Zusammenfassung

  • Unter Jupp Heynckes blüht der Spanier im defensiven Mittelfeld auf.

  • Mit seiner Zweikampfstärke und Leidenschaft hält er den Offensivstars den Rücken frei.

  • Auch deshalb wird er von seinen Teamkollegen hoch geschätzt.

Köln – Dahin gehen, wo es weh tut: Das ist für Javi Martinez Berufsauffassung. Dass er sich für den Erfolg seines FC Bayern München auch selbst nicht schont, bewies der zweikampfstarke Spanier eigentlich in jedem seiner 99 Bundesliga-Spiele für den Rekordmeister. Gegen den SV Werder Bremen könnte Martinez in den 100er-Club aufsteigen.

Doch nicht nur in der Bundesliga ist der 29-Jährige ein Vorbild an Einsatzwillen. In der Gruppenphase der Champions League ging er bei Celtic Glasgow buchstäblich dahin, wo es weh tut und zog sich beim wichtigen Siegtreffer eine klaffende Platzwunde zu. "Ich habe versucht, den Ball mit Herz und mit allem, was ich hatte, zu treffen, und Gott sei Dank war er drin. Es hat wehgetan, aber ich ziehe mir gerne jedes Spiel einen Cut zu, wenn ich dabei ein Tor schieße. Es ist nur Blut", beruhigte Martinez die Gemüter nach der Partie. Wenig später nutzte er ein Bild von seiner blutigen Blessur, um seinen Fans auf seinem Instagram-Account ein fröhliches Halloween-Fest zu wünschen.

"Ich kenne diese Position, ich habe sie lange gespielt und ich hatte einfach das Gefühl, dass ich Gefahr hervorrufen kann, wenn ich vorne reingehe", betonte der 18-fache spanische Nationalspieler. Diese Position – das ist wieder das defensive Mittelfeld. Nachdem er unter Pep Guardiola und Carlo Ancelotti zumeist in der Innenverteidigung zum Einsatz kam, kehrte Martinez unter seinem neuen und alten Coach Jupp Heynckes auf die Planstelle vor der Abwehr zurück.

Martinez sorgt für Stabilität

Eine Versetzung, die dem Bayern-Spiel sehr gut tut: Der Spanier ist dank seiner Spielintelligenz der Prellbock, der viele gegnerische Angriffe stoppt, bevor sie gefährlich werden. Seine Zweikampfstärke am Boden und besonders in der Luft sorgt für wichtige Stabilität.

Javi Martinez und Jupp Heynckes: Es ist eine besondere Verbindung seit der letzten Amtszeit des aktuellen FCB-Trainers: "Er hat 2012 alles gegeben, um mich von Bilbao zu Bayern zu holen. Ich werde ihm immer dankbar sein. Ohne ihn wäre ich nicht hier. Danke, Jupp!", schilderte Martinez noch im Sommer. Der Dank hat auch seinen Ursprung in der erfolgreichsten Bayern-Spielzeit der jüngeren Vergangenheit. Der vor fünf Jahren von Athletic Bilbao zum FCB gewechselte Baske fungierte in der Triple-Saison 2013 unter Heynckes als "Ordnungshüter" im Spiel des Rekordmeisters und war letztlich ein maßgeblicher Faktor bei den großen Triumphen beteiligt.

Garant des Aufschwungs bei Bayern München

Eine Wichtigkeit, die Martinez seit der Rückkehr seines Mentors erneut erlangt hat. Und damit auch als Garant für die fast makellose Heynckes-Bilanz der Bayern gilt. "Javi ist brutal wichtig, ein Hauptfaktor, warum wir weniger Chancen zulassen als zuvor und stabiler in der Abwehr stehen", unterstrich FCB-Torwart Sven Ulreich die Bedeutung des Spaniers auf der Position im defensiven Mittelfeld: "Er macht viele Wege und läuft viele Räume zu, ist ganz stark im Spiel nach vorne."

Video: Martinez ist Bayerns Bindeglied

Auch von den Offensivkollegen wird der Einfluss des 29-Jährigen geschätzt. Martinez sichert als Arbeiter und "Wühlbüffel", wie ihn manche Fans nennen, die Künstler ab und ist gerade in der Verteidigung von gegnerischen Kontern wieder eine Macht. "Javi ist natürlich unheimlich wichtig. Er hat in der vergangenen Saison eher als Innenverteidiger gespielt. Jetzt spielt er wieder im defensiven Mittelfeld. Im Spiel gegen den Ball macht er es sehr gut, und erzielt auch noch entscheidende Tore. Da kann man ihn ja nur loben", schwärmte Arjen Robben und fügte hinzu: "Er ist so wichtig im defensiven Mittelfeld, so wie in jener Zeit, wo wir mit Herrn Heynckes so erfolgreich gespielt haben."

>>> Javi Martinez & Jupp Heynckes: Bayerns Traumpaar (spiegel.de)

Zurück in der alten Erfolgsrolle – nicht die schlechteste Aussicht für Javi Martinez, nicht die schlechteste Aussicht für Jupp Heynckes, nicht die schlechteste Aussicht für den FC Bayern München. Dafür wird der Spanier auch in Zukunft wieder häufig dorthin gehen, wo es weh tut. Und wenn es erneut darum geht, ein entscheidendes Tor für sein Team zu erzielen, dann wird Martinez auch nicht vor einer blutigen Platzwunde zurückschrecken. Auch in seinem Jubiläumsspiel nicht.