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Trainer-Duell im Klassiker: Julian Nagelsmann gegen Marco Rose - © DFL Deutsche Fußball Liga
Trainer-Duell im Klassiker: Julian Nagelsmann gegen Marco Rose - © DFL Deutsche Fußball Liga
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Die Trainer im Klassiker: Julian Nagelsmann gegen Marco Rose

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Im Klassiker zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund am 31. Spieltag treffen die Trainer Julian Nagelsmann und Marco Rose aufeinander. Zwei Coaches, die in der Bundesliga jeweils schnell Erfolg hatten, und die sich in einigen Punkten sogar ähneln.

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Nagelsmann und Rose mögen Flexibilität. Unter Hansi Flick herrschte bei den Bayern in der Aufstellung weitestgehend Kontinuität, der jetzige Bundestrainer blieb fast durchgehend bei einem 4-3-3- bzw. 4-2-3-1-System. Diese Formationen sind natürlich auch unter Nagelsmann mögliche Varianten, der neue Coach lässt taktisch aber flexibler agieren.

Im Spiel setzt Nagelsmann auf altbewährte Bayern-Tugenden: Viel Ballbesitz (im Schnitt 61 %), hohe Passsicherheit (87 %), hohes Pressing und schnelles Umschaltspiel: Kein Team gab so viele Torschüsse nach Kontern ab als die Bayern.

Der BVB spielt in seiner grundsätzlichen Ausrichtung ähnlich wie die Bayern, hat viel Ballbesitz (57 % bedeuten ligaweit Rang zwei hinter den Bayern), presst hoch, ist allerdings etwas vorsichtiger im Umschaltspiel: Es gab 34 Torschüsse nach Kontern.

Rose zeigt sich wie schon in Mönchengladbach in der Aufstellung flexibel, er ließ schon mit Vierer- und Dreierkette spielen, variierte auch im Mittelfeld und im Angriff. Oftmals musste er wegen vieler Verletzungen improvisieren.

Doch selbstverständlich gibt es auch Unterschiede zwischen den beiden - das bringen allein die Gegebenheiten bei den Clubs mit sich. Marco Rose gewann mit dem BVB 67 Prozent aller Bundesliga-Spiele und holte im Schnitt 2,1 Punkte pro Spiel – das ist die höchste Siegquote und der höchste Punkteschnitt (gemeinsam mit Thomas Tuchel und Lucien Favre) aller BVB-Cheftrainer.

Ist dein Fantasy Team bereit für den Klassiker?

Nach Spielen, Siegen und Punkten ist Nagelsmann sowohl Rekordtrainer von Hoffenheim als auch von Leipzig. Bei den Bayern hat er die Konstanz seiner Vorgänger fortgesetzt. Und das, obwohl er in große Fußstapfen getreten war. Am 27. April 2021 kam die Meldung über den Ticker: Julian Nagelsmann wechselt von RB Leipzig zum FC Bayern und erhält einen Vertrag bis 2026. Eine Neuverpflichtung war nötig, nachdem Hansi Flick Mitte April um die Auflösung seines noch bis 2023 gültigen Vertrages gebeten hatte. Dass ein Trainer vom Vize zum Meister wechselt – das gab es in der Bundesliga-Geschichte nie zuvor!

Doch einer wie Nagelsmann steckt das weg - trotz seiner 34 Jahre ist der junge Coach ein Routinier unter den Trainern. Er hat  inklusive der beiden "Home-Office-Spiele" 214 Bundesliga-Partien absolviert (davon 30 für Bayern, 116 für Hoffenheim und 68 für Leipzig).

Klassiker von A bis Z: Alles zu Bayern-Dortmund

Ob sich der erfahrene Nagelsmann im Klassiker aus der Ruhe bringen lassen wird? Sein Pendant ist schließlich ein echter Heißsporn. Im hoch emotionalen Spitzenspiel gegen den FC Bayern am 14. Spieltag (2:3) sah Marco Rose Gelb-Rot, musste auf die Tribüne und fehlte im Derby gegen Bochum auf der Trainerbank – Alexander Zickler ersetzte seinen Chef. Rose war damit der erste BVB-Coach seit Jürgen Klopp, der während des Spiels auf die Ränge verwiesen wurde.

Doch in dem Spiel ging es um eine Menge. Denn die Gelegenheit, den direkten Konkurrenten zu schlagen, wollte sich der BVB nicht nehmen lassen. In der Liga waren die Bayern schon einen Schritt weiter, was auch an einem Problem der Dortmunder liegen mag: Gerade in der Defensive fehlt es dem BVB bisweilen an der Konstanz und Stabilität der Bayern (das ist durchaus Trainer-Sache). Ein Indiz dafür sind die 43 Gegentreffer des BVB – ligaweit kassierten sechs Teams weniger Gegentore.

Ab und zu ist der BVB in der Offensive vielleicht etwas zu wagemutig – die Borussen kassierten in der laufenden Saison bereits neun Gegentreffer nach Kontern und 17 Gegentore nach eigenem Ballverlust (ligaweit fing sich nur Hertha BSC mehr).

Die größten Duelle zwischen Bayern und Dortmund

Davon, wie standhaft die BVB-Verteidigung am Samstag sein wird, hängt auch ab, ob die Bayern im Heimspiel gegen den großen Rivalen die Meisterschaft perfekt machen. Jüngster Meister-Trainer kann Nagelsmann übrigens nicht mehr werden. Das ist und bleibt Matthias Sammer, der bei seiner Meisterschaft 2002 mit dem BVB 34 Jahre und 241 Tage alt war. Nagelsmann ist am Tag des Klassikers 34 Jahre und 274 Tage alt.