Hannover - "Wir müssen nun nach unten schauen", warnt Felix Wiedwald nach dem 0:1 der Frankfurter Eintracht bei Hannover 96. "Wir dürfen nicht davon ausgehen, dass die Mannschaften hinter uns keine Punkte holen", fährt der Eintracht-Keeper fort.

In der Tat stürzten die Hessen nach zuletzt drei Niederlagen in der Liga in Folge von Europa-League-Rang fünf auf zwölf ab. Nur noch vier Punkte trennen die Eintracht vom SC Freiburg auf Relegationsplatz 16 (zur Tabelle).

"Müssen uns ranhalten"

"Im Moment läut es bei uns nicht. Wenn man in der 63. Minute erstmals aufs Tor schießt, ist das zu wenig. Wir müssen uns jetzt langsam mal ranhalten", gab sich Marco Russ selbstkritisch und fuhr trotzig fort: "Dann schlagen wir jetzt eben die Bayern."

Sein sofort folgendes Lachen zeigt, dass er das nicht ernst meint. "Aber", gibt der Defensiv-Spezialist zu bedenken, "wir haben in den letzten Jahren gegen die Bayern zuhause oft gut ausgesehen. Warum soll uns das nicht wieder gelingen? Wir müssen die Aufgabe selbstbewusst angehen."

In der Tat gab es einen 2:1-Erfolg 2010 (zum Video) und ein 1:1 im Jahr 2011, danach verloren die Frankfurter zweimal in Folge knapp mit 0:1. Unvergessen am Main die unglückliche Niederlage am 6. April 2013 als die Bayern am 28. Spieltag die Meisterschaft so früh unter Dach und Fach brachten, wie kein Klub zuvor in der Bundesliga-Geschichte.

Frankfurt vor wegweisenden Spielen

"Wir hatten auch sehr gute Möglichkeiten, das Tor zu machen. Leider schaffen wir es in der jetzigen Situation dann nicht, das entscheidende Tor zu setzen und in Führung zu gehen. Dann passiert es eben, dass zum Schluss so ein Ding dann noch reinkommt", ärgerte sich Thomas Schaaf, dass "wir nichts mitnehmen".

Wie der Trainer ist auch Goalgetter Alex Meier sicher, "dass wir bald auch wieder punkten". Einfach wird das nicht. Denn nach Tabellenführer Bayern München am Samstag muss die Eintracht zum Zweiten Mönchengladbach. Und dann kommt Borussia Dortmund in die Commerzbank-Arena.

"Keine leichten Aufgaben", weiß Wiedwald vor diesen wegweisenden Spielen, "aber wir dürfen uns jetzt nicht verunsichern lassen und müssen an uns glauben." Sonst muss Eintracht Frankfurt, wenn das Pech es will, bald nicht mehr nach unten schauen, sondern steckt unten drin.

Aus Hannover berichtet Jürgen Blöhs