Enschede - Nach der Erleichterung über das erreichte Minimalziel blickte man bei Werder Bremen bereits schon wieder auf die kommenden Aufgaben in der Champions League und auf das Ziel Achtelfinale.

"Es war vorher klar, dass wir vier Punkte aus den beiden Spielen gegen Twente Enschede brauchen - jetzt müssen wir sie auf jeden Fall übernächste Woche zuhause schlagen", sagte Geschäftsführer Klaus Allofs, nachdem das 1:1 (0:0) beim niederländischen Meister den Druck auf die weiter sieglosen Hanseaten in der Gruppe A nochmals erhöht hatte.

Klare Rechnung von Frings

Weitere Punktverluste in den drei verbleiben Gruppenspielen gegen Twente (2. November), Tottenham Hotspur (24. November) und Inter Mailand (7. Dezember) würde fast sicher Werders vorzeitiges Scheitern in der "Königsklasse" bedeuten. Auch für die Spieler war die Rechnung deshalb denkbar einfach. "Wir haben noch zwei Heimspiele, die wir gewinnen müssen. Und auswärts sollten wir zumindest nicht verlieren", erklärte Mannschaftskapitän Torsten Frings.

Während Spitzenreiter Inter mit sieben Punkten schon enteilt scheint, ist zumindest Tottenham (4) bei nur zwei Zählern Vorsprung auf die punktgleichen Niederländer und Bremer (je 2) noch in Reichweite. Doch das Auswärtsspiel an der "White Hart Lane" wird kein Zuckerschlecken. "Gegen Tottenham auswärts wird es sehr schwer", sagte Marko Arnautovic, der sein Team durch den Ausgleichstreffer in der 80. Minute vor einer noch schlechteren Ausgangsposition bewahrte.

Hinten immer sicherer

Mut machte immerhin die gegenüber den bisherigen Saisonspielen konzentriertere Leistung des Bundesliga-Elften - vor allem in der Defensive. "Das war ein Schritt nach vorn. 70 Minuten haben wir sicher gestanden. Jetzt wird es entscheidend sein, ob wir das in den nächsten Begegnungen auch über die volle Spielzeit schaffen", meinte Abwehrchef Per Mertesacker.

Schließlich stehen in den kommenden zwölf Tagen vier richtungsweisende Partien an. In der Bundesliga sollten die vermeintlichen Pflichtaufgaben am Samstag bei Borussia Mönchengladbach sowie eine Woche später beim 1. FC Nürnberg möglichst gewonnen werden, um nicht ganz den Anschluss nach oben zu verlieren. Am Dienstag steht zudem der Pokal-Hit beim FC Bayern auf dem Programm. "Die Leistungen waren zuletzt ansteigend. Das sollte uns Mut machen", befand Trainer Thomas Schaaf.

Wiese mit Glück im Unglück

Verzichten muss Werder zu Beginn der "Wochen der Wahrheit" auf Torwart Tim Wiese, der in Enschede in der 37. Minute mit einer Innenbanddehnung im rechten Knie ausgewechselt werden musste. Wiese fällt damit mindestens zehn Tage aus und steht in der Bundesliga bei Borussia Mönchengladbach und im DFB-Pokal bei Bayern München nicht zur Verfügung.

"Ich habe natürlich sofort an das Kreuzband gedacht. Aber ich weiß, wie sich ein Kreuzband-Riss anfühlt, und gehe davon aus, dass es okay ist", hatte Wiese bereits nach Spielschluss erklärt.

Schaaf vertraut Mielitz

Ersatzmann Sebastian Mielitz wird vorerst weiter den Bremer Kasten hüten. "Ich hoffe natürlich, dass Tim schnell wieder fit wird. Aber bis dahin werde ich versuchen, einen guten Job zu machen. " Gegen Twente gelang ihm dies nach ein paar anfänglichen Unsicherheiten tadellos.

So verhinderte er gegen den Torschützen zum 1:0, Theo Janssen (75.), glänzend das mögliche 1:2 (86.) und war auch bei einer weiteren Großchance der Gastgeber nur 60 Sekunden nicht zu überwinden. Schaaf war denn auch zufrieden: "Sebastian hat seine Sache gut gemacht. Wir haben volles Vertrauen in ihn."