Zusammenfassung

  • Jean-Philippe Mateta erzielt gegen Bremen sein zweites Saisontor
  • Sein Trainer hat ihn zu mehr Ruhe beim Torabschluss aufgefordert
  • Der Stürmer sagt: "Das war mein erstes Tor zuhause - aber nicht das letzte"

Mainz - Es gehört zur Folklore beim 1. FSV Mainz 05, dass nach Siegen mit den Fans gefeiert wird und der Spieler des Spiels auf dem Zaun vor der Kurve die berühmte "Humba" anstimmt. Nach dem wichtigen 2:1 gegen den SV Werder Bremen am Sonntagabend übernahm diese Rolle Jean-Philippe Mateta. Der 21 Jahre junge Franzose hatte sein zweites Saisontor und das erste vor eigenem Publikum erzielt. Überglücklich gab Mateta hinterher zu: "Ich weiß nicht genau, was ich da gesungen habe, aber es hat Spaß gemacht."

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Nach sechs Pflichtspielen ohne Sieg und dem bitteren Pokal-Aus unter der Woche beim FC Augsburg nach Verlängerung war der Erfolg gegen Werder ein Befreiungsschlag für die Mainzer. Mit nun zwölf Punkten schafften sie den Anschluss ans Mittelfeld, die Erleichterung war bei allen, die mit dem FSV fiebern, zu spüren. Aber Trainer Sandro Schwarz mahnte zur Sachlichkeit: "Es ist nicht alles super, wenn man ein Spiel gewinnt, es ist aber auch nicht alles schlecht, wenn man Spiele verliert." In den letzten Wochen spielten die Mainzer oft gut, der Ertrag stimmte aber nicht. Gegen Bremen stimmten aber Ergebnis und die leidenschaftliche und vor allem in der ersten Halbzeit auch fußballerisch gute Leistung.

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Wobei Chancen für eine höhere Pausenführung als das 1:0 durch Mateta wieder einmal da waren. Mateta nutzte seine Möglichkeit eiskalt, nahm den Ball geistesgegenwärtig an und zog dann sofort aus acht Metern ab – und traf (25.). "Dieses Mal habe ich es gemacht, wie der Trainer es gesagt hat", erzählte Mateta hinterher. Schwarz hatte seine Spieler zuletzt immer wieder dazu angehalten, beim Torabschluss die Ruhe zu bewahren. Diesmal tat Mateta genau das. Und weil in Jean-Philippe Gbamin ein weiterer Franzose das 2:0 erzielte (51.) und in Innenverteidiger Moussa Niakhate noch ein Landsmann zu den Besten gegen Bremen gehörte, feierten die Mainzer am Sonntag so etwas wie ein französisches Wochenende.

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Mateta war im Sommer von Olympique Lyon verpflichtet worden, in der vergangenen Saison war er an den Zweitligisten Le Havre ausgeliehen, für den er in 35 Einsätzen 17 Tore erzielte und als drittbester Schütze dieser Zweitligasaison in der Statistik steht. Die Umstellung auf die größere Wettkampfhärte der Bundesliga gelingt dem lernwilligen Profi langsam immer besser. "Ich bin dabei, mich an die Belastung zu gewöhnen, auch an die Intensität im Training", sagt Mateta, der zuletzt auch für die französische U 21-Nationalelf debütierte.

Mateta wirkt beschwingt

Nach dem Erfolgserlebnis gegen Bremen wirkte der 1,92 Meter große Schlaks mit den langen Beinen beschwingt, als sei mit dem Tor ein großer Druck von ihm abgefallen. Trainer Schwarz hatte jüngst noch erklärt, Mateta mache super Laufwege, die seine Mitspieler aber zu selten fänden. Nun hofft das Talent, "dass meine Laufwege künftig von meinen Mitspielern öfter gesehen werden". Je schneller der talentierte Stürmer den Durchbruch schafft, um so besser für Mainz 05, das mit sieben Toren in zehn Spielen mehr Abschlussstärke gut gebrauchen kann.

Jean-Philippe Mateta wird von Niklas Moisander attackiert
Jean-Philippe Mateta wird von Niklas Moisander attackiert © gettyimages / Alex Grimm

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Mateta bewies gegen Bremen, so lange die Kraft reichte, dass er zurecht ein Hoffnungsträger der Nullfünfer ist. Bei seiner Auswechslung in der 74. Minute wurde er mit Ovationen von den Anhängern verabschiedet. "Die Verbindung zu den Fans ist mir sehr wichtig, diesmal hat das super geklappt. Deswegen spiele ich Fußball, um diesen Enthusiasmus der Fans zu spüren“, sagte Mateta stolz und versprach: "Das war mein erstes Tor zuhause - aber nicht das letzte."

Aus Mainz berichtet Tobias Schächter