Zusammenfassung

  • Als jüngster Bayer-Profi der Geschichte feierte Julian Brandt sein 100. Bundesliga-Spiel

  • 21-Jähriger abermals für die deutsche Nationalmannschaft nominiert

  • Der Youngster bemängelt die Chancenverwertung der Werkself

Leverkusen - Seit fast vier Jahren spielt Julian Brandt für Bayer 04 Leverkusen. Im Winter 2014 stieß er als 17-Jähriger zur Werkself und avancierte schnell zur festen Größe. Kaum verwunderlich, dass er beim 2:2 seines Teams gegen die TSG Hoffenheim im Alter von 21 Jahren und 116 Tagen bereits sein 100. Bundesliga-Spiel für Bayer 04 absolvierte. Rekord für die Rheinländer!

Brandt knackte als jüngster Bayer-Profi, der die 100-Spiele-Marke erreicht, den Bestwert von Gonzalo Castro um wenige Tage. In der Bundesliga-Historie belegt er damit den siebten Rang, unter anderem liegen die aktuellen Bundesliga-Profis Timo Werner und Max Meyer vor dem zehnmaligen Nationalspieler. Sein Höhenflug begann bereits kurz nach seinem Wechsel aus Wolfsburg nach Leverkusen: Am 15. Februar 2014 debütierte der Blondschopf in der Bundesliga – ein Kurzeinsatz von knapp zehn Minuten, an dessen Ende eine 1:2-Niederlage gegen Schalke 04 stand.

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41 Torbeteiligungen in 100 Partien

Der damalige Bayer-Trainer Sami Hyypiä hatte den Youngster damals ins kalte Wasser geworfen. Brandt schwamm sich schnell frei, erzielte schon in seinem siebten Spiel sein erstes Tor und hat sich seitdem im Starensemble der Werkself etabliert. Fünf Übungsleiter hat er in seiner Zeit bei Bayer 04 erlebt. Neben Hyypiä setzten und setzen auch Sascha Lewandowski, Roger Schmidt, Tayfun Korkut und nun auch Heiko Herrlich auf seine Qualitäten.

Und die sind herausragend. In seinen 100 Bundesliga-Partien schoss Brandt schon 18 Tore, 23 weitere Treffer bereitete er vor. Das macht selbst für einen talentierten Youngster bemerkenswerte 41 Torbeteiligungen. Mit diesen Werten kann er wuchern. Sie blieben auch dem Bundestrainer Joachim Löw nicht verborgen, der zuletzt beim Confed Cup auf ihn setzte und nun auch für die kommenden Länderspiele nominierte.

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Auch in der noch jungen Saison gibt Julian Brandt wieder mächtig Gas, für die guten Auftritte zum Saisonstart konnten sich die Leverkusener allerdings noch nicht so richtig belohnen. Nur ein Punkt sprang in den schweren Spielen in München und gegen Hoffenheim heraus. In beiden Partien wurde offensichtlich: Die Chancenverwertung bleibt das große Manko der Werkself. Das stört auch den Youngster: "Wir haben viel Aufwand betrieben und auch gegen Hoffenheim ein sehr gutes Spiel gemacht. Wenn du dann mit einem 2:2 aus dem Spiel gehst, ist das ärgerlich und sehr bitter", ärgerte sich der 21-Jährige.

"Es ist die alte Geschichte: dass wir Chancen für eine ganze Hinrunde haben und die Ausbeute sehr gering ist. Darunter leiden dann die Resultate der Mannschaft." Julian Brandt

"Wir schaffen es ganz gut, über 90 Minuten sehr stabil zu bleiben. Nur gibt es dann so Momente, in denen wir ein bisschen pennen. Das haben die Gegner leider sehr gut ausgenutzt. Hinzu kommt die alte Geschichte, dass wir Chancen für eine ganze Hinrunde haben und die Ausbeute sehr gering ist. Darunter leiden dann die Resultate der Mannschaft." Gegen den Meister aus München und Vorjahres-Vierten Hoffenheim brachte sich Leverkusen leichtfertig um den Lohn der guten Arbeit. Trotzdem sieht Brandt die Werkself nach der Hoffenheim-Partie "auf dem richtigen Weg. Wir können auf der Leistung aufbauen, auch wenn sich das Ergebnis wie eine Niederlage anfühlt."

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Nach dem Abgang einiger kreativer Offensivspieler wie Hakan Calhanoglu oder Chicharito lastet nun mehr Verantwortung auf den Schultern von Julian Brandt. Er stellt sich der neuen Rolle und wird seiner Aufgabe gerecht. Seine Werte gegen die Kraichgauer waren sehr ordentlich. 8,62 Kilometer war er bis zu seiner Auswechslung in der 71. Minute gelaufen, er gewann 60 Prozent seiner Zweikämpfe, brachte 83 Prozent seiner Pässe zum Mitspieler und holte den Elfmeter zum 1:0 heraus. "Ich habe versucht ans Limit zu gehen", meinte der 10-fache Nationalspieler. Das ist ihm auch gelungen, die Frühform des Jubilars ist schon sehr beachtlich.

Aus Leverkusen berichtet Tobias Gonscherowski