Zusammenfassung

  • James Rodriguezt gibt beim FC Bayern ein herausragendes Startelf-Debüt in der Bundesliga

  • Der Kolumbianer liefert beim Sieg auf Schalke ein Tor und eine Torvorlage

  • Trotz der starken Leistung ist er laut seinem Trainer noch nicht bei 100 Prozent

Gelsenkirchen - Erster Startelf-Einsatz, erstes Bundesligator, dazu einen Treffer vorbereitet und einen Elfmeter herausgeholt – zum ersten Mal hat James Rodriguez beim 3:0-Sieg des FC Bayern auf Schalke eindrucksvoll unter Beweis stellen können, warum er auch für den Luxuskader der Münchner eine echte Bereicherung ist.

>>>Alle Infos zum Spiel #S04FCB im Matchenter

Nach 88 Minuten hätte James Rodriguez seiner Gala-Vorstellung gegen den FC Schalke 04 fast noch ein weiteres Krönchen hinzugefügt. Thomas Müller hatte sich auf der rechten Seite durchgesetzt und nach innen geflankt. Da lauerte James, der seinem Gegenspieler mal wieder enteilt war, erwischte den Ball auch, aber Schalke-Keeper Ralf Fährmann konnte gerade noch parieren.

© DFL DEUTSCHE FUSSBALL LIGA

Grund zum Ärgern hatte er der Kolumbianer trotzdem nicht - ganz im Gegenteil. Was er bei seinem ersten Startelf-Einsatz für die Bayern auf den Rasen der Veltins-Arena gezaubert hatte, war aller Ehren wert und lieferte ein gutes Beispiel dafür, warum Carlo Ancelotti den WM-Torschützenkönig von 2014 für die neue Saison unbedingt in seinen Reihen wissen wollte. In dieser Form ist James ein deutlicher Gewinn für den Rekordmeister. Auf Schalke verkörperte er geradezu die Lust und Spielfreude, die die Münchner bei ihrem Sieg insgesamt ausstrahlten. James Nebenmann Sebastian Rudy geriet fast ins Schwärmen: "Es macht enorm Spaß, mit so jemandem zusammenzuspielen. Er war immer anspielbereit, wollte immer den Ball."

Video: Das ist Bayerns Sunnyboy James

Der 26-Jährige glänzte als Ballverteiler, bewies bei seinen Pässen wie bei seinem herrlichen Lupfer auf Vidal zum 3:0 ganz viel Gefühl im Fuß und wurde auch von seinen Mitspielern immer wieder gesucht. 97 Ballkontakte verzeichnete er am Ende, hatte bei mehr als der Hälfte aller Torschüsse seine Füße im Spiel.

James macht das Spiel unberechenbarer

Mit seiner Flexibilität macht er das Spiel der Bayern unberechenbarer. Gegen Schalke zog James von der rechten Seite auch immer wieder ins Zentrum und sorgte so im Wechselspiel mit Thomas Müller für Verwirrung beim Gegner. Rodriguez ist eben kein reiner Flügelspieler, sondern hat seine Qualitäten auch in den Halbräumen – das macht ihn aus und brachte ihm auch ein Sonderlob von Interimskapitän Müller ein: "James hat immer wieder vorne Akzente gesetzt und gute Entscheidungen getroffen."

© DFL DEUTSCHE FUSSBALL LIGA / Alexander Scheuber

Hervor tat sich der Neuzugang auch als Taktgeber beim bayrischen Offensivpressing, als es galt, den Schalkern einen verlorenen Ball schnell wieder abzujagen. Knapp elf Kilometer legt er insgesamt zurück. Dass er sich dabei nicht zu schade war, auch hinten mal auszuhelfen, rundete das Bild an diesem Abend ab und war auch Carlo Ancelotti eine besondere Erwähnung wert: "James hat sehr mannschaftsdienlich gespielt."

Erster Schuss - erstes Tor

Die große James-Show samt erstem Bundesligatreffer – passender Weise mit dem ersten Torschuss - und erstem Assist dürfte auch dem Protagonisten selbst ausgesprochen gut tun. Die ersten Wochen in München verliefen für die Leihgabe von Real Madrid eher suboptimal. Weil er sich in der Vorbereitung am Oberschenkel verletzte, hatte er die ersten Saisonspiele verpasst. In der Champions League feierte James dann sein Startelfdebüt im Bayern-Trikot, verbuchte gegen Anderlecht eine starke Passquote von 92 Prozent. Nun also auch seine Startelf-Premiere in der Bundesliga – die Richtung stimmt wieder bei Bayerns Nummer elf.

© gettyimages / Grimm / Bongarts

Glaubt man Carlo Ancelotti, wird sein neuer Superstar demnächst sogar noch mehr aufdrehen. "Physisch ist er noch nicht bei hundert Prozent", erklärte der Coach nach der ersten Gala von James fast schon entschuldigend. Und auch Sebastian Rudy freut sich schon jetzt auf noch mehr kolumbianische Spielfreude an seiner Seite: "Ich denke, dass noch viel mehr in ihm steckt."

Aus Gelsenkirchen berichtet Dietmar Nolte