Für Christian Eichner war es ein ganz besonderer Tag: Nach vier Jahren und über 100 Einsätzen für den Karlsruher SC absolvierte der Außenverteidiger am vergangenen Freitag in der Partie gegen den FC Schalke 04 das erste Bundesligaspiel für seinen neuen Club 1899 Hoffenheim. Und das direkt über 90 Minuten.

Nach dem Spiel sprach Christian Eichner im Interview mit bundesliga.de über die Veränderungen, die der Wechsel mit sich brachte und seinen Stellenwert in der Mannschaft.

bundesliga.de: Wie bewerten Sie den Spielverlauf der Partie gegen Schalke?

Christian Eichner: Wir haben am Anfang ein paar Minuten gebraucht, um ins Spiel zu kommen. Dann hatten wir auch ein paar gute Aktionen und haben insgesamt eine sehr gute Partie abgeliefert. Leider haben wir es verpasst, uns dafür am Ende zu belohnen. Das goldene Tor hat gefehlt.

bundesliga.de: Also eher zwei verschenkte als ein gewonnener Punkt?

Eichner: Ja, da wir die Schalker gut dominiert, die meisten Zweikämpfe gewonnen und so gut wie keine Chancen zugelassen haben. Aber das nützt uns am Ende alles nichts. Wir stehen trotzdem erst mit zwei Punkten aus drei Spielen da. Jetzt müssen wir schnellstmöglich den ersten Dreier einfahren.

bundesliga.de: Wie empfanden Sie es, zum ersten Mal für den neuen Club auf dem Platz zu stehen?

Eichner: Das war ein sehr gutes Gefühl. Jetzt bin ich endgültig angekommen. Nach so langer Zeit in Karlsruhe war jetzt das erste Ligaspiel für Hoffenheim schon etwas Besonderes. Aber nach knapp über 60 Bundesliga-Partien bin ich ja auch kein Neuling mehr.

bundesliga.de: Was waren die größten Veränderungen nach dem Wechsel?

Eichner: Ich habe viel dazulernen müssen in den letzten Wochen. Da gab es zig neue Eindrücke, die ich erst mal verarbeiten musste.

bundesliga.de: Zum Beispiel?

Eichner: Das sind viele Kleinigkeiten. In der Vorbereitung haben wir drei Mal statt, wie ich es gewohnt war, zwei Mal am Tag trainiert. Es ist ein neuer Club und neue Kollegen. Teilweise ganz banale Dinge, die sich dann aufsummieren. Die Zeit in Karlsruhe hat für mich sehr viel Bedeutung gehabt. Aber ich fühle mich sehr wohl und hier in Hoffenheim wird es jeden Tag besser.

bundesliga.de: Was ist der Unterschied zwischen dem Fußball hier in Hoffenheim und dem in Karlsruhe?

Eichner: Das ganze Spiel ist laufintensiver. Wir agieren hier mehr, als wir das in Karlsruhe getan haben. Da haben wir eher aus einer gesicherten Deckung heraus auf Konter gespielt. Hier versuchen wir eher, das Spiel durch Pressing und große Laufarbeit zu bestimmen und den Gegner zu Fehlern zu zwingen.

bundesliga.de: War das eine große Umstellung für Sie?

Eichner: Wenn man vier Jahre eine andere Art von Fußball gespielt hat, die stellenweise auch erfolgreich war, ist die Anpassung für einen Spieler nicht einfach. Das ganze Spiel wird dadurch weiter nach vorne verlagert und daran muss man sich gewöhnen. Das war sicherlich eine der größten Veränderungen für mich.

bundesliga.de: Wie sehen Sie Ihren Stellenwert in der Mannschaft nach dem ersten Einsatz über 90 Minuten?

Eichner: Ich bin froh, dass ich dabei sein durfte. Die Umstellung war, wie gesagt, sehr groß. Ich habe einen ersten Schritt getan. Jetzt will ich weiter gut trainieren, um es dem Trainer möglichst schwer zu machen, mich nächste Woche gegen Hannover nicht aufzustellen.

Das Gespräch führte Daniel Dillmann