Für Josef Schnusenberg war es eine Herzenssache. Persönlich begrüßte der Präsident des FC Schalke 04 die 51 Teilnehmer des zweitägigen Arbeitstreffens "Kids-Clubs-Treffen - Bundesliga und Kinder", den die DFL Deutsche Fußball Liga GmbH in Zusammenarbeit mit den Schalker Gastgebern am 7. und 8. April 2009 in der Veltins-Arena veranstaltet hat.

"Der Knappenkids-Club genießt bei uns im Verein einen sehr hohen Stellenwert. Durch ihre Kids-Clubs können die Vereine einen wichtigen Teil dazu beitragen, dass die Rivalität untereinander auf eine gemäßigte Ebene gebracht wird", hob Schnusenberg die gewaltpräventiven Auswirkungen der Kids-Club hervor.

Bodo Menze, der 18 Jahre die Schalker Nachwuchsabteilung leitete, ergänzte: "Das ist eminent wichtig, dass wir Vereine uns um dieses Thema kümmern. Gerade bei Schalke 04 haben wir uns das auf die Fahnen geschrieben."

Einzigartig in Europa

So stand das noch stärkere Miteinander und die noch engere Vernetzung der Kids-Clubs im Mittelpunkt des inzwischen vierten Arbeitstreffens. Von der vierten Liga bis zur Bundesliga sind mittlerweile mehr als 100.000 Kinder - in der Regel bis zum Alter von zwölf Jahren - in den Kinder-Clubs organisiert.

"So etwas gibt es in ganz Europa nicht. Was die Frühprävention in Bezug auf Gewalt und Rassismus angeht, sind wir damit ganz weit vorne", unterstrich Thomas Schneider, Koordinator für Fanangelegenheiten bei der DFL.

Regelmäßige gemeinsame Aktivitäten geplant

Das gute Miteinander der verschiedenen Kids-Clubs kam bereits durch gemeinsame Veranstaltungen zum Ausdruck. So traten im März die Kids-Clubs des FC Schalke, VfL Bochum und von Borussia Dortmund zur Mini-Reviermeisterschaft in der Bochumer Rundsporthalle an. 500 Kinder der Bielefelder Arminis trafen sich bereits auf Einladung des Wolfsburger WölfiClubs zum gemeinsamen Besuch des Bundesligaspiels in der Volkswagen Arena.

In Gelsenkirchen wurden jetzt die Weichen gestellt, dass die Vereine künftig regelmäßig gemeinsame Aktivitäten unternehmen. So wurde beschlossen, dass sich die Clubs in drei regionale Gruppen aufteilen: Westen, Süden, Nord-Ost. Ende Mai soll es zum ersten Treffen der jeweiligen Gruppen kommen, um gemeinsame Aktionen zu besprechen.

Bundesliga-Extranet für Kids-Clubs

"Später soll es auch Sprecher dieser Gruppen geben, die als direkte Ansprechpartner für die DFL zur Verfügung stehen", erklärte Marco Rühmann, Mitarbeiter der Abteilung Spielbetrieb der DFL. Rühmann stellte den Teilnehmern des Arbeitskreises auch die Möglichkeit vor, das Bundesliga-Extranet für Kids-Clubs zu nutzen, um den Austausch und die Vernetzung noch effektiver voranzutreiben.

Ein weiterer Schwerpunkt des Treffens war die Qualifizierung der Verantwortlichen in den Kinder-Clubs. Unter der Leitung von Wilfried Lütkemeier, dem Vorstandsvorsitzenden der von Laer Stiftung, einem modernen Träger der Jugendhilfe, wurde das Erwerben eines Jugendgruppenleiter-Scheins diskutiert. Zu Beginn des zweiten Tages ließ es sich Gastgeber Schalke 04 nicht nehmen, alle Teilnehmer zu einer Stadionführung einzuladen.

Das Fazit der Veranstaltung fiel durchweg positiv aus. Marco Rühmann: "Alle Teilnehmer waren hoch motiviert, voller Ideen und sind zufrieden nach Hause gefahren. Alle sind überzeugt, dass es jetzt erst richtig losgeht."

Stefan Kusche