Bremen - Mit dem 1:1 bei Werder Bremen blieb der VfB Stuttgart auch im fünften Spiel in Folge ungeschlagen und erhöhte damit die Chancen auf den Klassenerhalt. Ein Grund für den Aufwind der Schwaben ist eine anhaltende Leistungssteigerung in der Defensive.

Innenverteidiger Serdar Tasci zeigte sich nach dem Remis an der Weser zufrieden, legte den Finger aber auch ungeschönt in die Wunde. "Werder hat sehr viele Chancen herausgespielt. Das darf nicht passieren und das müssen wir in den anstehenden Aufgaben unbedingt abschalten", sagte der 23-Jährige im bundesliga.de-Interview.

Tasci sprach außerdem über den Aufwind in der Rückrunde, die positiven Folgen durch das Ausscheiden in der Europa League und das nächste "Finale" in Kaiserslautern.

bundesliga.de: Herr Tasci, kann der VfB mit dem Punkt in Bremen zufrieden sein?

Serdar Tasci: Wir haben in den ersten 20 Minuten gut gespielt, haben uns dann aber von den Bremern immer wieder in die eigene Hälfte drängen lassen, weil sie dann großen Druck aufgebaut haben. Aber das ist gegen eine so offensiv starke Mannschaft normal. Von daher können wir mit dem Punktgewinn zufrieden sein.

bundesliga.de: Wie sind Sie mit der Leistung der Defensive zufrieden?

Tasci: Wir standen eigentlich ganz gut. Aber dennoch hat Werder zu viele Chancen herausgespielt. Das darf nicht passieren und das müssen wir in den anstehenden Aufgaben unbedingt abstellen.

bundesliga.de: Sie haben zwei Mal auf der Linie einen Gegentreffer verhindert. Ein glücklicher Zufall oder Intention?

Tasci: Das war etwas glücklich. Aber wenn ich sehe, dass der Torwart geschlagen ist und meine einzige Chance darin besteht, auf die Torlinie zu gehen, dann mache ich das natürlich. Wenn ich den Ball dann klären kann, umso besser.

bundesliga.de: Gibt dieses Remis in Bremen weiter Selbstvertrauen?

Tasci: Jeder Punkt ist im Kampf gegen den Abstieg enorm wichtig. Hätten wir in den letzten Minuten noch verloren, wäre das für uns mental schwer zu verdauen gewesen. Aber nach dem fünften Spiel in Folge ohne Niederlage ist unser Selbstvertrauen weiter gewachsen.

bundesliga.de: Hat die Partie gegen Kaiserslautern vielleicht schon vorentscheidenden Charakter?

Tasci: In der unteren Tabellenhälfte geht es ungemein eng zu. Da ist jedes Spiel ja irgendwie ein Finale. Vor allem dann, wenn es gegen einen direkten Konkurrenten geht. In den kommenden Spielen müssen wir auch wieder Kampf und Willen zeigen, um zu bestehen.

bundesliga.de: Der VfB hat in den vergangenen beiden Jahren in der Rückrunde groß aufgespielt. Auch in dieser Spielzeit läuft es in der zweiten Saisonhälfte wieder deutlich besser. Ist das schon die Regel beim VfB?

Tasci: Nein, das kann man so nicht sagen. In den vergangenen beiden Jahren lief es für uns nach der Winterpause einfach überragend. Die Konstellation in dieser Spielzeit ist anders, es geht im Abstiegskampf noch enger zu. Für uns zählt jetzt einfach jeder Punkt.

bundesliga.de: Kann das Aus in der Europa League letztlich den positiven Nebeneffekt haben, dass der VfB Stuttgart die nötige Kraft im Saisonendspurt hat?

Tasci: Ganz ehrlich: Nach dem schwachen Saisonverlauf in der Bundesliga hatte die Europa League nicht mehr die allerhöchste Priorität. Natürlich wären wir gerne weitergekommen und hätten noch ein paar schöne Spiele in Europa gehabt - aber das Tagesgeschäft ist die Bundesliga. Und das ist gerade schwierig genug. Deshalb brauchen wir all unsere Kraft, um uns auf den Klassenerhalt zu konzentrieren.

Das Gespräch führte Michael Reis