Keisuke Honda hat dem dreimaligen Asienmeister den ersten WM-Sieg außerhalb der eigenen Landesgrenzen beschert und Afrikas große Hoffnung Kamerun ausgebremst. Die Japaner bezwangen in der Gruppe E das Team um Superstar Samuel Eto'o mit 1:0 (1:0). Stürmer Honda (39.) war Schütze des Siegtors.

Der Stotterstart der afrikanischen Teams setzt sich damit weiterhin fort. Fünf von sechs Mannschaften haben nun ihre Auftaktspiele absolviert, lediglich für Ghana gab es einen Sieg.

Japan überzeugt in der Defensive

Nur Südafrika holte neben den "Black Stars" einen Punktgewinn, Algerien, Kamerun und Nigeria verloren. Am Dienstag greift noch die Elfenbeinküste noch ins Geschehen ein - die "Elefanten" treffen auf Portugal.

Nächstes Spiel der Kameruner ist am Samstag das Aufeinandertreffen mit Dänemark (0:2 gegen die Niederlande). Wer verliert, muss den Einzug ins Achtelfinale wahrscheinlich bereits abhaken. Japan spielt am gleichen Tag gegen "Oranje" wohl schon um den Gruppensieg.

Der WM-Achtelfinalist von 2002 stellte die vermeintlich "unzähmbaren Löwen" in Bloemfontein mit einer sehr defensiven Ausrichtung vor große Probleme, meistens zogen sich neun Feldspieler nach Ballverlusten schnell zurück.

Mbia scheitert am Lattenkreuz

Eto'o, "Triple"-Gewinner mit Inter Mailand, versuchte vergeblich, auf dem rechten Flügel das Spiel anzukurbeln. Bundesliga-Profi Eric-Maxim Choupo-Moting (1. FC Nürnberg) hing als Mittelstürmer in der Luft, Stephane Mbia hatte mit einem Schuss an die Querlatte (86.) die beste Chance.

Zunächst hatten sich beide Mannschaften vor 30.620 Zuschauern sehr schwergetan. Das Spiel war sehr zerfahren, geprägt von Abspielfehlern und vielen Fouls. Beiden Teams war die große Nervosität bei ihrem ersten WM-Auftritt in Südafrika deutlich anzumerken. Besonders den Kamerunern, die vor Spielbeginn sieben Spiele ohne Sieg waren, flatterten die Nerven.

In der 39. Minute gingen die Japaner etwas glücklich in Führung. Nach einer langen Flanke von der rechten Seite konnte Honda den Ball am langen Pfosten in aller Seelenruhe annehmen und zum 1:0 einschießen - Kameruns Torhüter Hamidou Souleymanou klebte auf der Linie.

Zwei Bundesliga-Profis in Kameruns Startelf

Die erste gefährliche Szene war zuvor den Afrikanern vorbehalten gewesen. Nach einem Freistoß von Abwehrspieler Mbia in der 10. Minute flog Japans Keeper Eiji Kawashima unter dem Ball durch. Japan hatte sich erstmals in der 17. Minute dem gegnerischen Tor genähert.

Kameruns Trainer Paul Le Guen setzte auf zwei junge "Deutsche". Dass Choupo-Moting neben Eto'o stürmte, war noch erwartet worden. Der gebürtige Hamburger war von seinem Trainer zuletzt als ideale Ergänzung für Kameruns Superstar bezeichet worden. Aber dass auch der 18-jährige Joel Matip vom Vizemeister Schalke 04 in der Anfangsformation stand, überraschte alle. Der gebürtige Bochumer war in seinen vier Länderspielen zuvor jeweils eingewechselt worden.

Hasebe mit der Kapitänsbinde

Japans Coach Takeshi Okada verzichtete zunächst auf Starspieler Shunsuke Nakamura. Als Kapitän lief der einzige Bundesliga-Legionär Makoto Hasebe (VfL Wolfsburg), der das Spiel der Asiaten recht gut ordnete, auf. Der künftige Schalker Atsuto Uchida saß zunächst auf der Bank.

Das große Aufbäumen Kameruns blieb in der zweiten Halbzeit überraschend lange aus. Choupo-Moting brachte immerhin einen Fernschuss zustande (56.), Eto'o rannte sich dagegen immer wieder gegen drei oder vier Abwehrspieler fest. Japan verwaltete das Ergebnis aus einer stabilen Defensive heraus. Shinji Okazaki traf in der 82. Minute den Pfosten.

Schema:

Japan: Kawashima - Komano, Nakazawa, Tulio, Nagatomo - Abe - Matsui (69. Okazaki), Hasebe (88. Inamoto), Endo - Honda, Okubo (82. Yano). - Trainer: Okada

Kamerun: Souleymanou - Mbia, Nkoulou, Bassong, Assou Ekotto - Matip (63. Emana) - Makoun (75. Geremi), Eyong - Eto'o, Choupo-Moting (75. Idrissou), Webo. - Trainer: Le Guen

Schiedsrichter: Olegario Benquerenca (Portugal)

Tor: 1:0 Honda (39.)

Zuschauer in Bloemfontein: 30.620

Gelbe Karten: Abe - Nkoulou