Er ist so etwas wie der inoffizielle Neuzugang des Winters. Arne Friedrich, der mit Ausnahme zweier Pokal-Einsätze in der kompletten Hinrunde ausgefallen ist, greift wieder an. Seit Beginn des Trainingslagers schuftet der Nationalverteidiger voll mit dem Team und befand sich beim Trainingsspiel gegen Montpellier bereits in der Startformation. Anschließend stand er Rede und Antwort.

Frage: Herr Friedrich, was macht die Gesundheit?

Arne Friedrich: Danke, mir geht es gut. Sicher müssen wir noch vorsichtig sein, was die Muskulatur angeht. Schließlich war ich ja vier Monate raus. Aber ich werde gut dosiert an alles herangeführt, habe deshalb gegen Montpellier auch nur einen Teil gespielt. Die Hauptsache ist: Der Rücken hält.

Frage: Haben Sie die fehlende Spielpraxis gespürt?

Friedrich: In erster Linie habe ich eigentlich gemerkt, dass die Frische fehlt, da wir in den letzten Tagen sehr hart gearbeitet haben. Jeder von uns hat schwere Beine. Aber ich denke, wir haben unsere Sache schon sehr ordentlich gemacht. Und die Frische kommt dann in den nächsten Tagen von ganz allein, auch wenn bis zum Rückrundenstart nicht mehr viel Zeit ist. Fürs Erste war einfach schön, überhaupt mal wieder ein Spiel zu bestreiten.

Frage: Rechnen Sie damit, im ersten Rückrundenspiel schon dabei zu sein?

Friedrich: Damit rechne ich auf jeden Fall und versuche, mich so gut es geht darauf vorzubereiten. Klar, sind vier Monate eine lange Zeit. Es braucht immer eine Weile, bis man wieder das alte Niveau erreicht. Aber letztendlich kann ich mir das nur durch die Spiele holen, Training allein reicht nicht aus.

Frage: Aufholbedarf hat auch die gesamte Mannschaft. Was muss getan werden, um wieder die Kurve zu bekommen?

Friedrich: Im Allgemein bin ich sehr positiv, gerade wenn ich die letzten Tage hier beobachtet habe. Die Mannschaft hat sehr gut zusammengehalten und sich wirklich als Einheit präsentiert. Ich glaube, dass wir alle gewillt sind, jetzt eine bessere Runde zu spielen als die Hinserie, und ich bin mir auch sicher, dass wir es schaffen werden. Sicherlich haben wir ein stattliches Auftaktprogramm. Aber für die Gegner wird es auch nicht leicht, uns zu schlagen, da bin ich ganz sicher.

Frage: Hat sich auf dem Trainingsplatz etwas verändert?

Friedrich: Ich glaube schon, dass wir, gerade was das Training anbelangt, einen Zahn zugelegt haben. Auch in den Ansprachen des Trainers ist das zu spüren. Das ist aber auch völlig richtig so. Wir müssen zusehen, dass wir alle Reserven mobilisieren. Ich denke auch, dass es schon ganz gut fruchtet. Die Mannschaft zieht hervorragend mit, niemand beklagt sich. Auch deswegen bin ich sehr optimistisch.

Frage: In der Tabelle geht der Blick momentan eher nach unten. Ist es da hilfreich, dass Sie diese Erfahrung schon kennen?

Friedrich: Definitiv. Gerade in Situationen, in denen es nicht einfach ist, lernt man als Mensch am meisten. Ich hatte bereits ein paar Situationen, in denen der Druck unheimlich groß war. Und ich denke, dass mich so leicht nichts mehr aus der Ruhe bringen kann. Allerdings kann man die Lage mit der in Berlin nicht wirklich vergleichen. Mit der Hertha hatten wir nach der Hinrunde sechs Punkte und waren gezwungen, fast jedes Spiel zu gewinnen. Da ist die Lage hier schon noch etwas entspannter. Trotzdem wissen wir natürlich, dass wir dringend Punkte brauchen und dass kein leichtes Programm vor uns liegt. Aber wir werden unsere Punkte schon machen. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir einen guten Start hinlegen werden.

Frage: Im ersten Spiel geht es gegen die Bayern. Ist der VfL da Außenseiter?

Friedrich: Vermutlich schon, auch wenn die Bayern zumindest in der Bundesliga selbst noch hinter den Erwartungen sind. Allerdings kann mittlerweile wirklich jeder jeden schlagen. Der Schlüssel wird es sein, die bessere Mannschaftsleistung zu bringen, wie es etwa Freiburg oder Hannover in der Hinrunde gezeigt haben. Die haben ja nicht unbedingt mehr Qualität, aber sie haben einfach sehr gut gearbeitet und hatten außerdem, was immer ganz wichtig ist, anders als wir auch mal einen positiven Lauf.

Frage: Steht die Mannschaft auch in einer Bringschuld für den Trainer?

Friedrich: Auf jeden Fall. Der Trainer hat sich in der gesamten Hinrunde immer hinter uns gestellt. Deswegen sind jetzt ganz klar wir als Mannschaft am Zug. Wir sind es, die in erster Linie für Erfolg oder Misserfolg zuständig sind, deshalb sind wir jetzt auch gefordert. Alle wissen Bescheid, was zu tun ist. Und wir werden auf jeden Fall Gas geben.

Das vollständige Interview finden Sie auf der Webseite des VfL Wolfsburg.