München - Es geht ums Prestige, Versöhnung mit den Fans und einen gelungenen Abschluss in vier Partien des 34. Spieltags - auch wenn rechnerisch weder nach oben noch nach unten viel passieren kann (ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Hannover 96 - 1. FC Nürnberg

Hannover hat den Europa-League-Qualifikationsplatz schon sicher erreicht. Gegen den "Club" aus Nürnberg gilt es für 96, den 4. Tabellenplatz zu sichern, um bei einem Sieg von Mainz gegen St. Pauli nicht doch noch auf den 5. Rang abzurutschen. Denn dann müssten die Niedersachsen bereits eine Runde früher in der Europa League antreten.

"Rang 5 würde unsere Saisonvorbereitung erheblich beeinflussen, außerdem wollen wir nicht mit drei Niederlagen in die Sommerpause gehen", sagt Hannovers Coach Mirko Slomka. Der Trainer muss auf Angreifer Mohammed Abdellaoue verzichten. Der norwegische Stürmer erlitt einen Hexenschuss.

Trainer Dieter Hecking strebt mit seinen Nürnbergern einen Jubiläumssieg an. Gewinnt Nürnberg, ist es der 100. Auswärtssieg in der "Club"-Geschichte. Außerdem könnte der FCN die Saison mit 50 Punkten abschließen. Das wäre der Bestwert seit der Einführung der Dreipunkteregel. "Wir wollen auf Sieg spielen, den Gegner vor Probleme stellen", stellt Hecking klar. Ilkay Gündogan wird nicht spielen, weil er nicht hundertprozentig fit ist. Julian Wießmeier steht für ihn auf dem Platz und gibt sein Debüt in der Bundesliga.




1. FSV Mainz 05 - FC St. Pauli

Die Mainzer haben die Europa-League-Teilnahme schon in der Tasche. Bei einem Patzer von Hannover wäre sogar noch der 4. Rang möglich. Zudem ist es für den 1. FSV ist das letzte Heimspiel im Bruchwegstadion. "Wir haben extrem viele Erfolge hier gefeiert", resümierte Trainer Thomas Tuchel.

Ein Sieg wäre nach Tuchels Meinung ein würdiger Abschied für das Bruchwegstadion: "Es wird auch Wehmut aufkommen. Das Stadion und das Drumherum haben den Verein immer gut wiedergespiegelt. Wir haben uns gern hier als gallisches Dorf präsentiert", sagt der Coach, dessen Team ab der kommenden Saison in der Coface Arena aufläuft. Verzichten muss Tuchel auf Heinz Müller (Bauchmuskelprobleme), Eugen Polanski (Gelbsperre), Toni Tapalovic (im Aufbautraining) und Adam Szalai (Kreuzbandriss).

Für den FC St. Pauli, der als Absteiger bereits feststeht, geht es um einen versöhnlichen Abschied aus Deutschlands Eliteliga. "Es geht um die Ehre", sagt Trainer Holger Stanislawski. Mit Blick auf die 1:8-Klatsche gegen Bayern München am vergangenen Spieltag fügt er noch hinzu: "Wir wollen nicht noch so ein Debakel erleben und uns würdig aus der Bundesliga verabschieden." Beim Kampf um die Ehre muss er mehrere Spieler entbehren. Neben den Langzeitverletzten Moritz Volz, Bastian Oczipka und Carlos Zambrano fehlen auch Carsten Rothenbach (Patellasehnenprobleme) und Fabian Boll (Bänderriss). Rouwen Hennings kämpft zudem immer noch mit Schambeinproblemen.




1. FC Köln - FC Schalke 04

Schalke möchte gegen den FC die Spannung hochhalten, um am Samstag in einer Woche ein erfolgreiches Pokalfinale zu bestreiten. Es sei ungemein wichtig gegen Köln zu gewinnen, "so dass wir mit neuem Selbstvertrauen nach Berlin fahren können", meint Verteidiger Benedikt Höwedes. Ob Jefferson Farfan bei diesem Vorhaben mitwirken kann, steht noch nicht fest. Der Peruaner musste sich zuletzt zwei Zahn-Operationen unterziehen und konnte daher nicht trainieren. "Ob er spielen kann, entscheidet sich kurzfristig", sagt Trainer Ralf Rangnick, dem außerdem die Langzeitverletzten Christoph Moritz, Tim Hoogland und Christian Pander fehlen.

Nach dem Sieg gegen Bayer Leverkusen und dem 2:0-Auswärtssieg gegen Frankfurt wollen die Kölner sich nun mit dem dritten Sieg in Folge belohnen. "In dieser Situation waren wir aufgrund der Auswärtsschwäche die ganze Saison nicht, deswegen wollen wir diesen dritten Sieg in Folge unbedingt", sagt Trainer Volker Finke. Gewinnt der FC, beendet er die Saison mit 44 Punkten - die höchste Punktzahl seit der Saison 2000/01.

Christian Clemens (Ödem im Mittelfuß), Martin Lanig (Zehenbruch) und Sebastian Freis (Bauchmuskelprobleme) sind verletzt und können von Trainer Finke nicht für das Spiel gegen Schalke berücksichtigt werden.




1. FC Kaiserslautern - Werder Bremen

Kaiserslautern und Bremen sind schon gerettet, müssen den Abstieg nicht mehr fürchten. Für Lauterns Angreifer Srdjan Lakic ist es das letzte Spiel im FCK-Trikot: "Für uns geht es um sehr viel. Wir wollen uns mit einem Sieg von unseren Fans verabschieden und für mich spielt es zudem eine große Rolle, wie ich die Saison beende", sagt Lakic. "Ich will gewinnen und denke, dass wir bereit sind, den Fans ein geiles Spiel zum Abschluss zu schenken."

Den Lauterern fehlen wenige Spieler. Florian Dick und Ivo Ilicevic haben noch Trainingsrückstand, Jan Moravek leidet unter Knieproblemen und Adam Hlousek muss angeschlagen passen. Anders die Situation bei den Bremern: Werder-Coach Thomas Schaaf bereitet die angespannte Personalsituation Sorgen. "Wir wissen noch nicht, wie unser Personal am Wochenende aussieht. Wir müssen mal gucken, ob wir noch elf Leute zusammenkriegen", sagt er mit einem Schmunzeln.

Neben den langzeitverletzten Sebastian Prödl und Tim Borowski fehlen ihm Per Mertesacker (Probleme mit der Ferse), Sandro Wagner (Sprunggelenk), Mikael Silvestre (Adduktoren) und Angreifer Claudio Pizarro, der sich einen Muskelfaserriss zuzog. Aaron Hunt schaffte den hingegen Sprung in den Kader. Er hatte sein Comeback am Donnerstag gut weggesteckt. "Ich habe keine Probleme und freue mich, noch einmal mitfahren zu können." Mit dabei wird auch Marko Arnautovic sein, der in der Vorwoche nicht berücksichtigt wurde, zuletzt aber immer mittrainiert hatte.




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