Zusammenfassung

  • Julian Nagelsmann ist zum Trainer des Jahres gewählt worden

  • Wahl wurde vom "kicker" initiiert und unter Sportjournalisten durchgeführt

  • Nagelsmann wurde unter anderem schon von den Spielern zum "Trainer der Saison" und vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) zum "Trainer des Jahres 2016" gekürt

Zuzenhausen - Der 23. Juli 2017 ist für Julian Nagelsmann ein besonderer Tag. Der Cheftrainer der TSG Hoffenheim feierte am letzten Tag des Trainingslagers in Windischgarsten nicht nur seinen 30. Geburtstag, sondern wurde bei einer vom Sportmagazin "kicker" organisierten Wahl auch als "Trainer des Jahres" ausgezeichnet. Abgestimmt hatten 885 Mitglieder des Verbandes Deutscher Sportjournalisten.

Die Abstimmung für die Saison 2016/17 war ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Nagelsmanns härtester Konkurrent kam ebenfalls aus Baden - Freiburg-Trainer Christian Streich. Letztlich setzte sich der jüngste Trainer der Bundesliga-Geschichte mit zwolf Stimmen Vorsprung auf seinen 52 Jahre alten Kollegen aus dem Breisgau durch und wurde so auch zum jüngsten "Trainer des Jahres". 273 zu 261 lautete das Endergebnis. Auf Rang drei mit deutlichem Abstand (107 Stimmen) landete RB-Leipzig-Coach Ralph Hasenhüttl.

"...Ansporn, akribisch weiterzuarbeiten"

Nagelsmann freut sich über die Auszeichung: "Jeder Preis hat seinen eigenen Stellenwert, sei es eine Umfrage unter Fans, wie jüngst im 'kicker' oder nun das Votum der Fachjournalisten. Sie setzen sich tagtäglich und durchaus kritisch mit der Fußballwelt auseinander. Dort dann auf so breite Anerkennung zu stoßen, freut mich, ist aber auch Ansporn, akribisch weiterzuarbeiten.“

Video: Nagelsmann blickt auf die Saison zurück

Nagelsmann hatte die TSG im Februar 2016 mitten im Kampf um den Klassenerhalt von Huub Stevens übernommen, der aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten musste. Zu diesem Zeitpunkt stand bereist fest, dass der gebürtige Bayer, der die U19 der TSG 2014 zum Deutschen Meistertitel geführt hatte, die TSG-Profis mit Start der Saison 2016/17 als Cheftrainer übernehmen würde. Nagelsmann, der zum Zeitpunkt der Amtsübernahme noch den Fußballlehrer-Lehrgang absolvierte, führte die TSG zum Klassenerhalt und ein Jahr später erstmals ins internationale Geschäft.

Nur 37 Gegentore in 34 Spielen

Der Cheftrainer holte mit seinem Team 62 Punkte, blieb vor heimischem Publikum in der gesamten Saison ungeschlagen und erreichte so nach 34 Spieltagen Platz vier, der zur Teilnahme an den Champions-League-Playoffs berechtigt. Im Verlauf der Saison feierte der Klub den ersten Sieg gegen Rekordmeister Bayern München und den 100. Bundesliga-Sieg überhaupt. Das Team platzierte sich so gut wie nie zuvor (2008/09, Platz 7), holte mit 62 Punkten so viele wie nie zuvor (2008/09, 55 Punkte) und gewann so viele Spiele wie bisher noch nie (16). Lediglich 37 Gegentore in 34 Bundesliga-Partien sind ebenso ein Klub-Rekord.

Von einer Jury des Magazins "11 Freunde" wurden der gebürtige Bayer und sein Team mit Alfred Schreuder, Matthias Kaltenbach, Michael Rechner und Benjamin Glück erst kürzlich zum "Trainerteam des Jahres" gewählt. Für Nagelsmann ist auch die Wahl der Sportjournalisten nicht das Ergebnis einer One-Man-Show im Kraichgau. "Ich sehe diesen Erfolg immer auch als Ergebnis der Arbeit des gesamten Trainer- und Funktionsteams. Letztlich arbeitet doch jeder in unserem Klub dafür, dass wir am Ende gemeinsam gut performen", sagt Nagelsmann. Der nun 30-Jährige sieht die Auszeichnung als Bestätigung für die bisher geleistete Arbeit: "Sportliche Erfolge sind das Ziel eines jeden Sportlers, das ist bei mir nicht anders. Aber diese Auszeichnungen zeigen einem doch, dass man nicht auf dem ganz falschen Weg ist.“

Video: Trainer-Wunderkind Nagelsmann

Die Wahl zum Fußballer des Jahres führt der "Kicker" seit 1960 unter den Mitgliedern des Verbandes Deutscher Sportjournalisten (VDS) durch. Erster Gewinner war Uwe Seeler. Die Auszeichnung für die Frauen wird seit 1996 vergeben. 2002 wurde erstmals auch der Trainer des Jahres gewählt. Gewählt werden können Spieler, Trainer und Spielerinnen, die in der abgelaufenen Saison bei deutschen Klubs aktiv waren. Auch "Spieler, Spielerinnen und Trainer mit deutscher Staatsangehörigkeit, die bei Klubs im Ausland aktiv waren", wie es in der Ausschreibung heißt, stehen zur Wahl.

Nagelsmann reiht sich in eine Liste prominenter und erfolgreicher Vorgänger ein. Er folgt direkt auf Dirk Schuster, der in der vergangenen Saison für seine Tätigkeit bei Darmstadt 98 ausgezeichnet wurde. Andere Gewinner sind Joachim Löw (2014), Jupp Heynckes (2013), Jürgen Klopp (2011, 2012), Ottmar Hitzfeld (2008) und Felix Magath (2003).

Weitere Stimmen zur Wahl:

Dietmar Hopp: "Diese Auszeichnung ist die verdiente Anerkennung für die außergewöhnliche Arbeit, die Julian in den zurückliegenden 18 Monaten bei uns geleistet hat. Er hat nicht nur die Mannschaft weiterentwickelt, sondern durch seine natürliche Art und sein Charisma auch dazu beigetragen, dass die TSG ein neues Selbstverständnis gewonnen hat. Wir sind sehr glücklich, ihn auch noch in den nächsten Jahren bei uns zu haben."

Hansi Flick: "Julians Arbeit, die er nicht nur bei den Profis, sondern auch schon vorher in der Akademie der TSG geleistet hat, ist bemerkenswert. Sie basiert nicht nur auf tiefer Fachkenntnis, sondern auch auf Leidenschaft, Inspiration und vor allem Teamgeist. Er schafft es immer wieder jeden einzelnen Spieler weiterzuentwickeln und das nicht nur auf dem Platz. Das ist umso erstaunlicher, wenn man sich vor Augen führt, dass er mit dem heutigen Tag erst 30 Jahre alt ist. Diese renommierte Auszeichnung ist nicht nur Beleg dafür, sondern auch das passende Geschenk."

Quelle: TSG Hoffenheim