Köln - Bayern München vor Borussia Dortmund – oder umgekehrt. Ginge es nach den Fußballexperten in Deutschland, würden die besten deutschen Teams der letzten Jahre auch in diesem Jahr die Meisterschaft unter sich ausmachen. Die Qualität der Kader ist zweifelsfrei außergewöhnlich. In der Breite sind die Münchner sicherlich noch etwas besser aufgestellt als der Konkurrent aus dem Ruhrgebiet. Aber welche erste Elf hat mehr Qualität? Wem sollte Guardiola im Mittelfeld das Vertrauen schenken und auf wen kann Jürgen Klopp nicht verzichten? Ein exklusiver Blick in die FIFA-Datenbank kann diese Fragen klären - zumindest virtuell.

Auf der Torhüterposition sind beide Mannschaften extrem gut besetzt. Mit einem FIFA-Rating von 86 hat Manuel Neuer einen kleinen Vorteil gegenüber Roman Weidenfeller, der es auf eine Wertung von 83 bringt. 1:0 für Bayern. Mats Hummels und Dante sind die Abwehrchefs der Bundesliga-Spitzenclubs. Laut FIFA-Datenbank ist der Dortmunder Hummels mit 85 Punkten einen Tick stärker als der Brasilianer Dante (84). Auch das Duell Subotic (82) gegen Boateng (81) fällt virtuell zugunsten des BVB aus. 2:1 für Dortmund.

Bayerns Außenverteidiger punkten



Auf den Außenverteidigerpositionen punkten wiederum Philipp Lahm (87) und David Alaba (81) gegen den Vertreter des längerfristig verletzten Lukasz Piszczek, Kevin Großkreutz (76), und Marcel Schmelzer (78). 3:2 für Bayern. Im Münchner 4-1-4-1-System ist das Gedränge im Mittelfeld besonders groß. Ginge es nach dem FIFA-Rating, sollte Guardiola vor der Abwehr auf Bastian Schweinsteiger (88), auf den Außenpositionen auf Franck Ribery (90) und Arjen Robben (88) und im Zentrum auf Mario Götze (85) und Thomas Müller (85) setzen. Für Neuzugang Thiago (81), Javi Martinez (84) oder Toni Kroos (84) bliebe nur ein Platz auf der Bank.

Sollte Bayerns neuer Starcoach mit einem echten Mittelstürmer antreten, wäre Mario Mandzukic (83) die erste Wahl. Auf Dortmunder Seite stürmt Robert Lewandowski (86) zum dritten Wertungspunkt für den BVB. 3:3. Den defensiveren Part der Doppelsechs kann Jürgen Klopp ohne Qualitätsverlust Sven Bender oder Nuri Sahin anvertrauen. Beide bringen es auf ein sehr gutes FIFA-Rating von 81, ziehen im Vergleich mit Bastian Schweinsteiger aber den Kürzeren.

Götze stärker als sein Nachfolger Mkhitaryan



Im Zentrum sammeln die Münchner einen weiteren Zähler. Ilkay Gündogan kann mit seinen 85 Wertungspunkten mit Müller mithalten, aber Dortmunds Henrikh Mkhitaryan fällt mit 81 Zählern im Vergleich zu Mario Götze leicht ab. 5,5 zu 3,5 für den FCB. Auf der rechten offensiven Außenbahn müsste Jürgen Klopp, würde er nach dem FIFA-Rating aufstellen, Jakub Błaszczykowski (83) den Vorzug vor Neuzugang Pierre-Emerick Aubameyang (80) geben. Links kann er sich auf die Qualitäten von Nationalspieler Marco Reus verlassen (85). Dortmund besitzt eine außergewöhnliche offensive Flügelzange - einziges Problem: Die Münchner sind, zumindest laut FIFA-Rating, noch stärker besetzt. Robben und Ribery können den Mann gegen Mann-Vergleich jeweils für sich entscheiden.

Im direkten Vergleich sammelt die vermeintliche erste Elf der Münchner deshalb 7,5, die des BVB 3,5 Zähler. Würde die Deutsche Meisterschaft in der FIFA-Datenbank entschieden, stände dem 24. Meistertitel der Bayern nichts mehr entgegen. Wäre dies aber der Fall, hätte der Rekordmeister schon einige Titel mehr auf dem Konto. Denn wie analysierte einst Franz Beckenbauer gewohnt treffsicher: "Die Meisterschaft ist nie ein Selbstläufer, da steckt viel Arbeit drin. Sonst müsste Real Madrid ja jedes Jahr Deutscher Meister werden."