München - Ivan Klasnic ist zurück in der Bundesliga! Der Kroate, der in den vergangenen vier Jahren in Frankreich und England gespielt hat und zuletzt bei den Bolton Wanderers in der Premier League unter Vertrag stand, geht ab sofort für den 1. FSV Mainz 05 auf Torejagd.

Im Interview mit bundesliga.de spricht der 32-Jährige über die Gründe für seine Rückkehr nach Deutschland. Außerdem berichtet er von seiner Zeit im Ausland und erklärt, unter welchen Umständen er mit seinem neuen Club im nächsten Spiel beim FC Bayern München vielleicht den ersten Saisonsieg der 05er einfahren könnte. Zwischen 2001 und 2008 ging Ivan Klasnic für den SV Werder Bremen in der Bundesliga auf Torejagd (151 Spiele/ 49 Treffer).

bundesliga.de: Ivan Klasnic, herzlich Willkommen zurück in der Bundesliga.

Ivan Klasnic: Dankeschön.

bundesliga.de: Wie kam der Wechsel zum 1. FSV Mainz 05 genau zustande? Bestand der Kontakt schon länger?

Klasnic: Es gab sehr viele andere Anfragen in letzter Zeit, die ich aussortiert habe. Ich habe ein bisschen abgewartet. Als sich dann Mainz gemeldet hat, ging eigentlich alles ganz schnell.

bundesliga.de: Haben Sie den Saisonstart der Mainzer verfolgt?

Klasnic: Nein, eigentlich gar nicht. Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass ich dort hingehe. Das hat sich alles erst in den letzten zwei Tagen entschieden. Ich habe mich mit den Mainzer Verantwortlichen getroffen und es war einfach ein sympathisches Gespräch. Mainz hat mich überzeugt. Schließlich reizt mich die Herausforderung, nochmals in der Bundesliga zu spielen.

bundesliga.de: Gibt es noch weitere Gründe für Ihren Wechsel zurück nach Deutschland?

Klasnic: Ich bin auch wegen meiner Tochter, die in Hamburg lebt, zurück nach Deutschland gewechselt. Ich wollte nicht mehr so weit von ihr entfernt sein. Auch deswegen habe ich diese Herausforderung, für Mainz aufzulaufen, angenommen.

bundesliga.de: Kommt Ihnen das offensiv ausgerichtete Spiel von Thomas Tuchel entgegen?

Klasnic: Ja, natürlich. Als ich in Bremen gespielt habe, haben wir ebenfalls sehr offensiv gespielt. Da hat es auch gut geklappt. Je offensiver, desto besser.

bundesliga.de: Hatten Sie denn schon Gelegenheit, mit Ihrem neuen Trainer zu sprechen?

Klasnic: Ja, aber noch nicht so richtig. Als ich mit ihm gesprochen habe, stand mein Wechsel nach Mainz noch nicht fest. Als ich den Vertrag unterschrieben habe, war er unterwegs.

bundesliga.de: Sie sind ja schon sehr viel herumgekommen in den Ligen Europas. Sie haben in der französischen League 1 und in der englischen Premier League gespielt. Was zeichnet denn die Bundesliga aus?

Klasnic: Ich glaube, wenn man einmal in der Bundesliga gespielt hat, will man irgendwann mal wiederkommen. Und das hat für mich jetzt geklappt. Ich bin zufrieden mit allem.

bundesliga.de: Und worin unterscheidet sich die Bundesliga von der Premier League?

Klasnic: In der Premier League spielen viele Superstars, die die englische Liga als höher und besser einstufen als die Bundesliga. Aber wie gesagt, die Bundesliga darf man nicht unterschätzen. Das sieht man auch am guten Abschneiden der deutschen Vereine im internationalen Wettbewerb. Bayern München stand letzte Saison ja im Finale der Champions League.

bundesliga.de: Was die großen Namen in der Bundesliga angeht, so haben kürzlich mit Ibrahim Afellay und Rafael van der Vaart einige sehr bekannte Spieler den Weg in die Bundesliga gefunden beziehungsweise zurück gefunden. Würden Sie zustimmen, dass die Bundesliga sehr an Prestige gewonnen hat im Vergleich zur Premier League?

Klasnic: Die Vereine in der Premier League arbeiten konstant. Aber die Bundesliga ist definitiv eine der besten und bekanntesten Ligen. Auch die Engländer verfolgen die Bundesliga im Fernsehen, sind aber nicht so sehr von der Bundesliga überzeugt. Das liegt ein bisschen daran, dass sie der Meinung sind, die Premier League sei die beste Liga der Welt. Aber ich kann die Bundesliga nur empfehlen.

bundesliga.de: Wie wichtig ist es Ihnen, als Fußball-Profi verschiedene Erfahrungen im Ausland zu sammeln?

Klasnic: Ich kann es nur jedem empfehlen. Natürlich will man als Fußballer nichts anderes machen, als Fußball zu spielen. Deswegen habe ich die Ausflüge nach Frankreich und nach England gemacht. Man weiß ja nie, wo es einen überall hintreibt, wenn man als Fußballer in der Welt unterwegs ist. Das kann ganz schnell gehen und schon ist man ein halbes Jahr da und dann ein halbes Jahr dort. Und jetzt bin ich wieder in Deutschland und freue mich darauf.

bundesliga.de: Gestatten Sie abschließend einen Ausblick auf den kommenden Bundesliga-Spieltag nach der Länderspielpause. Da geht es für Sie mit Mainz 05 gleich gegen den FC Bayern München, der ja furios in die Saison gestartet ist. Haben Sie sich schon mit diesem Spiel befasst?

Klasnic: Nein, noch nicht. Ich habe natürlich gesehen, dass die Bayern in bestechender Form sind. Aber die Bayern haben zahlreiche Spieler, die zu ihrer jeweiligen Nationalmannschaft fahren. Wenn man zwei Wochen nur mit einem Teil der Mannschaft trainiert, kann das auch ein Handicap sein. Man wird sehen, wie diese Spieler wieder nach Hause kommen - ob sie frisch oder müde zurückkommen.

bundesliga.de: Das heißt, mit intensivem Training bis zum Bayern-Spiel rechnen Sie sich mit den Mainzern durchaus etwas aus in München?

Klasnic: Was meine Situation betrifft, muss man erst abwarten. Ob ich bis zum Bayern-Spiel fit werde, wird man sehen. Aber bis dahin schaue ich noch nicht.

Das Gespräch führte Maximilian Lotz