Freiburg - Nach dem Sieg gegen den 1. FC Köln (Spielbericht) hat der SC Freiburg 28 Punkte auf dem Konto und kann wieder optimistischer in die Zukunft schauen. Auch im Pokal gegen Wolfsburg sieht man sich nicht chancenlos.

Auf der Nordtribüne, dort, wo in Freiburg, die treuen Stehplatzfans ihr Zuhause haben, brandete am Samstag Nachmittag vier Mal lauter Applaus auf. Einmal wurde der spielentscheidende Treffer von Mike Frantz zum 1:0-Sieg gefeiert. Und dreimal die der Spieler André Schürrle und Ricardo Rodriguez (2). Dass Schürrle und Rodriguez beim VfL Wolfsburg spielen und deren Treffer gegen den VfB Stuttgart nur auf der Anzeigetafel erschienen, tat nicht viel zur Sache. Schließlich wissen beim SC Freiburg nicht nur die Zuschauer, dass Siege gegen die direkten Konkurrenten im letzten Drittel der Saison genau so viel wert sind wie eigene Siege.

Wichtiger Sieg im Abstiegskampf

28 Zähler hat der SC nun auf dem eigenen Konto – fünf mehr als der VfB Stuttgart, und nur zwei weniger als der 1. FC Köln, der im Falle einer Niederlage um acht Punkte enteilt wäre. Es ist noch gar nicht so lange her, da hätten sie in Freiburg ungläubig mit dem Kopf geschüttelt, wenn man ein solches Setting für die Abschlusstabelle des 27. Spieltages prophezeit hätte. Nun ist der SC nach zuletzt zwei Heimsiegen in Folge wieder guter Dinge, auch in der kommenden Saison wieder in der höchsten deutschen Spielklasse zu spielen.

"Das war ein kleiner Schritt in Richtung Klassenerhalt", bilanzierte Roman Bürki dann auch sichtlich erleichtert, als er in die Interviewzone kam. Der Schweizer Nationalkeeper war zur Stelle gewesen, als Marcel Risse und Daniel Halfar kurz vor Schluss den Ausgleich auf dem Fuß hatten und ihren FC fast noch für die deutliche Leistungssteigerung nach dem enttäuschenden ersten Durchgang belohnt hätten.

"Nach der Pause waren wir nicht zwingend genug, deswegen war das heute ein glücklicher Sieg", bilanzierte SC-Trainer Christian Streich, der nichtsdestotrotz mit den ersten 45 Minuten mehr als zufrieden war. Schließlich war Freiburg zunächst verdient in Führung gegangen, als Frantz den Ball nach zentimetergenauer Flanke von Oliver Sorg zum 1:0 ins Tor köpfte und damit einen ersten Durchgang krönte, in dem der SC energischer und aktiver war. "Das hat Mike prima gemacht", freute sich sein Trainer über die gute Technik eines Spielers, der in dieser Saison schon viele Positionen von der "Sechs" bis zur hängenden Spitze bekleidet hat. "Es war schließlich nicht leicht, hinter so einen weichen Ball den Druck zu kriegen."

Die Defensive steht

Freiburgs Innenverteidiger Stefan Mitrovic und Pavel Krmas hatten Kölns gefährlichsten Angreifer Anthony Ujah zudem weitgehend im Griff. Als Köln im zweiten Durchgang aufkam, hielt die Verteidigung der Freiburger, im Spiel nach vorne verlor man allerdings ein wenig die Linie. "Da waren wir im Passspiel nicht präzise genug", monierte Streich.

Die eingewechselten Maximilian Philipp und Admir Mehmedi, der den Pfosten traf hatten zwar trotzdem noch Gelegenheiten. Doch die entsprachen eher dem Zufall als planvollem Kombinationsspiel. Und dennoch: Im Vergleich zu den Spielen zu Beginn der Rückrunde ist der SC klar stabilisiert. Nach der Rückkehr aller Verletzten hat Streich nun die Qual der Wahl und konnte sich gegen den FC den Luxus leisten, sowohl Immanuel Höhn als auch Karim Guédé ("haben super trainiert") auf der Tribüne zu lassen.

Kein Wunder, dass vorm DFB-Pokal-Viertelfinalspiel gegen Wolfsburg am kommenden Dienstag durchaus auch selbstbewusste Töne zu hören sind: "Wolfsburg hat enorme Qualität", sagte Oliver Sorg, "aber im Ligaspiel haben wir auch schon ganz ordentlich gespielt..."

Aus Freiburg berichtet Christoph Ruf