Augsburg - "Die Mannschaft hat sehr gut mitgezogen. Wir hatten sehr gute Bedingungen", beschreibt Markus Weinzierl das Trainingslager des FC Augsburg im türkischen Belek. "Neben den konditionellen Grundlagen für die Rückrunde haben wir im technischen und taktischen Bereich die Grundlagen aus der Saisonvorbereitung verfeinert", beschreibt der FCA-Coach bundesliga.de die Schwerpunkte der Vorbereitung. "Neues haben wir nicht einstudiert."

Muss die Mannschaft auch nicht. Mit 27 Punkten rangieren die Fuggerstädter auf Rang sechs der Tabelle. Danach sah es zu Saisonbeginn nicht aus. 14 Spieler hatten den Verein verlassen, darunter Leistungsträger wie Nationalspieler Andre Hahn, Matthias Ostrzolek und Dong-Won Ji.

"Wir hatten eine schwierige Anfangsphase, sind im Pokal in Magdeburg ausgeschieden, haben die ersten beiden Saisonspiele gegen Hoffenheim und Dortmund verloren", erinnert sich Weinzierl. "Daraus haben wir die richtigen Erkenntnisse gewonnen. Seit September läuft es sehr gut."

Nur vier Teams 2014 besser

Im Kalenderjahr 2014 sammelte der Klub stolze 55 Punkte ein. Mehr schafften nur Rekordmeister FC Bayern München, der VfL Wolfsburg, der FC Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach. "Hier ist etwas Positives entstanden", freut sich Weinzierl. "Sechs, sieben Spieler aus den eigenen Reihen haben den Sprung in den erweiterten Kader geschafft. Es macht viel Spaß, hier zu arbeiten."

Sollte der FCA die 28 Punkte der Rückrunde 2013/14 in den kommenden Monaten wiederholen, dürfte es für ein Europa-Ticket reichen. Doch daran denkt Weinzierl nicht. "Jetzt wollen wir so schnell wir möglich den Liga-Erhalt schaffen", so der 40-Jährige. "Erst dann werden wir uns neue Ziele setzen."

Erinnerungen an Frankfurt

Halil Altintop erinnert an die Spielzeit 2010/11. "Da war Frankfurt nach der Hinrunde Siebter und stieg am Ende ab. Unser Ziel ist nach wie vor, so schnell wie möglich den Klassenerhalt zu sichern. Erst danach schauen wir, ob wir uns neue Ziele setzen."

Dafür haben sich die Augsburger in der Winterpause noch einmal verstärkt. Ji kehrte aus Dortmund zurück, und vom FC Bayern kam Pierre-Emile Höjbjerg. "Bei Ji wissen wir, was er kann", so Weinzierl, der Bayern-Leihgabe Hjöberg in höchsten Tönen lobt. "Er ist mit keinem Spieler aus unserem Nachwuchszentrum zu vergleichen. Mit 18 jahren dänischer Nationalspieler. Das ist schon eine besondere Qualität."

FCA bis nach Europa?

Doch einen Freifahrtschein erhält der 19-Jährige nicht. "Er muss sich natürlich unserem System anpassen, und dann wird er auch seine individuelle Qualität zeigen", so der FCA-Trainer. Denn "jeder stellt sein Ego hinten an", beschreibt Weinzierl das Erfolgsrezept des FCA.

"Wir haben eine klare Spielphilosophie, und da wollen wir 2015 weitermachen", zeigte sich Kapitän Paul Verhaegh gegenüber den Medienvertretern in Belek angriffslustig. Klappt das, zieht der vor der Saison von vielen Experten als Abstiegskandidat gehandelte FC Augsburg nur vier Jahre nach seinem Aufstieg in die Bundesliga ins internationale Geschäft ein.

Von Jürgen Blöhs