Zürich - Das Spiel war früh entschieden und plätscherte dann ein bisschen dahin - für einen Profi des FC Bayern war das Rückspiel der Champions-League-Qualifikation beim FC Zürich aber eine ganz besondere Partie. Nils Petersen feierte seinen Einstand in der "Königsklasse".

Nach bislang zwei Kurzeinsätzen in der Bundesliga durfte der Stürmer zu Beginn der zweiten Hälfte ran, weil Torschütze Mario Gomez wegen einer Muskelverhärtung vorsichtshalber draußen blieb.

Im Interview spricht der 22-jährige Petersen über seinen Einsatz beim 1:0-Sieg im Letzigrund, die Abstimmung mit Franck Ribery auf dem Platz und eine möglicherweise wachsende Konkurrenz im Angriff.

Frage: Nils Petersen, Sie haben Ihr Debüt in der Champions League gegeben. Wie haben Sie den Abend erlebt?

Petersen: Für solche Spiele bin ich zum FC Bayern gekommen. Aber so etwas vergisst man natürlich nicht so schnell. Ich habe auch direkt mein Trikot eingesteckt als Erinnerung. Ich freue mich, dass der Trainer mir das Vertrauen geschenkt hat und habe versucht es zurückzuzahlen. Nach dem Einsatz bin ich noch heißer auf mehr Spiele.

Frage: Sie kamen bisher auf 28 Pflichtspielminuten für den FCB in der Bundesliga. In Zürich durften Sie deutlich länger ran. Macht Sie das stolz?

Petersen: Dass es gleich eine Halbzeit geworden ist, hat mich sehr gefreut. Mit ein bisschen Glück hätte ich sogar noch ein Tor erzielen können. Ich habe versucht, für die Mannschaft zu laufen und mein Bestes zu geben. Ich muss mich beim Trainer bedanken, dass er mir das Vertrauen geschenkt hat, es war ja doch ein sehr wichtiges Spiel. Der Teamerfolg stand im Vordergrund. Wir haben ohne zu brillieren zu Null gespielt - das war das Wichtigste.

Frage: Sie hatten diesmal ein bisschen mehr Zeit auf dem Feld. Wie sehr wünschen Sie sich den ersten Treffer im Bayern-Trikot?

Petersen: Es ging darum, der Mannschaft zu helfen und mit viel Laufarbeit die Führung zu sichern. Aber ich würde mich natürlich trotzdem sehr freuen, wenn mir demnächst mal ein Tor gelingt.

Frage: Franck Ribery hat während der zweiten Hälfte nochmal kurz mit Ihnen gesprochen. Was hat er Ihnen gesagt?

Petersen: Es ging um Abstimmungen, wie ich laufen soll und was er für Ideen hat. Es ist ja nicht so, dass ich jeden Tag mit ihm zusammen spiele. Ich bin jetzt zwei Monate in München. Es ist gut, dass er mir wichtige Tipps gibt.

Frage: Sie haben von der Verletzung von Mario Gomez profitiert.

Petersen: Ja. Ich hoffe, dass es nichts Schlimmes ist. Das wäre eine Katastrophe, wenn er auch noch ausfallen würde.

Frage: Nach der erneuten Verletzung von Ivica Olic werden Stimmen laut, dass noch ein Angreifer verpflichtet werden soll. Das würde für Sie mehr Konkurrenzkampf bedeuten. Wie ist Ihre Meinung dazu?

Petersen: Ich habe damals beim FC Bayern unterschrieben, ohne zu wissen, ob Miroslav Klose bleibt. Es ist doch völlig normal, dass beim FC Bayern immer eine große Konkurrenzsituation herrscht und qualitativ hochwertige Spieler im Kader stehen. Ob das dann drei oder vier Stürmer sind, spielt keine Rolle. Es liegt an jedem Akteur selbst, sich so positiv darzustellen, dass der Trainer nicht an einem vorbeikommt.

Frage: Der FC Bayern hat die Pflichtaufgabe erfüllt, spielerisch aber nicht so geglänzt. Wie bewerten Sie den Auftritt?

Petersen: Vor dem Spiel waren ein sicheres Weiterkommen und ein Einsatz meine Wünsche, die sind in Erfüllung gegangen. Wir haben uns von Spiel zu Spiel entwickelt und jetzt zum vierten Mal hintereinander zu Null gespielt. Das ist eine neue Qualität bei uns und macht uns stark. Wir wissen, dass unsere Defensive steht und wir vorne immer für ein Tor gut sind - das gibt uns Mut für die nächsten Wochen.

Aus Zürich berichtet Tim Tonner