Bayern-Trainer Jupp Heynckes geht davon, dass Lionel Messi am Dienstag in München auflaufen wird
Bayern-Trainer Jupp Heynckes geht davon, dass Lionel Messi am Dienstag in München auflaufen wird

Jupp Heynckes: "Barca ist mehr als Messi"

München - Bei den ersten Fragen ließ sich Jupp Heynckes noch Zeit. Doch wenig später hatte er sich eingegroovt. In flüssigem Spanisch beantwortete der Bayern-Trainer die Fragen der spanischen Journalisten. Das ließ sich der 67-Jährige nicht nehmen auf der Pressekonferenz vor dem Champions-League-Halbfinale gegen den FC Barcelona (ab 20:15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Heynckes: "Barca hat den europäischen Fußball beherrscht"

Viele Duelle wie das der europäischen Giganten am Dienstagabend wird Heynckes wohl nicht mehr an der Seitenlinie erleben. Und so nutzte er die große Bühne noch einmal, um über das zu sprechen, was ihm wichtig ist beim Fußball: Teamwork! Und was er nicht so gut findet: Starkult zum Beispiel. "Barca ist mehr als Messi, Barca ist ein großartiges Kollektiv", sagte Heynckes angesprochen auf den Ausnahmekönner der Katalanen.



Heynckes geht davon aus, dass der Argentinier spielen wird, obwohl Messi am Wochenende beim Sieg gegen Levante aufgrund von Muskelproblemen nicht zum Einsatz kam. "Wir werden Lösungen finden", kündigte Heynckes an, der in Spanien nach Stationen in Bilbao, Teneriffa und Madrid noch immer einen exzellenten Ruf genießt.

Auch wer beim Gegner neben Gerard Pique in der Abwehrkette verteidige, beeinflusse seine Planung nicht. Einzelne Namen, das machte Heynckes deutlich, scheren ihn nicht. Wie beim FC Bayern sieht er den Teamgeist als große Stärke des Gegners.

"Der FC Barcelona hat den europäischen Fußball nicht nur geprägt sondern auch beherrscht", erklärte Heynckes. Grund dafür seien nicht Einzelspieler sondern Philosophie und ein klares Konzept. "Sie haben viele Spieler, die in La Masia ausgebildet wurden", erklärte Heynckes: "Dadurch haben sie nicht nur Topspieler, sondern auch den zwischenmenschlichen Bereich gut gestaltet."

Gomez oder Pizarro? "Ich spreche mit beiden"



Wie er das katalanischen Kollektiv in der Defensive ärgern will, verriet Heynckes nicht. Neben Mario Gomez bot sich zuletzt auch Claudio Pizarro für die vakante Stelle im Sturm an. Top-Torjäger Mario Mandzukic fehlt gelbgesperrt. "Ich werde mit beiden sprechen und dann entscheiden", sagte Heynckes, dem bis auf die Langzeitverletzten Holger Badstuber und Toni Kroos alle Akteure zur Verfügung stehen. Eine gut besetzte Bank wird der FC Bayern gegen die Spanier auch brauchen - mit einer engen Partie rechnen alle Beteiligten.

"Die Teams begegnen sich auf Augenhöhe", findet Kapitän Philipp Lahm, der "zwei Fußballfeste" prophezeite. "Wir haben die richtigen Charaktere in der Mannschaft, um gegen diese Mannschaft zu bestehen, um ihr wehzutun", kündigte er im Brustton der Überzeugung an. "Es treffen sich zwei Topmannschaften, die ähnlich fußballspielen."

Selbst in der Personalie Messi hatte Lahm einen Patt ausgemacht. Zwar räumte er ein, dass Barca mit dem Tempodribbler stärker sei als ohne ihn. Doch auf die Frage, ob die Spanier Messi am Wochenende nur geschont hätten, um die Bayern in Ungewissheit zu wiegen, antwortete er lapidar: "Wir bluffen doch auch: Bastian Schweinsteiger war am Samstag auch nicht im Kader."

Aus München berichtet Andreas Messmer

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