Köln - Am Ende wurde es nichts mit dem neuen Vereinsrekord. Nach zuvor sieben Siegen in Folge musste sich Bayer 04 Leverkusen im rheinischen Derby beim Aufsteiger 1. FC Köln mit einem 1:1-Unentschieden begnügen (Spielbericht). Damit verpasste die Werkself die Chance, sich im Zweikampf mit Borussia Mönchengladbach um Platz 3 etwas abzusetzen.

Fast wäre Joker Julian Brandt zum Derby-Helden geworden, doch sein Tor zur zwischenzeitlichen Leverkusener 1:0-Führung reichte am Ende nicht für drei Punkte. Nach dem Spiel stellte sich der Teenager zum Interview.

Frage: Julian Brandt, Bayer Leverkusen hat 1:1 in Köln gespielt, sie haben ein Tor erzielt. Was überwiegt: die Freude über den Treffer oder die Enttäuschung über zwei verlorene Punkte?

Julian Brandt: Die Enttäuschung. Das merkt man auch in der Kabine. Die Jungs hatten sich mehr erhofft. Wir wollten im Vergleich zu Mönchengladbach vorlegen. Das haben wir leider nicht geschafft. Das ist schade.

 "Das Gefühl ist okay"

Frage: Trotzdem haben Sie Ihr erstes Rheinderby in Köln bestritten und gleich getroffen. Wie hat sich das alles angefühlt?

Brandt: Das Gefühl ist okay. Aber ganz ehrlich gesagt hätte ich heute lieber gewonnen, weil wir in dieser Saison noch etwas vorhaben. Das Tor ist gut für die Statistik. Irgendwann am Abend werde ich mich auch noch darüber freuen.

Frage: Macht so ein Tor gegen Köln mehr Spaß als gegen einen anderen Gegner?

Brandt: Ich bin Bremer. Das Tor gegen den Hamburger SV hat mir auch großen Spaß gemacht. Jedes Tor ist schön.

Frage: Sie haben letzte Woche getroffen, nun wieder. Werden Sie jetzt noch zum Torjäger?

Brandt: Ich habe ja letzte Woche schon gesagt: Wenn der Knoten platzt, dann können es noch mehr Tore werden. Heute hat es wieder geklappt. Vielleicht hält der Lauf noch länger an, das wäre doch toll. Ich muss jetzt dranbleiben.

"Nicht richtig unser Spiel gemacht"

Frage: Waren Sie etwas überrascht, dass Sie nach Ihren guten Spielen in den letzten Wochen zunächst auf der Bank Platz nehmen mussten?

Brandt: Nein. Wir rotieren momentan viel durch. Alle haben super trainiert in der Woche. Dann ist das nichts Ungewöhnliches.

Frage: Warum konnte die Werkself die Führung nicht ins Ziel retten? Am Ende hätte es sogar noch eine Niederlage geben können.

Brandt: Heute klappte nicht das, was wir uns vorgenommen haben. Wir haben nicht richtig unser Spiel gemacht.

Frage: Hat es Bayer 04 im Vergleich zu den letzten Spielen das Derby etwas defensiver angehen lassen?

Brandt: Das weiß ich nicht. Wir haben auf jeden Fall so angefangen. Wir haben vorne nicht gepresst und uns ein bisschen zurückgezogen. Das war etwas ungewohnt.

Frage: Ist der eine Punkt im Kampf um Platz 3 ein bisschen zu wenig?

Brandt: Wir wollten auf jeden Fall in dem Rennen mit Mönchengladbach vorlegen. Wir sind jetzt aber auch nicht raus aus dem Rennen. Schließlich haben wir auch noch das direkte Duell in Mönchengladbach.

"Platz 3 bleibt unser großes Ziel"

Frage: Platz 4 ist der Mannschaft nicht mehr zu nehmen. Wie geht man dann in die letzten vier Bundesliga-Spiele?

Brandt: Platz 3 bleibt unser großes Ziel, verloren ist wie gesagt noch lange nichts. Nach dem 34. Spieltag werden wir wissen, wo wir gelandet sind.

Frage: Am nächsten Samstag kommt erst einmal der FC Bayern in die BayArena. Gegen die Münchener darf Leverkusen nicht so viele Räume anbieten wie in Köln. Was muss besser werden?

Brandt: Wir müssen so spielen wie wir im DFB-Pokal gegen sie aufgetreten sind. Lauffreudig und voller Siegeswillen. Dann bin ich optimistisch für das Spiel. Sicherlich wird es ein schweres Spiel, aber auch die Bayern sind zu packen. Und wir haben noch eine Rechnung mit ihnen offen.

Aufgezeichnet von Tobias Gonscherowski