Dortmund - Antreiber, Spielgestalter, Torschütze - Shinji Kagawa nimmt beim Dortmunder Hochgeschwindigkeitsfußball derzeit eine Sonderrolle ein.

Mit seiner Spielkunst verzückt der Japaner Fans, die ihn jüngst auch zum "Spieler des 19. Spieltags" wählten, und Mitspieler gleichermaßen, die Gegner lässt er staunend und ratlos zurück. Wirbelwind Kagawa befindet sich in Topform und weckt damit Begehrlichkeiten bei europäischen Spitzenclubs, doch seine Zukunft sieht er beim Deutschen Meister. Es gehe nur darum, in Dortmund noch erfolgreicher zu werden, sagte der 22-Jährige: "Gerüchte gibt es immer wieder. Ich persönlich habe keine Informationen darüber. Deshalb lässt mich das kalt."

Blindes Verständnis mit den Mitspielern

"Es macht immer wieder Spaß, mit einem so guten Fußballer zusammenzuspielen", sagte Kevin Großkreutz. Das Duo Großkreutz/Kagawa zelebrierte zuletzt beim Sieg gegen 1899 Hoffenheim (3:1) hohe Fußballkunst. Kagawa bediente Großkreutz, der legte per Hackentrick ab, und der Japaner erzielte seinen sechsten Saisontreffer.

Nach solchen Szenen ist die Leidenszeit Kagawas endgültig vergessen. Nachdem er im Sommer 2010 von Cerezo Osaka zu den Westfalen gewechselt war, glänzte er zunächst mit starken Auftritten am Fließband.

Kagawa erzielte in 17 Spielen acht Tore und hatte großen Anteil am Dortmunder Höhenflug. Doch der Rückschlag für den trickreichen, technisch und taktisch versierten Mittelfeldspieler folgte prompt: Beim Asien-Cup erlitt er in der Winterpause einen Mittelfußbruch. Kagawa verfolgte den Dortmunder Triumphzug zur Meisterschaft über Wochen von der Tribüne.

Viel Lob von Klopp

Jetzt hat er seine Topform aber wiedergefunden und wirkte zuletzt fast noch stärker als vor seiner Verletzung. Die Zahlen vor dem Gastspiel am Freitagabend beim 1. FC Nürnberg (ab 20 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) sprachen für ihn: Sechs Tore, sechs Vorlagen - für einen Mittelfeldspieler eine klasse Bilanz. "Er will fast jeden Ball, ist schnell, hat Übersicht, den nötigen Zug zum Tor und unglaubliche Bewegungen", sagte Trainer Klopp anerkennend.

Bei so viel Lob dürfte es Kagawa auch nicht stören, dass der BVB für die kommende Saison Marco Reus vom Ligakonkurrenten Borussia Mönchengladbach verpflichtet hat, einen Nationalspieler für die Offensive.

Das Gedränge im Mittelfeld wird bei den "Schwarz-Gelben" durch den spektakulären Transfer noch größer, doch ein Kagawa in seiner derzeitigen Form muss um seinen Stammplatz nicht bangen.