Der FC Bayern München sendet nach dem überzeugenden Sieg über Werder Bremen im Premiere-Ligapokal deutliche Signale an die Konkurrenz.

Der Rekordsieger hat bei der Bundesliga-Ouvertüre gleich ganz groß aufgespielt.

Zauberfußball

Das runderneuerte Starensemble von Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld bot in Düsseldorf gegen Titelverteidiger Werder Bremen phasenweise Zauberfußball und siegte beim brisanten ersten Duell von Miroslav Klose mit dessen Ex-Club völlig verdient 4:1 (3:1).

"Wir haben in der ersten Halbzeit zwischen der 15. und 45. Minuten ein tolles Spiel gemacht, da hat man gesehen, welches Potenzial und welche Spielfreude unsere Mannschaft hat", freute sich Karl-Heinz Rummenigge über den Auftritt des FCB. Doch der Vorstandsvorsitzende mahnte: "Wir wollen das jetzt auch nicht überbewerten. Es ist noch viel Arbeit notwendig, um die Ziele zu erreichen, die wir uns alle gesetzt haben."

Bremen mit dem besseren Start

Nach einem frühen Gegentor durch Tim Borowski (9.) trumpfte Rekordmeister Bayern auf und ließ den ersatzgeschwächten Bremern keine Chance.

"Wir waren zu passiv", analysierte Thomas Schaaf nach Spielende. "Die ersten zwanzig Minuten waren in Ordnung, aber dann haben wir den Gegentreffer hergeschenkt. Anschließend kamen wir immer einen Schritt zu spät, haben die Bayern ins Spiel kommen lassen. Am Ende war es für die Münchener ein besseres Trainingspiel."

Schnelle Wende

Bastian Schweinsteiger (24.) und Hamit Altintop (27.) sorgten innerhalb von 180 Sekunden für die Wende. Beide Spieler zeigten einen großen Offensivdrang und gaben bei den Bayern die meisten Schüsse auf das Bremer Tor ab (4).

Schweinsteiger legte seinen Mitspielern zudem am häufigsten die Kugel maßgeschneidert zum Abschluss auf den Schlappen (3).

Ribery ist nicht zu bremsen

Der überragende 25-Millionen-Einkauf Franck Ribery (35./54., Handelfmeter) steuerte die weiteren Treffer bei, bewies enormes Laufpensum und hatte in den Reihen des FCB auch die meisten Ballkontakte (79).

Ottmar Hitzfeld hatte allen Grund, begeistert zu sein: "Alle Neuzugänge haben heute gezeigt, dass sie zu Bayern passen, Qualität haben, spielstark sind und auf verschiedenen Positionen eingesetzt werden können."

Hoher Einsatz

Vor 51.300 Zuschauern in der ausverkauften Arena gingen Werder und Bayern vier Wochen vor ihrem Bundesliga-Duell bissig und mit hohem Einsatz zur Sache. 18 Mal stoppte Werden den Gegner unfair, 15 Mal sahen sich die Bayern zum Foulspiel gezwungen.

Klose bereitete den Bayern-Ausgleich vor und holte auch noch den Elfmeter zum 4:1 heraus. Vor dem 1:1 zwang Klose Werder-Schlussmann Tim Wiese per Kopfball zu einer missglückten Parade, Schweinsteiger nickte ein.

Flüssiges Kombinationsspiel

Beflügelt vom Ausgleich zauberte der FCB im Anschluss und zelebrierte flüssiges Kombinationsspiel. Die "Roten" kamen insgesamt auf 53 Prozent Ballbesitz und brachten dabei 87 Prozent ihrer Pässe an den Mann.

Sowohl das 2:1 als auch das 3:1 spielten die Bayern über viele Stationen glänzend heraus, Werder konnte phasenweise nur resigniert zuschauen. Die Bayern unterstrichen dabei ihre neue taktische Ausrichtung mit schwerpunktmäßigem Flügelspiel und präzisen Flanken. Während Bremen 14 Mal den Ball von der Seite ins Zentrum brachte, kamen die Bayern mit 31 auf mehr als doppelt so viele Flanken.

Von der Welle überrolt

Zudem wurde nicht lange gefackelt, sobald sich eine Chance zum Abschluss bot. 16 Mal feuerten die Münchner auf das Tor von Tim Wiese. Der Kasten von Oliver Kahn wurde von den Hanseaten nur vier Mal in Gefahr gebracht.

"Das Ergebnis war etwas zu deutlich", erklärte Bremens Manager Klaus Allofs. "Aber wir wollen das nicht nur auf unsere verletzten Spieler oder auf das Fehlen von Diego und Naldo schieben. Es war beeindruckend, wie die Bayern nach dem Rückstand ins Rollen gekommen sind. Sie haben eine gute Mannschaft zusammen, wir müssen dagegen noch zulegen. Wir sind gestern aus dem Trainingslager wiedergekommen und haben heute ein Wellental erwischt."


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Werder Bremen:ISDN oder DSL

FC Bayern München:ISDN oder DSL