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Die Super-Youngster Jamal Musiala und Jude Bellingham in der Taktik-Analyse

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Sie sind nicht nur die gefeierten Youngster ihrer Mannschaften, sondern auch langjährige Freunde: Am Samstagabend, wenn sich beim Klassiker der FC Bayern München und Borussia Dortmund gegenüberstehen, werden Jamal Musiala und Jude Bellingham wahrscheinlich direkt gegeneinander spielen. bundesliga.de macht die Taktik-Analyse.

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Trotz ihres noch jungen Alters verbindet Jamal Musiala und Jude Bellingham eine lange Freundschaft. Bereits im Jahr 2016 spielten sie gemeinsam bei den "Young Lions", der U15-Nationalmannschaft Englands. Beide waren deutlich jünger als der Rest ihrer Mannschaftskameraden, ragten aber klar aus der Masse heraus. Während Bellingham schon damals als "Zehner" die Fäden im Mittelfeld zog, wurde Musiala meist etwas weiter vorne im Sturm eingesetzt und von seinem Kumpel mit Pässen versorgt.

Fünfeinhalb Jahre später sind beide nicht nur gefeierte Youngster der Bundesliga, sie landeten auch bei der Wahl zum Golden Boy für die besten U21-Spieler Europas auf Platz zwei (Bellingham) und drei (Musiala). Während Bellingham inzwischen Stammspieler der englischen A-Nationalmannschaft ist, hat sich Musiala, der eine deutsche Mutter hat, für den DFB entschieden. Die Wege der beiden Freunde haben sich also getrennt. Vor allem aber auf Vereinsebene sind sie jetzt direkte Konkurrenten.

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Wenn es am 31. Spieltag zum Klassiker zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund kommt (Anstoß Samstagabend 18:30 Uhr), ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass die Teenager (beide 2003 geboren) direkt gegeneinander spielen. Bellingham spielt bei Dortmund immer auf der Achterposition, auch Musiala agiert bei München zunehmend in der Mittelfeldzentrale.

Dabei ist Musiala ein etwas anderer Spielertyp. Der Bayern-Spieler zählt zu den dribbelstärksten Akteuren der Bundesliga und hat seine Stärken eher in der Offensive. Er ist beidfüßig und kaum vom Ball zu trennen. Gleichermaßen hat er einen guten Abschluss und versteht es, Chancen zu kreieren: Alle 22 Minuten ist Musiala an einem Torschuss der Bayern beteiligt, wenn er auf dem Platz steht - alle 145 Minuten ist er direkt in einem Treffer involviert. So kommt er in dieser Saison auf vier Toren und fünf Assists.

Der vier Monate jüngere Bellingham ist körperlich robuster als Musiala. Auch er hat Qualitäten im Eins-gegen-Eins, besticht aber vor allem durch Laufleistung und Zweikampfqualitäten. Er legt beim BVB die meisten Sprints hin und gewinnt die meisten Duelle. Bellingham versteht es aber wie kaum ein anderer Bundesliga-Spieler, nach der Balleroberung den eigenen Angriff einzuleiten. Mit sieben Torvorlagen (dazu kommen noch drei Tore) gehört er zu den Top-10 Initiatoren der Bundesliga. Und beeindruckend sind auch seine Leader-Qualitäten, die ihn für BVB-Coach Marco Rose unersetzlich machen. Sofern er nicht verletzt oder gesperrt war, stand er in dieser Spielzeit immer in der Startelf. Mit 2.435 Minuten kommt er auf nahezu doppelt so viel Einsatzzeit wie Musiala in der Bundesliga 2021/22.

Am Samstagabend sind beide in der Lage, mit einer entscheidenden Aktion das Spiel zugunsten ihrer Mannschaft zu entscheiden. Beim Hinspiel lieferte Bellingham bereits zwei Assists, doch diesmal winkt für Musiala mit einem Sieg die Meisterschaft. Fakt ist: Für 90 Minuten muss die Freundschaft der beiden Top-Talente am Samstag ruhen.

Karol Herrmann