Köln - Die Situation Ende Dezember war vielleicht beispielhaft für seine Hinrunde. Eigentlich sollte Shinji Kagawa im DFB-Pokal-Spiel seiner Dortmunder Borussia bei Fortuna Düsseldorf in der Startelf auflaufen, doch Magenprobleme stoppten Japans Nationalspieler praktisch in letzter Minute. Ein kleiner Rückschlag für den BVB-Star, den seine Fans in der Heimat gerne öfter in der überragenden Form der Meistersaison 2010/11 sehen würden.

Neben Kagawa zählen Wolfsburgs Makoto Hasebe und Schalkes Atsuto Uchida zu den populärsten Bundesliga-Spielern bei den Fußballfans in Japan.

Großes Interesse an der Bundesliga

Das große Interesse an der Bundesliga ist in Japan durch weitere Verpflichtungen wie Shinji Okazaki (VfB Stuttgart) oder Hajime Hosogai (FC Augsburg) gewachsen. Aber auch durch die in Deutschland spielenden Frauen des aktuellen Weltmeisters Japan.

Groß, manchmal übergroß, sind allerdings auch die Erwartungen der japanischen Fans an "ihre" Bundesliga-Spieler. "Meine Umgebung und die Erwartungen haben sich total geändert im Vergleich zu der Zeit vor der WM 2010, bevor ich nach Deutschland kam. Ich trug auf einmal die Nummer 10 in der japanischen Nationalmannschaft und diese Veränderungen haben mich ehrlich gesagt irritiert", sagte Kagawa etwa der Zeitung "Nikkan-Sports".

Viel Lob aus Fernost für Hosogai

Doch dem Druck hielt Kagawa in der Vorsaison bekanntlich bestens stand, ehe ihn der Fußbruch im Januar 2011 zurückwarf. Seine erste Saisonhälfte 2011/12 mit vier Toren war nicht schlecht, ist aber aus ferner japanischer Sicht noch nicht optimal. Auch Uchida hatte die Fans in Fernost im Vorjahr nicht zuletzt mit seinem Durchmarsch ins Halbfinale der Champions League entzückt. Verletzungen und ein härterer Konkurrenzkampf auf Schalke haben den rechten Verteidiger in der Hinrunde dieser Saison jedoch öfter ausgebremst. Selbst der vielseitige und erfahrene Hasebe blieb mit Wolfsburg hinter eigenen und den Erwartungen von Japans Fans zurück.

Mögen die "großen Drei" nicht ihre beste Form gefunden haben, so glänzten dafür andere Japan-Importe. In den japanischen Fußball-Foren sind die meisten Fans der Meinung, dass Hosogai bester japanischer Spieler der Hinrunde war. Beim Spiel gegen Bayern München erzielte er sogar selbst ein Tor. Und auch mit dem laufstarken und torgefährlichen Okazaki waren die Fans zufrieden.

Viel frischer Wind durch Inui

In einen weiteren Spieler, der zwar (noch) nicht in der Bundesliga spielt, setzen Japans Anhänger große Hoffnungen. Takashi Inui, der Neuzugang beim VfL Bochum, brachte frischen Wind in die Mannschaft hinein. Er konnte nicht nur durch seine technischen Fertigkeiten, sondern auch durch sein leidenschaftliches und sympathisches Verhalten auf dem Spielfeld die Herzen der Fußballfans gewinnen.

Die harte Arbeit, die die japanischen Profis in der kurzen Winterpause hinter sich gebracht haben, hat sich am ersten Rückrunden-Spieltag gleich bezahlt gemacht. Ein überragender Kagawa, Uchida und Hasebe feierten gleich drei Siege. Ginge es nach den Wünschen der vielen Fans in Japan, dann darf die Bundesliga gerne so weitergehen!

Yusaku Iwamoto