München - "Kaiser" Franz Beckenbauer hat die Verpflichtung von Matthias Sammer als neuen Sport-Vorstand bei Bayern München in höchsten Tönen gelobt. "Matthias Sammer ist ideal für den FC Bayern. Das war das Beste, was uns passieren konnte", sagte der Ehrenpräsident des deutschen Rekordmeisters der Münchner "AZ".

Sammer werde den FC Bayern "insofern verändern, dass er der Mannschaft wieder mehr Leben einhaucht. Sammer ist eine Leitfigur, wie man sie besser nicht finden kann. Er hat seine Mannschaften immer angetrieben. So einen haben wir nicht. Unsere Führungsspieler führen anders: leiser, zurückhaltender. Das ist eine Mentalitätssache. Die hauen nicht mit der Faust auf den Tisch. Aber in der Richtung wird er einiges ändern", meinte Beckenbauer.

"Jupp Heynckes kann froh sein!"



Sammer sei auch der Einzige, der die acht deutschen Nationalspieler in Reihen des FC Bayern, die in den vergangenen Wochen einige herbe Enttäuschungen verkraften mussten, wieder aufrichten könne, ergänzte Beckenbauer: "Weil ihm geglaubt wird. Sammer wird den FC Bayern wiederbeleben." Der ehemalige DFB-Sportdirektor sei "ein harter, akribischer Arbeiter - das wird er auch von seinen Spielern verlangen! Jupp Heynckes kann froh sein, so einen starken Mann an seiner Seite zu haben".

Er selbst habe den 44-Jährigen in seiner Amtszeit als Präsident schon einmal an die Säbener Straße holen wollen, verriet der "Kaiser": "Aber dann kam Jürgen Klinsmann dazwischen, dann Louis van Gaal. Jetzt hat's Gott sei Dank funktioniert."

Kritisch äußerte sich Beckenbauer derweil über Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm und Co.. Sie seien nach der Niederlage im Finale der Champions League, die er einmal mehr als "höchstüberflüssig" bezeichnete, am Boden gewesen. Bei der EM habe dann "nicht einer Normalform gebracht, nur Manuel Neuer vielleicht. Alle anderen: unter Niveau. Wie kann man da Europameister werden? Geht gar nicht."