Verband: Fédération Camerounaise de Football

Gegründet: 1959

FIFA-Mitglied seit: 1962

Bisherige WM-Teilnahmen: 6

WM-Erfolge: Viertelfinale (1990)

Geschichte des Fußballs in Kamerun:

Angeblich soll ein Fotograf den Fußball im Jahr 1923 nach Kamerun gebracht haben. Erst 1950 wurde die Nationalmannschaft ins Leben gerufen, die in ihrem ersten Spiel dem OSC Nizza unterlag (2:3). Da Kamerun erst 1960 seine Unabhängigkeit von Frankreich erhielt, konnte das Land auch erst dann sein "eigenes Ding" in Sachen Fußball machen. 1962 wurde man in die FIFA aufgenommen. Bei den Afrikameisterschaften konnte Kamerun bereits vier Mal den Titel gewinnen, zuletzt 2002. Trainer der Mannschaft war der Deutsche Winfried Schäfer. Auf nationaler Ebene gibt es die MTN Elite One Liga seit 1961. Aktuell spielen 14 Teams in der 1. Liga Kameruns. Coton Sport FC gewann zwölf Meisterschaften, dicht gefolgt von Canon Sportif de Yaoundé (zehn).

WM-Geschichte:

1990 stürmte Kamerun ins Viertelfinale

Kameruns Weg zur Weltmeisterschaft war lang und beschwerlich. Erst 20 Jahre nach der Aufnahme durch die FIFA gelang 1982 die erste WM-Teilnahme. Und sofort ließen die "Unzähmbaren Löwen" aufhorchen. Sie verloren kein Spiel in der Vorrunde (drei Remis), schieden aber dennoch aus. 1990 marschierte Kamerun als erstes Land vom schwarzen Kontinent bis in ein WM-Viertelfinale. Volksheld Roger Milla schoss und tanzte sich in die Herzen aller Fußballfans. Seither haben aber andere Teams aus Afrika Kamerun den Rang abgelaufen. Bei den letzten vier WM-Teilnahmen war in der Vorrunde Schluss. 2002 wurde das Team dabei von Winfried Schäfer trainiert.

Stars und Trainer:

Der ganz große Name im Team ist weiterhin Samuel Eto’o. Seine größten Zeiten erlebte der Stürmer beim FC Barcelona, für den er in 145 Liga-Spielen 109 Tore erzielt hat. Aktuell stürmt er für den FC Chelsea. Die neuen Talente im Team heißen aber Alex Song (defensives Mittelfeld; FC Barcelona) oder auch Nicolas N'Koulou (Verteidiger; Olympique Marseille). Trainiert werden die "Unzähmbaren Löwen" wie schon bei der WM 2002 von einem Deutschen: Volker Finke. Er coachte 16 Jahre lang den SC Freiburg, den er in die Bundesliga führte, dort etablierte und bis ins internationale Geschäft brachte. Nach einem kurzen Abstecher als Trainer der Urawa Red Diamonds in Japan und der Zeit als Sportdirektor beim 1. FC Köln (Februar 2011 - März 2012) übernahm Finke vor einem Jahr das Amt des Nationaltrainers Kameruns. Sein erstes WM-Quali-Spiel verlief kurios: Kamerun verlor 0:2 in Togo. Das Spiel wurde später aber mit 3:0 für Kamerun gewertet, da Togo einen nicht spielberechtigten Akteur eingesetzt hatte. Durch den Sieg kam das Team wieder in die Erfolgsspur.

Kamerun und die Bundesliga:

Joel Matip verteidigt für Schalke 04

Nur wenige afrikanische Länder "exportierten" so viele Talente in die Bundesliga wie Kamerun. Viele von ihnen entwickelten sich rasch zu Nationalspielern und zogen irgendwann weiter zu den Spitzenvereinen Europas. Namen wie Raymond Kalla, Joel Epalle (beide VfL Bochum), Rigobert Song (1. FC Köln), Timothee Atouba (Hamburger SV) oder auch Pierre Womé (Werder Bremen, 1. FC Köln) fallen einem ein. Mohamadou Idrissou spielte für sechs Teams in der Bundesliga und 2. Bundesliga. Aktuell sind mit Joel Matip (Schalke 04), Marcel Ndjeng (Hertha BSC), Maxim Choupo-Moting (1. FSV Mainz 05) und Jacques Zoua (Hamburger SV) vier Kameruner in der Bundesliga zuhause.