolle Saison ist die stabile Defensive: Nur 30 Gegentore ließ das Team bisher zu und kassierte damit nach den Bayern die zweitwenigsten. Die starke Verteidigungsarbeit ist unter anderem auf die große Erfahrung der Mainzer zurückzuführen: Mit im Schnitt 28,2 Jahren ist der FSV das älteste Team der Liga. Das Zeitalter der "Bruchweg Boys" ist also vorüber.

Fazit: Der FSV hat in der Rückrunde zwar erst eine Partie verloren (0:3 gegen Bayern München), sechs der letzten sieben Spiele endeten jedoch unentschieden. Können die 05er die Stabilität in der Abwehr beibehalten und enge Spiele für sich entscheiden, ist ein Europa-League-Platz möglich.

SC Freiburg, Platz 7, 39 Punkte

Der SC Freiburg könnte in dieser Saison den Coup landen und sich mit der jüngsten Bundesligamannschaft (im Schnitt 25 Jahre) für einen europäischen Wettbewerb qualifizieren. Ein Garant für den Erfolg ist Trainer Christian Streich: Seit der 47-Jährige im Dezember 2011 die Breisgauer übernahm, verlor das Team von 44 Bundesligaspielen lediglich zwölf. Ein weiterer Grund für die aktuelle Erfolgsserie ist die aggressive Spielweise. Mit durchschnittlich 227 Zweikämpfen pro Partie absolvierte der SC ligaweit die meisten.

Fazit: In der Hinrunde holten die Freiburger gegen die noch verbleibenden sieben Gegner starke 14 Punkte. Klappt das wieder, sollte das Team einen Europa-League-Platz sicher haben. Dass die Freiburger im Saisonendspurt die Nerven behalten können, bewiesen sie im Vorjahr, als sie von den letzten sieben Partien nur eines verloren. Außer Frage steht für Christian Streich jedenfalls, dass der SC Freiburg für Europa eine Bereicherung wäre: "Ich selbst bin zwar nicht besonders sexy, aber der SC ist nicht unsexy."

Wer schafft's am Ende nach Europa? Tippen Sie den Saisonendspurt mit dem Tabellenrechner!


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Sebastian Dirschl