Er ist einer von inzwischen weit über 300 offiziellen Fanclubs von Bayer 04 Leverkusen. Der Fanclub Bayer 04-Junxx ist aber kein ganz gewöhnlicher, denn die Junxx sind der erste schwul-lesbische Fanclub der Werkself.

Wobei die Junxx gar nicht viel Aufhebens um schwul oder lesbisch machen. "Wir sind in erster Linie Fans von Bayer 04. Bei uns können alle Mitglieder werden, egal ob homo- oder heterosexuell - das spielt überhaupt keine Rolle", sagt Jens Langenberg.

Offene Türen eingerannt

Der 28-Jährige ist der Vorsitzende des Fanclubs, der sich offiziell Anfang dieses Jahres gegründet hat. Nach reiflicher Überlegung und vielen Gesprächen. "Wir waren uns nicht sicher, ob die Zeit für einen schwul-lesbischen Fanclub in einer kleinen und eher konservativen Stadt wie Leverkusen schon reif war", erzählt Langenberg.

Doch bei Bayer 04 rannten die Junxx offene Türen ein. Der Fanbeauftragte Andreas "Paffi" Paffrath nahm Langenberg in einem ausführlichen Gespräch die Unsicherheit; "überreif" sei die Zeit für die Fanclub-Gründung.

Letzter Anstoß durch Kölner Fanclub

Den alles entscheidenden letzten Anstoß gab ausgerechnet der 1. FC Kön. Genauer gesagt der schwul-lesbische Fanclub "Andersrum Rut-Wiess", der im November 2007 gegründet wurde. "Wir haben uns gesagt: Was die Kölner können, das können wir schon lange", sagt Langenberg.

Natürlich treten die Junxx entschlossen gegen Homophobie ein, nehmen aber die im Fußball üblichen Sprüche und Gesänge mit Humor.

Mit zehn Mitgliedern haben die Junxx begonnen, heute sind es schon 16 - darunter drei Heteros. Die Junxx sind auch im Dachverband Queer Football Fanclubs (QFF) organisiert, zu dem zwölf gleichgesinnte deutsche Fanclubs gehören, sowie zwei aus der Schweiz und einer aus Barcelona.

Teilnahme am Christopher Street Day

Ein Höhepunkt für die Junxx und die anderen Teilnehmer aus dem QFF war im Sommer die Teilnahme am Christopher Street Day (CSD) in Köln, der größten schwul-lesbischen Parade in Europa: vor über einer Million Zuschauer.

"Ein Riesen-Erlebnis", erinnert sich Langenberg an die CSD-Parade, von der sogar Bayer 04-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser und Sportchef Rudi Völler einen Erlebnisbericht hören wollten.

Heiß auf das Derby

Traten die Junxx beim CSD noch gemeinsam mit den befreundeten Fanclubs aus Köln, Dortmund und München auf, so ruht am Spieltag für 90 Minuten jede Freundschaft - wie bei allen anderen Fanclubs eben auch.

Erst recht vor dem Derby gegen den 1. FC Köln, bestätigt Langenberg: "Seit dem Aufstieg der Kölner freuen wir uns auf dieses Spiel. Auch wenn wir uns sonst mit Rut-Wiess gut verstehen, am Freitagabend zählt für uns nur der Derbysieg. Ganz klar, das ist für uns kein Spiel wie jedes andere."