Karlsruhe - Der Karlsruher SC überwintert nach 19 Spieltagen mit 33 Punkten als Tabellenzweiter. Nach dem guten fünften Abschlussrang in der Aufstiegssaison hat sich die Mannschaft von Trainer Markus Kauczinski in diesem Halbjahr noch einmal verbessert. Warum das so ist und was in der Rückrunde für die Badener möglich ist, erklärt im Interview mit bundesliga.de KSC-Manager Jens Todt.

Frage: Herr Todt, wenn Sie in der Winterpause auf die Tabelle schauen, müsste es Ihnen ziemlich gut gehen, oder?

Jens Todt: Das ist wirklich sehr schön, für uns ist das ein großer Erfolg. Wir haben uns diesen Platz an der Sonne in der Winterpause gewünscht, jetzt haben wir ihn und das ist eine schöne Bestätigung unserer Arbeit. Es macht einfach Riesenspaß zu sehen, wie wir wachsen.

"Die Neuzugänge haben uns stärker gemacht"

Frage: Haben Sie der Mannschaft eine solche Entwicklung zugetraut?

Todt: Ja, wir haben der Mannschaft schon zugetraut, dass sie den nächsten Schritt machen kann. Vielleicht ist der Unterschied zum letzten Jahr der, dass die Jungs nun mehr daran glauben, eine gute Mannschaft zu sein.

Frage: Woran liegt es außerdem, dass es so gut läuft?

Todt: Dem Trainer ist es gelungen, die Mannschaft spielerisch weiterzuentwickeln, ohne dass die Stabilität verloren gegangen ist. Das klingt banal, ist aber nicht einfach. Letztes Jahr spielten wir nur über die Grundstabilität, die uns auszeichnete. Die Gegner haben uns dann bewusst den Ball überlassen, dadurch waren wir gezwungen, unsere Spielweise zu verändern.

Frage: Auch personell sind ja fast alle Entscheidungen aufgegangen.

Todt: Wir hatten den Vorteil, dass das Grundgerüst der Mannschaft zusammengeblieben ist. Und durch die Neuen ist die Qualität gestiegen. Vor allem Hiroki Yamada und Jonas Meffert haben uns spielerisch vorangebracht.

Frage: Sie haben Ihren Vertrag im Herbst bis Ende Juni 2017 verlängert, warum?

Todt: Es ist vieles auf Nachhaltigkeit ausgelegt. Wir haben hier einen Kader beisammen, in dem noch niemand seinen Karrierehöhepunkt hinter sich hat. Wir haben eine hungrige Mannschaft, die zusammen den Erfolg sucht.

"Hey, da geht noch mehr in Karlsruhe"

Frage: Stichwort Nachhaltigkeit: Stadt und Verein einigten sich nach jahrelangen Diskussionen auf den Bau eines neuen Stadions mit Baubeginn im Sommer 2017. Was bedeutet das für den KSC?

Todt: Der KSC ist im Profifußball auf lange Sicht nur überlebensfähig mit einem neuen Stadion. Ich merke in der Branche, dass nach dem Entschluss für die neue Arena, der KSC ein bisschen anders wahrgenommen wird. Bei Spielern, die wir verpflichten wollen, aber auch bei den Spielern unserer Mannschaft merkt man ein Gefühl: Hey, da geht noch mehr in Karlsruhe.

Frage: Wer Erfolg hat, dessen Spieler wecken auch Begehrlichkeiten, Reinhold Yabo zum Beispiel werden Angebote aus der Bundesliga nachgesagt.

Todt: Wenn das so ist, dann ist das natürlich auch der Fluch der guten Tat. Den erlebt der SC Freiburg ja schon seit anderthalb Jahrzenten, immer wieder muss der Klub die besten Spieler abgeben.  Wenn die Entwicklung bei uns so weitergeht, dann könnte das natürlich auch bei uns passieren.

Frage: In der zweiten Liga ist in der Spitze alles ganz eng zusammen. Wie beurteilen Sie die Lage nach 19 Spielen.

Todt: Die weitere Entwicklung lässt sich ganz schwer prognostizieren, es ist wahnsinnig spannend. Niemand kann absehen, wie lange noch alles so eng beieinander liegt, oder wann sich eine Mannschaft vielleicht absetzen könnte. Ich glaube aber, dass am Ende jene Mannschaften die ersten Plätze belegen, die auch in schlechten Phasen noch ein dreckiges 1:1 oder einen dreckigen 1:0 schaffen.

Frage: Ruft der KSC nach dieser Zwischenbilanz nun das Ziel Aufstieg aus?

Todt: Wir werden uns im Trainingslager auch mit den Trainern zusammensetzten und alles besprechen. Man muss ja nicht immer alles nach außen ausposaunen. Aber eins ist klar: Wir sind jetzt erstmal für etwas längere Zeit im oberen Tabellendrittel dabei - und wir wollen uns da oben festkrallen. 

Das Interview führte Tobias Schächter