Wolfsburg - Gut gelaunt präsentierten sich die Spieler des VfL Wolfsburg nach dem 2:0 über den PSV Eindhoven. Da sich die Konkurrenz aus Moskau und Manchester zeitgleich 1:1 trennten, ist der VfL in der engen Gruppe alleiniger Tabellenführer.

Eine Vorentscheidung sei das noch nicht, stellt Julian Draxler klar, aber das 2:0 könne "im direkten Vergleich mit Eindhoven sehr wichtig sein", so der 22-Jährige. "Daher habe ich mich sehr gefreut, dass Diego (Benaglio; die Red.) kurz vor Schluss den Elfer gehalten hat". Seine Entwicklung in den acht Wochen, die er nun bei den Wölfen ist, sieht der Ex-Schalker positiv. "Ich kenne die Stärken und Schwächen der Mitspieler mittlerweile viel besser. So langsam kennt man die Laufwege", verrät Draxler. "Der Prozess ist natürlich noch nicht abgeschlossen, aber wir sind auf einem sehr guten Weg."

"Wollen in der Champions League überwintern"

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Frage: Julian Draxler, herzlichen Glückwunsch zum 2:0-Erfolg über den PSV Eindhoven. Wie haben Sie die Partie gesehen?

Julian Draxler: Wir sind in der ersten Halbzeit schwer ins Spiel gekommen. In der zweiten Halbzeit haben wir dann mehr Druck entwickelt. Da hatten wir mehr vom Spiel und haben im Endeffekt verdient gewonnen.

Frage: Das 2:0 ist in dieser ausgeglichenen Gruppe ja schon beinahe ein Kantersieg. Das kann ja durchaus wichtig sein...

Draxler: Das ist richtig. Daher habe ich mich sehr gefreut, dass Diego kurz vor Schluss den Elfer gehalten hat. Das kann im direkten Vergleich mit Eindhoven sehr wichtig sein.

Frage: Moskau und Manchester haben sich 1:1 getrennt, der VfL ist Tabellenführer der Gruppe B. Ist das schon eine Vorentscheidung im Kampf um die K.o.-Runden?

Draxler: Die sechs Punkte sind eine gute Ausgangsposition für die Rückrunde, aber entschieden ist natürlich noch nichts. Wir müssen in 14 Tagen beim Rückspiel in Eindhoven nachlegen und am besten auch auswärts mal den einen oder anderen Punkt holen. Wenn wir in Eindhoven gewinnen, haben wir eine sehr gute Ausgangsposition. Unser Ziel ist jedenfalls klar: Wir wollen in der Champions League überwintern.

Frage: Was erwartet den VfL in Eindhoven?

Draxler: Die werden mit Sicherheit offensiver agieren, denn sie müssen gewinnen. Das kann uns sehr entgegenkommen. Da ergeben sich Räume zum Kontern.

Frage: Sie sind jetzt seit knapp zwei Monaten beim VfL. Wie sehen Sie Ihre Entwicklung?

Draxler: Ich kenne die Stärken und Schwächen der Mitspieler mittlerweile viel besser. Das gilt natürlich auch umgekehrt. So langsam kennt man die Laufwege, hat die Automatismen verinnerlicht. Außerdem braucht es natürlich ein wenig Zeit, das neue System, besser die Systeme, denn der Trainer lässt je nach Gegner sehr variabel spielen, zu verinnerlichen. Der Prozess ist natürlich noch nicht abgeschlossen, aber wir sind auf einem sehr guten Weg.

"Wir wollen in der Bundesliga nachlegen"

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Frage: Das zeigen ja auch die Ergebnisse. Zuletzt zwei Siege. Ist der VfL nach einer Schwächephase wieder in der Spur?

Draxler: Von einer Schwächephase würde ich nicht reden. Aber richtig ist, wir haben zuletzt einige Punkte liegen lassen.

Frage: Am Samstag muss der VfL zu Aufsteiger Darmstadt 98. Was erwarten Sie für ein Spiel?

Draxler: Darmstadt hat bisher sicherlich positiv überrascht. Sie haben gegen einige namhafte Gegner nicht verloren. Das wird keine einfache Aufgabe. Aber wir wollen in der Bundesliga nachlegen und endlich unseren erste Auswärtssieg feiern.

Frage: Danach kommen der FC Bayern München im DFB-Pokal und Bayer 04 Leverkusen in der Bundesliga nach Wolfsburg. Schwere Wochen...

Draxler: Gegen die Bayern, das ist ein Spiel für sich. Wir werden alles versuchen, die Partie zu gewinnen und mit dem VfL den Pokal zu verteidigen. Und dann wollen wir gegen Leverkusen gewinnen. Wir wissen, was wir zuhause können und wollen den Kontakt nach oben nicht abreißen lassen.

Frage: Wie groß ist dabei die Belastung durch die vielen Englischen Wochen?

Draxler: Das sehe ich nicht so dramatisch. Die Champions-League-Spiele sind doch ein Highlight für uns Spieler. Außerdem haben die Bayern oder Bayer Leverkusen doch die gleiche Belastung.

Aus Wolfsburg berichtet Jürgen Blöhs