Der Deutsche Meister VfL Wolfsburg bereitet sich im österreichischen Going auf die neue Saison vor. Nach dem Weggang Felix Magaths zu Schalke 04 gestaltet der neue Coach Armin Veh die Vorbereitung.

"Mehr Laufarbeit mit dem Ball und mehr auf der spielerischen Schiene", stehe auf Programm, erklärt Sascha Riether im Gespräch mit bundesliga.de.

Im Interview spricht der Defensivspieler über die Unterschiede zwischen Veh und Felix Magath, die anstehende Saison und seinen Ex-Klub Freiburg.

bundesliga.de: Herr Riether, für Aufsteiger gilt: Das zweite Jahr in der Bundesliga ist das schwerste. Gilt das nicht auch für einen Deutschen Meister?

Sascha Riether: Ja, mit Sicherheit. Denn ab sofort sind wir die Gejagten, und das ist uns auch bewusst. Aber wir haben schon im letzten Jahr nach der erfolgreichen Uefa-Cup-Teilnahme gedacht, dass das nächste Jahr schwer wird und sind gut damit zurechtgekommen. Wir haben ja den Meistertitel geholt und deshalb hoffe ich, dass wir jetzt auch mit dem noch größeren Druck klar kommen.

bundesliga.de: Merken Sie schon etwas von dem größeren Druck?

Riether: Auf jeden Fall. Die Medien- und Zuschauerpräsenz ist viel höher. Man merkt auch bei den Gegnern, dass sie unbedingt den Deutschen Meister schlagen wollen. Aber wir sind darauf vorbereitet.

bundesliga.de: Haben Sie schon innerhalb der Mannschaft oder gemeinsam mit dem Trainer darüber gesprochen, was alles in dieser Saison vor Ihnen liegt?

Riether: In gemeinsamen Gesprächen noch nicht, jeder weiß ja, was auf ihn zukommt. Das haben wir wie gesagt schon in den Vorbereitungsspielen gemerkt. Wir haben ja auch noch zwei Wochen bis Bundesliga-Start, dann wird unser Trainer sicher die richtigen Worte finden, damit keiner leichtsinnig wird.

bundesliga.de: Merken Sie an sich selbst, dass sie mit der gewonnenen Meisterschaft anders als sonst in die neue Saison gegangen sind?

Riether: Natürlich hat man mit der Meisterschaft etwas Großes erreicht, das kann einem keiner mehr nehmen. Aber jetzt ist alles wieder neu, wir haben auch einen neuen Trainer beim VfL. Da muss sich jeder wieder neu beweisen und ich denke, das ist auch jedem bewusst.

bundesliga.de: Wo sehen Sie in der Vorbereitungszeit die Unterschiede zwischen Armin Veh und Vorgänger Felix Magath?

Riether: Wir machen auch sehr viel im läuferischen Bereich. Unterschiedlich ist, dass jeder individueller nach seinen Werten trainiert. Bei Armin Veh werden wir mehr in Gruppen eingeteilt und machen mehr Laufarbeit mit dem Ball und mehr auf der spielerischen Schiene.

bundesliga.de: Die Mannschaft ist zusammengeblieben plus international erfahrene Spieler, die dazu gekommen sind. Haben die Deutschen Meister noch einen Bonus?

Riether: Wir haben einen neuen Trainer und, wie gesagt, da muss sich jeder neu beweisen. Keiner kann sich ausruhen. Außerdem sind gute Neuzugänge da, die Konkurrenz steigt und spornt auch an.

bundesliga.de: Mittwoch gegen Manchester, Samstag gegen Mainz: Mannschaften die in der Champions League spielen laufen schon mal Gefahr, in der Bundesliga nachlässig zu werden.

Riether: Wir freuen uns natürlich auf die Champions League, aber das ist im Moment noch weit weg. Wir versuchen erst einmal einen guten Start in der Bundesliga hinzulegen. Aber wir haben schon letztes Jahr im Uefa-Cup gemerkt, dass es eine deutlich höherer Belastung ist, wenn man viel unterwegs ist. Aber wir werden den Alltag Bundesliga sicher nicht aus den Augen verlieren.

bundesliga.de: Wie sehen die Ziele des VfL Wolfsburg in der neuen Saison aus? Kann der Titel verteidigt werden?

Riether: Wir haben eine gute Mannschaft und natürlich können wir den Titel verteidigen. Aber wir wissen natürlich, dass es sehr schwer wird. Wir gehen aber auch nicht in die Saison und sagen, wir müssen wieder Meister werden. Letztes Jahr hat alles geklappt, da waren wir auch noch der Underdog. Das hat sich geändert; jeder ist motivierter und spielt mit einer ganz anderen Einstellung gegen uns. Jeder hat Wolfsburg auf dem Zettel und jeder will gegen Wolfsburg gewinnen. Deshalb wird es eine ganz, ganz schwere Saison für uns.

bundesliga.de: Wie schätzen Sie ihr Startprogramm in der Bundesliga ein?

Riether: Wir haben schon ein großes Programm vor uns. Gleich der Auftakt Freitagabend gegen Stuttgart, dann nach Köln mit dem ersten Heimspiel für Lukas Podolski: Da bin ich schon gespannt, was da los ist. Aber wir können mit jeder Mannschaft mithalten und wollen immer gewinnen. Aber letztes Jahr waren wir nach der Hinrunde auch erst Neunter und machen uns nicht vorzeitig verrückt.”

bundesliga.de: Freut es Sie als ehemaligen Freiburger, dass der Sportclub wieder aufgestiegen ist?

Riether: Ja natürlich. Ich habe in der 2. Bundesliga sonntags oft im Fernsehen zugeschaut. Ich freue mich riesig, wieder mal an die Dreisam in die alte Heimat zurückzukehren.

bundesliga.de: Wie sehen Sie ihre Chancen für die Nationalmannschaft?

Riether: Da mache ich mir keine großen Gedanken. Wir haben jetzt große Aufgaben mit dem VfL vor uns, darauf gilt es sich zu konzentrieren. Wenn man dann erfolgreich ist in der Bundesliga und international, dann kommt der Rest von ganz alleine.

Aus Going berichtet Stefan Kusche



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