München - Vor der Partie VfL Wolfsburg gegen Eintracht Frankfurt (So., ab 17 Uhr im Live-Ticker / Liga-Radio) stehen die Zeichen auf Abstiegskampf: Der Tabellenvorletzte hat den Vierzehnten zu Gast. Ncht nur die Akteure auf dem Rasen stehen im Mittelpunkt. Auch das Duell der Trainerfüchse Felix Magath und Christoph Daum ruft Faszination hervor.

Auf Seiten des VfL hat man mit Felix Magath seinen Meistertrainer wieder. Der Stoiker, der sich nur selten aus der Ruhe bringen lässt und seinen Platz auf der Bank nur verlässt, um mit Daumen und Zeigefinger einen Pfiff auszulösen und seinen Spielern damit taktische Anweisungen zu geben. Ansonsten zieht er sich wieder auf seine Bank zurück und vergräbt seine Hände in die Taschen seiner Jacke.

Bei Eintracht Frankfurt steht Christoph Daum an der Seitenlinie. Der Temperamentvolle, der 90 Minuten lang in seiner Coaching-Zone wie ein Rumpelstilzchen auf und ab stolzieren wird. Wild gestikulierend, mit hochrotem Kopf und einem Blutdruck jenseits gesunder Sphären.

bundesliga.de hat die Erfolgsbilanzen der beiden Fußball-Lehrer miteinander verglichen:

Felix Magath (VfL Wolfsburg)

Felix Magath saß schon bei 446 Bundesligaspielen auf der Trainerbank und belegt damit Platz 8 in der Tabelle der Bundesliga-Rekordtrainer. Für ihn ist die Rückkehr in die Autostadt die neunte Trainerstation in seiner Karriere.

Magath konnte bislang nur eins der sechs Duelle gegen Christoph Daum gewinnen. Am 1. Spieltag der Meistersaison 2008/09 siegte er mit dem VfL zuhause mit 2:1 gegen den 1. FC Köln. Magaths Gesamtbilanz gegen Daum verheißt zwar nichts Gutes, doch sein Abschneiden gegen Eintracht Frankfurt gibt dem VfL Hoffnung: 13 der 18 Partien konnte er mit seinen Vereinen gegen die Hessen für sich entscheiden. Nur zwei Mal verließ er mit seinem Team als Verlierer den Platz.

Mit Bayern München holte Magath 2005 und 2006 das "Double", zudem feierte der Übungsleiter 2009 mit Wolfsburg den Meistertitel. Mit Udo Lattek (acht), Ottmar Hitzfeld (sieben) und Hennes Weisweiler (vier) weisen nur drei Bundesliga-Trainer mehr Meisterschaften auf als Magath. 2003 mit dem VfB Stuttgart und 2010 mit Schalke 04 musste sich Magath mit der Vizemeisterschaft begnügen.

Wäre Magath nicht zwei Mal frühzeitig (1999 in Bremen und 2011 auf Schalke) von seinen Aufgaben entbunden worden, könnte er möglicherweise weitere zwei Pokalsiege auf seinem Konto verbuchen, denn beide Vereine hatte er vor seiner Entlassung ins Finale gebracht. 1999 siegte Werder im Elfmeterschießen gegen den FC Bayern, auch in der laufenden Saison haben die "Knappen" gegen den Zweitligisten MSV Duisburg gute Chancen auf den Pokalsieg.

Christoph Daum (Eintracht Frankfurt)

Christoph Daum bringt ähnlich viel Erfahrung mit wie sein Gegenüber. Bei 419 Bundesliga-Partien stand Daum an der Seitenlinie und belegt damit in der Rangliste der Rekord-Bundesliga-Trainer Platz 9 hinter Felix Magath. Der 57-Jährige bringt es auf fünf Stationen in der Bundesliga. Er trainierte bereits zwei Mal den 1. FC Köln, außerdem den VfB Stuttgart und Bayer 04 Leverkusen.

Mit Bayer entschied Daum alle vier Vergleiche gegen Felix Magath für sich. Zwei Mal gewann er mit der "Werkself" gegen den Hamburger SV, jeweils ein Mal gegen Werder Bremen und Eintracht Frankfurt. Daum feierte 1992 mit dem VfB Stuttgart seinen bisher einzigen Meistertitel in Deutschland.

2000 verspielte er mit Bayer Leverkusen am letzten Spieltag mit einer 0:2-Niederlage bei der SpVgg Unterhaching die sicher geglaubte Meisterschaft. Insgesamt fünf Vizemeisterschaften stehen in Daums Vita. Zwei Mal verpasste er mit dem 1. FC Köln knapp den Titel, sogar drei Mal mit Leverkusen. Mit dem 1. FC Köln realisierte er 2008 den Aufstieg in die Bundesliga und schaffte im Folgejahr mit den "Geißböcken" auch den Klassenerhalt.

Daum glänzte vor allem auf internationalem Terrain. In der Türkei wurde er drei Mal mit Istanbuler Clubs Meister: 1995 mit Besiktas, 2004 und 2005 mit Fenerbahce. Mit "Fener" holte er am Bosporus 2006 und 2010 außerdem die Vizemeisterschaft, bereits die siebte in seiner Laufbahn. Auch in Österreich setzten sich seine Erfolge fort. In der Alpenrepublik führte er Austria Wien 2003 zur Meisterschaft in der österreichischen Bundesliga.



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