Köln - Es war eine der große Überraschungen des Sommers, als sich Hannover 96 die Dienste vom allseits umworbenen Joselu sicherte. Nach elf Spieltagen wird es Zeit für eine erste Bilanz. Und die kann sich durchaus sehen lassen.

In der Rangliste der aktivsten Spieler der Saison rangiert der Spanier auf einem beachtlichen 34. Platz und steht in den Top 10 der Angreifer. Zu verdanken hat der Spanier diesen Erfolg seiner überragenden Anzahl gewonnener Zweikämpfe, die lediglich von sechs Spielern in der Bundesliga übertroffen wird. Auch in der Kategorie "Torschuss" mischt der Mittelstürmer ganz vorne mit. Nur 13 Bundesliga-Akteure haben im Schnitt öfter auf das gegnerische Gehäuse geschossen.

Geboren in Stuttgart

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Jose Luis Sanmartin Mato, wie er mit vollem Namen heißt, wurde 1990 als Sohn spanischer Eltern in Stuttgart geboren, zog aber noch im Kindesalter nach Spanien, um als 19-jähriges Talent bei der zweiten Mannschaft von Real Madrid anzuheuern. Nach zahlreichen Toren galt er bereits als großes Juwel der Königlichen, konnte sich gegen die harte Konkurrenz in der ersten Mannschaft aber nicht durchsetzten und wechselte schließlich zur TSG 1899 Hoffenheim.

Dort kam aber der erste Knick und Joselu fand sich neben aussortierten Profis wie Tim Wiese in der berüchtigten "Trainingsgruppe 2" wieder. Erst eine Ausleihe zu Eintracht Frankfurt brachte die Karriere unter Armin Veh wieder in Schwung. Neun Tore in 24 Bundesliga-Einsätzen weckten nach der vergangenen Spielzeit Begehrlichkeiten.

Warten auf das nächste Tor

Hannover sicherte sich schließlich die Dienste von Joselu, der inzwischen auch ziemlich gut deutsch spricht: "Ich werde Teil einer Mannschaft sein, die einen attraktiven Fußball spielen möchte und hungrig nach Erfolg ist", sagte er vor der Saison und fügte hinzu: "Ich will meine Freude mit Toren zurückzahlen."

Allein das ist ihm bisher noch nicht allzu perfekt gelungen, denn trotz der hervorragenden Torschussquote konnte er im Dress der Niedersachsen bisher erst zwei Bundesliga-Tore erzielen. Und obwohl Joselu damit die vereinsinterne Torjägerliste bei den Niedersachsen zusammen mit Hiroshi Kiyotake anführt, wartet er in der Liga seit nunmehr 580 Minuten auf einen Treffer. Bei seiner Umtriebigkeit scheint das Ende dieser Serie aber nur noch eine Frage der Zeit zu sein.

Karol Herrmann