Köln - Die letzten Spieltage laufen und der Kampf um die Europa-League-Plätze ist entfacht. Aktuell kämpfen sechs Clubs um die Qualifikation für Europa, doch die Ergebnisse der vergangenen Spiele dürften keines der Teams zufriedenstellen: Der FC Schalke 04 gewann nur eins der letzten sieben Spiele, der FC Augsburg nur eins der letzten acht, die TSG Hoffenheim, Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund jeweils nur eins der letzten vier, Werder Bremen nur eins der letzten sechs. Bundesliga.de nimmt die Kandidaten unter die Lupe.

FC Schalke 04

Für die Schalker kann der Einsatz von Ralf Fährmann zu einem wichtigen Faktor werden. In Augsburg kam er zu seinem ersten Einsatz im Jahr 2015 und blieb gleich ohne Gegentor. Auch ein mögliches Comeback von Julian Draxler würde das Spiel beleben. Seit dem 31. Oktober 2014 fehlt Draxler, ein Einsatz könnte die Sieglos-Serie beenden. "Wenn wir unsere Heimspiele nicht gewinnen, dann bringt das Rechnen nichts. Wir stehen in der Pflicht, gegen Freiburg zu gewinnen und dann im nächsten Auswärtsspiel in Wolfsburg zu punkten", forderte Fährmann sein Team nach dem 0:0-Unentschieden gegen den FC Augsburg auf.

Einen entscheidenden Akzent für einen Sieg könnten die Stürmer von Schalke 04 setzen, denn diese sind im neuen Jahr weiterhin torlos. Sowohl Klaas-Jan Huntelaar (seit 10 Bundesliga-Spielen ohne Tor) als auch Eric Maxim Choupo-Moting (seit neun Spielen ohne Treffer) konnten 2015 noch keinen Schuss verwandeln. Kein Bundesligist erzielte in der Rückrunde weniger Stürmertore.

FC Augsburg

Nicht viel besser läuft es beim FC Augsburg. Zum dritten Mal in Folge blieb das Team von Markus Weinzierl ohne Tor und stellt damit den Vereinsnegativrekord in der Bundesliga ein. Tobias Werner nach dem 0:0-Unentschieden gegen Schalke 04: "Wir können uns nach diesem Spiel nichts vorwerfen. Wir hatten einige Möglichkeiten, hatten aber ein wenig Pech im Abschluss, sonst hätten wir als Sieger den Platz verlassen. Nach dieser Leistung können wir zuversichtlich in die nächsten Aufgaben gehen."

Diese Aufgaben erscheinen auf den ersten Blick lösbar. Augsburg trifft nacheinander auf den SC Paderborn, VfB Stuttgart und den Hamburger SV. In der Hinrunde gewannen die Schwaben diese Spiele und auch jetzt müssen Siege gegen die drei schlechtplatziertesten Teams der Liga Pflicht sein. Auch das weitere Restprogramm sieht positiv für die Augsburger aus: Mit dem FC Bayern München und Borussia Mönchengladbach warten nur noch zwei "schwere" Gegner, die Heimspiele gegen Hannover 96 und den 1. FC Köln sind da schon leichter zu gewinnen.

TSG 1899 Hoffenheim

Eine besondere Stärke der TSG Hoffenheim sind ihre Konter: Am vergangenen Spieltag gegen Mönchengladbach traf die Elf von Markus Gisdol bereits zum zehnten Mal in der Saison nach einem Konter - nur Wolfsburg gelang dies öfter. Gegen den FC Bayern München, Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen und die offensivfreudige Eintracht Frankfurt könnte diese Stärke zum Tragen kommen.

Doch trotz dessen ist es bisher eine schwache Rückrunde für die TSG. Das 1:4 gegen die Fohlen war bereits Hoffenheims fünfte Niederlage in der Rückrunde, das sind schon genauso viele wie in der kompletten Hinserie. Mit ein Grund dafür ist die Verletzungsserie, die das Team aktuell zu verkraften hat. Markus Gisdol nach der Partie gegen Mönchengladbach: "Wir mussten Schwegler, Polanski und Bicakcic ersetzen - da fehlt natürlich die Abstimmung." Bis zum Saisonende geht es für die Hoffenheimer noch gegen Köln, Hannover, Dortmund und Hertha BSC.

Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurt fehlt in der Rückrunde noch die nötige Konstanz. In den letzten 14 Bundesliga-Spielen der Eintracht gab es nie zwei Siege in Folge allerdings auch nie zwei Niederlagen in Serie. "Es ist ärgerlich, wenn man 2:0 führt und dann noch Punkte liegen lässt", resümiert Alex Meier nach dem 2:2-Unentschieden gegen Hannover 96. Die anstehenden Aufgaben habe es in sich - es geht hintereinander gegen den FC Bayern, Mönchengladbach, Dortmund und Bremen – drei dieser vier Partien finden auswärts statt. Aber die Eintracht kann sich nach wie vor auf sein Offensivduo verlassen: Alex Meier schoss bereits 19 Tore, Haris Seferovic netzte acht mal ein. Zusammen erzielten sie 27 Tore und kommen auch 34 Scorer-Punkte.

Hier gibt es das Restprogramm aller Europa-League-Kandidaten vor dem 28. Spieltag in der Übersicht.

Werder Bremen

Die letzten Wochen standen bei den Bremern unter keinem guten Stern, sie gewannen nur eins der letzten sechs Spiele und blieben zuletzt drei Mal in Serie ohne Sieg. Auch aus der vergangenen Partie gegen den 1. FSV Mainz 05 konnten die Norddeutschen nur einen Punkt mitnehmen. Keeper Raphael Wolf blickt zum nächsten Gegner: "Gegen den VfB Stuttgart müssen wir wieder eine Schippe drauflegen. Das wird ein ganz wichtiges entscheidendes Spiel. Wir hätten gegen Mainz den Klassenerhalt perfekt machen können und es ist ärgerlich, dass wir das nicht geschafft haben."

Neben Stuttgart tritt Werder Bremen auch gegen den Hamburger SV und den SC Paderborn an - vermeintlich leichte Aufgaben. Wenn das Team um Viktor Skripnik in Europa mitspielen will, müssen sie diese Spiele gewinnen.

Borussia Dortmund

In der Rückrunde präsentiert sich Borussia Dortmund besonders auswärtsstark: Im Jahr 2015 hat das Team von Jürgen Klopp noch kein Spiel verloren, in den bisherigen fünf Gastspielen gab es drei Siege und zwei Remis. Dortmunds Kapitän Mats Hummels findet klare Worte beim Blick auf die kommenden Spiele: "Es geht einfach nur darum zu punkten, sich möglichst schnell von unten abzusetzen, damit der Abstieg rechnerisch auch nicht mehr möglich ist." Auch wenn die Borussia alles daran setzt seine Aufholjagd zu starten, so richtig in Fahrt sind sie noch nicht gekommen. Problem ist unter anderem die mangelnde Chancenverwertung. Beim BVB landet nur jeder 14. Torschuss im Gehäuse des Gegners, nur zwei Mannschaften benötigen noch mehr Abschlüsse für einen Treffer.

Wer am Ende auf welchem Tabellenplatz stehen wird und so die Qualifikation für die Europa-League schafft, können Sie schon jetzt in unserem Tabellenrechner ausrechnen.